Die Nacht mit Elia

 

 

DIE NACHT MIT ELIA - Chassidisches Manifest in zwölf Geschichten

BNV. 2009 - 3. Auflage 2012, 212 Seiten, 12,- € ISBN 978-3-00-027486-2

 

Beurteilung

 

Bhajan Noam ist es gelungen, ein aufwühlendes, vielschichtiges Buch zu schreiben in einem ganz eigenen, eigenwiligen Stil uber einen uns allen heimlich im Herzen brennenden Themenkomplex, an den niemand bisher in Form von solch eindringlichen, gebrochenen, mystischen Geschichten und seelenvollen Bildern gerührt hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bhajan mit Rabbiner David Kraus, Jerusalem

 

Auszüge aus dem Prolog:  … dieses ist unsere gegenwärtige und zukünftige Aufgabe: Hinzuschauen, nach draußen und in unser eigenes Herz; wachsam zu sein und im Geiste von Frieden und Freiheit, Nächstenliebe und Mitverantwortung zu denken und zu handeln. Keinem fühlenden Menschen kann es mehr möglich sein nach der Shoah, auch nicht hundert Jahre oder weitere Jahrhunderte danach, im alten Sumpf steckenzubleiben. Eine Austrocknung muss erfolgen. Wille und Handlung dazu müssen sichtbar werden. Kein Schriftsteller kann mehr schreiben wie zuvor. Seine Worte werden geprüft und verworfen, und geprüft und       abermals verworfen. Kein Dichter kann mehr dieselben Lieder singen. Die Stimme wird zum grellen Schrei in seinen eigenen Ohren. Wer sich nicht auseinandersetzt, versteht niemals die Abgründe des Menschen. Und wer die Abgründe nicht versteht, kann nie etwas um die möglichen Höhenflüge erfahren. ...   ... Die Aufgabe jedes Menschen in seinem Leben ist die Suche. Die Suche, die der uns innewohnenden Wahrheit gilt. Und wir sind zum Glück durch unser Leiden gezwungen zu finden, zu ergründen. Die Suche gilt unserem Woher und Wohin. Sie gilt jedoch zuerst dem Menschsein im Menschen. Menschsein ist Menschwerdung, der Fluss ist ein Fließen. Als Wesen, fragil und vergänglich in dieser Existenz, tragen wir alle auch das Unvergängliche in uns: Werden, Vergehen und Neuwerden. Von Sekunde zu Sekunde. Von Leben zu Leben. – Das fordert unsere Verantwortung in der horizontalen Welt und gibt uns die Freiheit zur vertikalen Entwicklung. ...   ... Das Wunderbare am Schreiben ist das Alleinsein. Oder auch – und ganz besonders dieses: Das Wunderbare am Alleinsein ist, dass der Imperativ Zeit verschwindet und Inspiration in einen weiten, unbegrenzten Raum einströmt, in welchem sie beinahe formlos bleiben kann und möchte und nur auf starken Wunsch hin, fast widerstrebend, sich zu Bildern und fest umrissenen Gedanken figurieren lässt. Jetzt, mit einem guten Kaffee, gleitet der Schreiber in eine Nacht voller Wunder! In jenen Stunden, in denen selbst die Stadt schläft, sich ausruht von Erbarmungslosigkeit und Liebe, ist er hellwach und sich selbst so nah, wie dies sonst vielleicht nur hinter stillen Klostermauern möglich wäre. ...   ... Und noch eins: Wir sind zu dritt in dieser geheimnisvollen Nacht. Ein scheinbar stummer Zeuge sitzt im Hintergrund. Doch er hält alle Fäden in den Händen. Und er flüstert mir zu, so laut, dass meine eigenen Gedanken entschwinden. Er sei aus alter Zeit, aus ewiger Zeit, raunt er ...und: „Schreibe nur, was du in dir hörst.“ ...   ... Chassidische Geschichten, und davon sind diese hier nicht ausgenommen, sind Stolpersteine und wollen es bewusst sein. Sie sind nicht geschliffen, nicht verfeinert. Sie kommen ja nicht aus der Werkstatt eines Dichters oder Schriftstellers. Sie kommen aus der Werkstatt des Lebens selbst; der sie aufgeschrieben hat, hat sie tief aus dem Leben ausgegraben. Ihre Wurzeln, die ihnen diese Kraft und Eindringlichkeit verleihen, gründen in der Ursprünglichkeit der Existenz. Deshalb besitzen sie diese ungewohnte Rauheit und manchmal auch nackte Rohheit. Du sollst anecken beim Lesen, du sollst an manchen Worten und Sätzen hängen bleiben, dich reiben. Du sollst dich auch ärgern. Dir wird immer ein Spiegel vorgehalten, der nichts verschönt. Du wirst sie nicht beim ersten Lesen verstehen. Sie haben viele Ebenen. Es geht bei diesen Geschichten auch nicht um ein verstandesmäßiges Verstehen. Es geht nur um Transformation. Nicht die Geschichte sollst du verstehen, sondern dich selbst. Wer auch immer sie aufgezeichnet hat, Gottes Geist weht durch sie; du wirst in ihnen eine Antwort finden, keinen leicht hingesagten Trost. - Von einem Chassid hörte ich einst die Worte: „Der Mensch braucht Religion. Aber der Mensch trägt auch Religion bereits in sich. Denn in jedem Wesen ist eine unverbrüchliche Gebundenheit zu Gott angelegt. Die Aufgabe ist, diese Wahrheit freizulegen. Wir tun das über Gebet, Gesang, Tanz, Begeisterung, Fröhlichkeit und Lernen aus den heiligen Texten und den Geschichten unserer großen Zaddikim.“

 

 

Vertreten in den folgenden Bibliotheken:

 

The National Library of Israel

https://www.nli.org.il/en/books/NNL_ALEPH997013326027505171/NLI

 

Fachinformationsdienst „Jüdische Studien“ der Goethe Universität Frankfurt

https://portal.jewishstudies.de/Search/Results?lookfor=bhajan+noam%2C&type=allfields

 

Deutsche Nationalbibliothek Frankfurt und Leipzig

http://d-nb.info/993818099 

 

Badische Landes Bibliothek

https://rds-blb.ibs-bw.de/opac/RDSIndex/Search?lookfor=Bhajan+Noam%2C+Die+Nacht+mit+Elia&type=AllFields&limit=50&sort=relevance

 

Württembergische Landes Bibliothek

https://wlb.boss.bsz-bw.de/Search/Results?

lookfor=Bhajan+Noam&type=AllFields&hiddenFilters%5B%5D=show%3Aall&limit=20

 

Stadtarchiv von Villingen, Oneline-Katalog

https://swb.bsz-bw.de/DB=2.323/SET=1/TTL=11/SHW?FRST=12/PRS=HOL&HILN=888&ADI_LND=

 

Stadtbibliothek der Novalis-Stadt Freiberg/Sachsen
https://bibliothek-freiberg.de/search/#/?q=Bhajan+Noam&fuzzy=true&source=catalogue

 

Der Index Theologicus weist auf mein Buch hin

https://ixtheo.de/Record/1621118541

 

 

 

 Bhajan Noam in Prag, alter jüdischer Friedhof

 

Bhajan Noam in Prag, Altneu Synagoge

 

Über den Autor

 

Bhajan Noam, geb. 1950, studierte an der Kunsthochschule in Saarbrücken, arbeitete drei Jahre in Frankfurt am Theater und absolvierte im Anschluß ein fünfjähriges therapeutisches Studium am Prof. Middedorf Institut. Er arbeitet über 30 Jahre als Therapeut, freier Dozent und Autor. Seit frühester Jugend hat er sich mit allen bekannten Glaubensformen beschäftigt und einige davon mehrjährig praktiziert. Dabei erkannte er bald, dass allen Wegen in ihrer Essenz dieselbe Wahrheit zugrunde liegt. – Gegenseitiges Respektieren, der offene Austausch untereinander, eine Menge Humor, das wechselseitige Studium der anderen, fremden Tradition, die verantwortungsvolle Aufarbeitung der jeweils eigenen, inneren wie äußeren Geschichte sind für ihn unabdingbare Voraussetzungen für ein Zusammenwachsen zu einer solidarischen, friedlichen, also reflektions- und kompromissbereiten, erwachsenen Weltgemeinschaft. 

In seinem Buch „Die Nacht mit Elia“ zeigt er am Beispiel des Chassidismus einen dem Einzelnen möglichen spirituellen Entwicklungspfad auf. Zugleich breitet er vor dem Leser auch die ganze Vielfalt der Irrungen und Wirrungen auf den Feldern der Religionen aus. Doch immer wieder lenken klare Aussagen den Suchenden auf das Wesentliche zurück, ohne ihm das eigene Experimentieren zu nehmen, ja, er feuert geradezu dessen Spielfreude in diesem doch sonst als so ernst behandelten Lebensbereich an.  

 

 

 

 

 

 

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