Georg Huppert (Autorenname u. spiritueller Name Bhajan Noam)
Atemtherapeut/Atempädagoge (BEAM)
Mail: bhajan-noam@gmx.de
Tel.: 0160 - 30 24 929
Aus tiefer Dankbarkeit möchte ich hier an prominenter Stelle sagen: Was ich in meinen fünf Jahren (inkl. eigener Therapie waren es sieben Jahre) am Middendorf-Institut gelernt habe, bei Frau Prof. Ilse Middendorf selbst, bei Ihrer Schwiegertochter Veronika Langguth, ihrem Sohn Helge Langguth und bei Jadranka Marijan-Berendt, ist an Tiefe mit nichts zu vergleichen. Ich gönne jedem Menschen eine solche Ausbildung von Herzen. Und die Welt würde ganz anders aussehen.
"Die Atemarbeit nach Prof. Ilse Middendorf ist eine Ünungs- und Behandlungsweise, die man in ihrer Tiefe und Tragweite im Verlauf der gesamten Spanne seines Lebens allmählch und umfänglich erfahren darf."
Bhajan Noam
"Atemtherapie ist bildende Kunst am lebendigen Leib." - Ilse MIddendorf
AKTUELLE TERMINE:
11.-12.4. und 18.-19.4. 2026 Rosenheim, Paracelsus HP-Schule
Information u. Anmeldung:
https://www.paracelsus.de/seminare/d/3912728211042026
Bhajan Noam: Die Heilkraft des Atems – Atemkursleitung
25.-26.4. 2026 Ulm, Ulmkolleg Physiotherapieschule
Information u. Anmeldung:
https://ulmkolleg.net/Kursart/Spcltype/DetailedCourseGroup/SpclParam/Atem-%20und%20K%c3%b6rperarbeit%20nach%20Prof.%20Ilse%20Middendorf/
Bhajan Noam: Atem- und Körperarbeit nach Prof. Ilse Middendorf
8.-10.5. 2026 Kassel, Paracelsus HP-Schule
Information u. Anmeldung:
https://www.paracelsus.de/seminare/d/3937993508052026
Bhajan Noam: Atemschule – Atem, Körper, Kommunikation
"Der Himmel über uns,
die Erde unter uns
und in allem Gottes Atem."
Bhajan Noam
Bhajan Noam
Atemtherapeut und Atempädagoge seit über 30 Jahren, Dozent, Yogalehrer, Heiler (DGH-Mitglied), Buchautor, Kolumnist, Dichter und
Mystiker.
Mitglied im BEAM, Bundesvereinigung der
Atemtherapeuten/Atempädagogen des Erfahrbaren Atems nach Prof. Ilse Middendorf
atem-beam.de
Atem-Einzelsitzungen
Einzelsitzungen auf Anfrage
Preis: 90,-€ (60 Min.)
Telefon: 0160 - 30 24 929
Mail: bhajan-noam@gmx.de
Ilse Middendorf "Der Erfahrbare Atem" (aus einem Video bei 3Sat) ca. 4:00 Min.
Bhajan Noam im Gespräch mit Bettina Flossmann:
Deinen Lebensfunken entdecken ca. 32:30 Min.
Atem-Einführungsseminare (Wochenende)
Atem ist Leben! Bei der Atemtherapie handelt es sich grundlegend um eine ganzheitliche Methode, die den Menschen mit allen seinen vergangenen und gegenwärtigen Lebensumständen und -erfahrungen, körperlichen und psychischen Problemen und Beschwerden annimmt und durch seine Prozesse hindurch begleitet. Sie nimmt ihm dabei nicht die Eigenverantwortung ab, wenn nötig führt sie ihn sanft aber entschieden zurück in seine Selbständigkeit, in ein starkes und autarkes und rückgebundenes Leben. Möge es so sein!
Das Seminar ist für alle, die sich in ihrem Atem und ihrer ursprünglichen Lebendigkeit tiefer erfahren wollen.
Themenübersicht des Atemtherapie-Basis Seminars
Atem-Weiterbildungsseminar (7 Tage), Vertiefungsseminar (7 Tage)
Themenübersicht zur Atemtherapie Weiterbildung und Vertiefung
- Theoretisches zum Atem
- Atemphysiologie
- Atempsychologie
- Klientengespräch
- Wie sorge ich als Behandler optimal für mich selbst, meine Haltung, meine Kraft, meine Präsenz
- Übungen zur Ausprägung eines Empfimdungsbewusstseins für den Atem und den Körper
- Atemmassagen für alle Körpersysteme unter Anleitung und Supervision
- Grifftechniken für Rücken, Brust, Bauch, Nacken, Kopf, Arme, Hände, Beine, Füße
- Achtsame Atemlenkung
- Atemübungen zu den Themen: Körperwahrnehmung, Durchlässigkeit, Beweglichkeit, Weite, Haltung und Aufrichtung, Stand,
Bodenkontakt und Erdung, Lebensenergie anreichern, Harmonisierung, Blockaden auflösen, Organ-Atem, Körperräume
- Bewegung aus dem Atem
- Erstellung begleitender Übungsprogramme für Klienten
- Atemmeditation
TERMINE WERDEN HIER BEKANNT GEGEBEN.
ATEMTHERAPIE - Weiterbildung
Den Atem natürlich kommen zu lassen wurde von Ilse Middendorf an die erste Stelle gesetzt. Sie unterschied damit den „Erfahrbaren Atem“ von Beginn an von Methoden, die ihn willentlich verwenden oder ihn im Unbewussten belassen. Was damit gemeint ist, lässt sich am besten mit den Worten verdeutlichen: „Ich lasse meinen Atem kommen, lasse ihn gehen und warte, bis er von selbst wiederkommt. - und bin zugleich dabei bewusst in mir anwesend“
Im therapeutischen Umgang mit dem Atem unterscheiden man zwischen:
a) der diagnostisch- therapeutischen Arbeitsweise
b) der salutogenetischen Arbeitsweise
Die Atemtherapie nach Middendorf® ist - sowohl im therapeutischen, als auch im pädagogischen Umgang - eine salutogenetische Weise, mit dem Atem umzugehen. Der Begriff leitet sich vom lateinischen „salus“= gesund, in Ordnung, heil, gerettet, sicher, erlöst und vom griechischen „Genese“ = Entstehung ab. Der Atem stärkt das Gesunde, wodurch das „Kranke“ an Kraft und Einfluss verliert. Der Atem wendet sich an jene Bereiche des Körpers, die dem Übenden bereits bewusster geworden sind, um von hier aus die ihm unbewussteren zu erschließen.
Hier steht die Entwicklung bestimmter Fähigkeiten im Vordergrund. Vor allem geht es dabei um die Entwicklung und Bewusstwerdung dessen, was wir Empfindungen nennen (die wir von Gefühlen unterscheiden). Empfindungen beruhen auf der wahrnehmenden Funktion des Nervensystems. Gefühle sind die Bewertungen dessen, was empfunden wird.
Wird der Atem zugelassen, wächst ein Empfindungsbewusstsein, das den Körper zu immer mehr spürbarem Leben erweckt. Der Körper wird so zum ganzheitlich erfahrbaren Leib. Mit der Erfahrung der Klienten, den Atem kommen zu lassen und empfinden zu können, wachsen die Fähigkeiten, sich zu sammeln und dem Atem - in Balance zwischen Hingabe und Achtsamkeit - immer mehr die Führung überlassen zu können.
Damit steigern sich die „Atemfähigkeit“, d. h. die Fähigkeit, den Atem zuzulassen und wahrzunehmen, die „Empfindungsfähigkeit“ und die „Sammlungsfähigkeit“, und mit diesen die Fähigkeit, „anwesend“ zu sein. Gleichzeitig wächst bei diesem Prozess das, was wir mit „Durchlässigkeit“ für die Atembewegung bezeichnen und es ändert sich die „Haltung“ des Menschen, sowohl die seines Körpers als auch die bezüglich seiner Sicht auf eventuell vorhandene Probleme, Störungen oder Krankheiten.
Der oben beschriebene Atem-Bewusstseinsprozess ist somit keine „Therapie“ im üblichen Sinne, bewirkt aber dennoch häufig die Heilung von Störungen und Krankheiten, weshalb wir im Erfahrbaren Atem sagen, dass die Heilung von Krankheiten „nebenbei“ erfolgt.
Ziel und Auswirkungen der Atemtherapie
Ziel der Atemtherapie Middendorf® ist es, den Klienten ein „Leitseil“ (Ilse Middendorf) an die Hand zu geben, damit sich das Bewusstsein über Atemerfahrungen – und nicht über Denken und Diagnostizieren – auf verschiedenen Ebenen ausweiten kann.
Positive Kräfte werden geweckt oder gestärkt - beispielsweise Selbstheilungskräfte. Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen (auch für die eigene Gesundheit) nimmt deutlich zu. Ebenso wächst die Freude am Leben. Der eigene Ausdruck in Kreativität und Intuition wird bedeutend. All das geschieht durch eine immer dichter werdende Vernetzung und gegenseitige Förderung von Atem, Bewusstsein und den oben genannten Fähigkeiten. Am „Leitseil des Atems“ finden und gestalten KlientInnen ihren eigenen individuellen Weg. Dabei ist es nicht die Aufgabe der „AtemtherapeutInnen Middendorf®“, den KlientInnen auf deren verschiedenen Wegen psychologisch, psychotherapeutisch oder spirituell „zu helfen“, da es der Atem selbst ist, der führt und „Antworten“ gibt.
Die absolut präsente, vorwiegend nonverbale Begleitung eines erfahrenen Atemtherapeuten unterstützt den Menschen, zum Wesentlichen zu finden: Zum eigenen Atem und eigenen Atemrhythmus. (Text: Middendorf-Institut)
Zwei Einstimmende Übungen:
Freies Dehnen mit dem Atem Großer Körperkreis
Ganzheitlich anregende und harmonisierende Übung "Der Lebensbaum"
Behandlungssequenzen (siehe auch das Video "Atemtherapeutische Sequenzen")
Bhajan Noam: ATEMTHERAPEUTISCHE SEQUENZEN (in Stille) ca. 8:10 Min.
Bhajan Noam: EINE EINLEITENDE ATEMMASSAGE ca. 16:50 Min.
Bhajan Noam: EIN ATEMTHERAPEUT SPRICHT ca. 17:30 Min.
Bhajan Noam: DER ATEM KOMMT VON GOTT ca. 4:40 Min.
Bhajan Noam: YOGA und ATMEN - Antwort auf eine Frage ca. 13:10 Min.
Bhajan Noam: Ein kleiner Atemvortrag mit Übungen zur Lockerung und Erdung 25 Min.
Der Ton ist leider nicht ganz so gut.
Prof. Ilse Middendorf in "3 nach 9" ca. 12:00 Min.
Prof. Ilse Middendorf (1910-2009) in ihrem Institut in Berlin ca. 4:00 Min.
Der Erfahrbare Atem nach Prof. Ilse Middendorf
(Text: Middendorf-Institut)
„Am Leitseil des Atems“ (Ilse Middendorf) erfahren Sie Unterstützung, wenn Sie…
- gestresst sind und sich nach innerer Kraft und Ruhe sehnen, die auch in Beruf und Alltag Bestand hat,
- Ihre Gesundheit stabilisieren möchten,
- sich und Ihren Körper empfindungsbewusster, durchlässiger und lebendiger erfahren wollen,
- den Eutonus (= optimales Gleichgewichtzwischen Über- und Unterspannung) erleben möchten,
- den eigenen Atem- (Lebens)-Rhythmus, das eigene Maß finden wollen,
- den Wunsch haben, sich selbst zu erfahren und zu entwickeln,
- Ihre Kreativität wieder entdecken und leben möchten,
- neue Wege gehen und sich auf Veränderungen einlassen wollen,
- Selbstverantwortung anstreben,
- Ihre empathischen Fähigkeiten vertiefen möchten,
- Gespräche aufmerksamer, einfühlsamer und klarer führen möchten,
- sich spirituellen Dimensionen, Seins- und Sinnfragen öffnen wollen.
Mögliche Formen des Umgangs mit dem Atem
Wir unterscheiden drei Möglichkeiten, mit dem Atem zu arbeiten:
ihn willentlich einzusetzen
ihn im Unbewussten zu belassen
ihn kommen zu lassen, ihn zuzulassen und bewusst dabei wahrzunehmen.
Den Atem „kommen zu lassen“ wurde von Ilse Middendorf als das wichtigste Element der Methode bezeichnet. Sie unterschied damit den „Erfahrbaren Atem“ von Beginn an von Methoden, die ihn willentlich verwenden oder ihn im Unbewussten belassen. Was damit gemeint ist, hat Ilse Middendorf in folgendem Satz zusammen gefasst: „Ich lasse meinen Atem kommen, lasse ihn gehen und warte, bis er von selbst wiederkommt.“
„Atemtherapie Middendorf®“ ist eine salutogenetische Weise, mit dem Atem umzugehen. Der Begriff leitet sich vom
lateinischen „salus“= gesund, in Ordnung, heil, gerettet, sicher, erlöst und vom griechischen „Genese“ = Entstehung ab. Der Atem stärkt das Gesunde, wodurch das „Kranke“ an Kraft und Einfluss
verliert. Der Atem wendet sich an jene Teile oder Gegenden des Körpers, die dem Übenden bereits bewusster geworden sind, um so die ihm unbewussteren zu erschließen.
Im pädagogischen Umgang mit dem Erfahrbaren Atem steht die Entwicklung bestimmter Fähigkeiten im Vordergrund. Vor allem geht es dabei um die Entwicklung und Bewusstwerdung dessen, was wir Empfindungen nennen (die wir von Gefühlen unterscheiden) und nicht um die kognitive Bewusstwerdung. Empfindungen beruhen auf der wahrnehmenden Funktion des Nervensystems. Gefühle sind die Bewertungen dessen, was vorher empfunden wurde.
Ist der Atem zugelassen, wächst ein Empfindungsbewusstsein, das den Körpers zu immer mehr spürbarem Leben erweckt. Der Körper wird so zum ganzheitlich erfahrbaren Leib.
Mit der Erfahrung der KlientInnen, den Atem kommen zu lassen und empfinden zu können, wachsen die Fähigkeiten, sich zu sammeln und dem Atem – in Balance zwischen Hingabe und Achtsamkeit – immer mehr die Führung überlassen zu können. Damit steigern sich:
die „Atemfähigkeit“,
die „Empfindungsfähigkeit“ und
die „Sammlungsfähigkeit“,
und mit diesen die Fähigkeit, „anwesend“ zu sein. Gleichzeitig wächst bei diesem Prozess das, was wir mit „Durchlässigkeit“ für die Atembewegung bezeichnen und es
ändert sich die „Haltung“ des Menschen, sowohl die seines Körpers als auch die bezüglich seiner Sicht auf vorhandene Probleme, Störungen und Krankheiten.
Der oben beschriebene Atem-Bewusstseinsprozess ist also keine „Therapie“ im üblichen Sinn, bewirkt aber dennoch häufig die Heilung von Störungen und Krankheiten, weshalb wir im Erfahrbaren Atem sagen, die Heilung von Krankheiten erfolge „nebenbei“.
Die Heilkraft des Atems – von der alle bekannten Hochkulturen wussten – bezeugt sich darin, dass der Atem (wie keine andere Körperfunktion) auf das Engste mit allen physischen und psychischen Vorgängen im Menschen vernetzt ist:
- mechanisch besteht eine Wechselwirkung zwischen Atembewegung und zahlreichen Körperorganen und deren
Funktionen;
- kreislaufdynamisch hängt die Atembewegung eng mit der Herzfunktion und dem Körper- und
Lungenkreislauf zusammen;
- chemisch wird über die Atmung die Sauerstoffversorgung, der Kohlendioxidspiegel, die Ionenkonzentration
und damit die gesamte Stoffwechsellage beeinflusst;
- nervös-reflektorisch wirkt sich die Atmung auf die Organe und deren Funktionen über nervliche
Verflechtungen aus;
- zentral-nervös besteht ein tiefgreifender Einfluss der Organmotorik, vor allem der Atem-Motorik, auf die
Großhirn- und Bewusstseinsvorgänge des Menschen und damit auf sein Empfindungs- und Gefühlsleben.
In der Formatio Reticularis, einem komplex vernetzten Zentrum in der Tiefe des Stammhirns, strömen alle Informationen zusammen, die im Körper bzw. Gehirn entstehen. Jeder kleinste Reiz, von außen oder innen kommend, verändert die Art und Weise zu atmen, was vom Klienten differenziert erlebt und empfunden werden kann.
(Text: Middendorf-Institut)
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Eine Liste der Atemtherapeuten nach Prof. Middendorf in D, A und CH:
https://www.erfahrbarer-atem.de/atemtherapeuten
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"Der Erfahrbare Atem"ist eine Einführung in Theorie und Praxis der von der Autorin in jahrzehntelanger Arbeit entwickelten Methoden der Atemtherapie und Atempflege. Das Buch wendet sich an therapeutische und pädagogische Fachleute ebenso wie an Laien, die für sich selbst einen neuen Zugang zum Atemgeschehen gewinnen wollen. Den Atem kommen lassen, gehen lassen und warten, bis er von selbst wiederkommt, heißt, die unbewußte Atemfunktion in ihren Gesetzen wahrzunehmen und zu erfahren. Daraus ergibt sich unmittelbare, ursprüngliche Bewegung, ein Anschluß an die menschliche Ganzheit und die Möglichkeit, sich selbst kennenzulernen und zu erfahren. Im Atem entsteht allmählich "Substanz"und Qualität, die zur Personwerdung beiträgt. Durch Dehnung, Druckpunktarbeit und Vokalraumbildung entstehen Bewegungen aus dem Atem, in denen urrhythmisches Geschehen und Kreativität umschlossen sind. Zwischen dem vom Willen geführten Atem und der unbewußten Atmungsfunktion entsteht uns der Erfahrbare Atem, der durch Sammeln, Empfinden und Atmen das Zusammenschließen von Leib-Seele-Geist möglich macht. Er führt uns in ein erweitertes Bewußtsein und zur Selbsterfahrung.
Bhajan Noam: ATEM AKTIVIERENDE GRIFFE AN DEN FÜSSEN ca. 32 Min.
Ein Beispiel-Lehrvideo für Schüler meiner Atemseminare
Auf Youtube können die Griffe einzeln angeschaut werden
https://www.youtube.com/watch?v=pStcDd-im10&t=42s
Probandin: meine Assistentin Silke
© Video: Bhajan Noam
"Aus dem Leben für das Leben" - Meine Bücher. Mehr dazu: HIER
Das Wunder Atem
Text: Bhajan Noam
Meine Kolumne im Magazin YOGA Aktuell
„Kabir spricht: Sag mir, was ist Gott?
Er ist der Atem innerhalb des Atems.
Kabir spricht: Oh Freund,
Gott ist der Atem allen Atems.“
Wer den Atem in seiner ganzen Tiefe erfährt und versteht, der weiß und kann es mit seinem eigenen Leben bezeugen, dass der Atem nichts als
pure Heilkraft ist. Ich bin seit über 30 Jahren atemtherapeutisch tätig. Meine Ausbildung zum Atemtherapeuten und Atempädagogen ging über ein Studium von fünf Jahren und war neben allem Lernen und
Erspüren selbstredend auch eine Therapie für mich. Anhand von einwenig Anatomie- und Physiologiewissen gepaart mit philosophischen Betrachtungen möchte ich hier das Wunder des Atems, das uns Menschen
in jedem Augenblick begleitet, mit meinen bescheidenen Worten ehren.
Die reine Grundfunktion der Lunge besteht darin, Sauerstoff ins Blut zu transportieren und Kohlendioxid abzuführen. Je mehr Sauerstoff die
Zellen erhalten, desto förderlicher ist es für unsere körperliche und geistige Gesundheit. Der bewusste Mensch spürt darüber hinaus, dass mit jedem Einatem dem beseelten Leib neues Leben und
kosmische Energie eingehaucht wird. Jedes Ausatmen ist ein Reinigungs- und Entgiftungsprozess, wie auch ein Angebot zu allgemeiner Entspannung.
Stress, Konflikte und Anspannung beeinflussen die Atmung auf negative Weise, sie wird dadurch schnell und flach. Bei einem entspannten Geist
hingegen ist sie rhythmisch und langsam. Ein ruhiger, tiefer Atem sorgt für entspannte Muskeln, eine harmonische Organtätigkeit, eine gute Durchblutung, eine Reinigung über die Atemwege wie auch über
das Lymphsystem, einen gesunden Wärmehaushalt, klares Denken und ein heiteres Gemüt. In der Atemruhe zwischen Aus- und Einatmung wird das parasympathische Nervensystem aktiviert, das ausgleichend und
beruhigend auf alle Funktionen wirkt.
Nach der ayurvedischen und chinesischen Wissenschaft ist unser Atem der Träger von Prana oder Qi, der Träger der Lebensenergie. Ohne den
Atem, ohne die in ihm enthaltene Energie und ohne den Sauerstoff gäbe es uns gar nicht. Unser Körper wäre ein lebloses Ding. Ein uralter Sinnspruch besagt, dass Gott jedem Menschen mit seiner Geburt
nicht eine bestimmte Anzahl an Lebensjahren schenkte, sondern ihm eine gewisse Zahl an Atemzügen zudachte. Deswegen atmet der Yogi langsam und voller Ehrfurcht.
Die Atmung ist die einzige Funktion im menschlichen Körper, die selbsttätig geschieht und die wir ebenso willentlich steuern können. Wie
Goethe aber bereits erkannte, wird die Atemluft nicht aktiv von uns eingesaugt, sondern vom Druck der Atmosphäre, von der liebenden Aura von Mutter Erde, in den Körper transferiert. Das heißt, wir
brauchen den Atem einfach nur zuzulassen – wie wir auch das Leben entspannt geschehen lassen dürfen. Unsere einzige Aufgabe ist, immer bewusster zu werden und mit wachen Sinnen sowohl uns selbst wie
die Welt wahrzunehmen und in ihr mit Dankbarkeit und freundlicher Gesinnung zu wandeln.
Patanjali schrieb sinngemäß: „Pranayama wandelt ein unbewusstes negatives Atemmuster in ein bewusstes und förderliches Atemmuster“.
Pranayama ist der Weg vom Nichtwissen zum Wissen, von der Naturferne zur Natürlichkeit, aus der Kraftlosigkeit hin zur Selbstermächtigung.
Der Atem ist Seele und göttlicher Funke. Atman, die Seele, das Göttliche, ist das gleiche Wort wie Atem, es hat den selben Ursprung. Und
deshalb ist Atem gleich Leben.
Mit dem ersten Einatem treten wir ein in diese Welt. Und mit dem letzten Ausatem verlassen wir sie wieder. In der kurzen oder langen Zeit
dazwischen trägt uns der Atem durch dieses irdische Leben. Verstehen wir seine Kraft zu empfangen, ist eine Leichtigkeit in uns, eine Verspieltheit, ein Tanzen. Verstehen wir es nicht, bleiben wir
unbewusst in einer Dumpfheit – und Schwere bestimmt unser Dasein.
„Dreifach ist der Rhythmus des Lebens: Nehmend, gebend, selbstversunken. Einatmend nehme ich die Welt in mir auf. Ausatmend gebe der Welt
ich mich hin. Leergeworden lebe ich mich selbst - Lebe entselbstet und öffne mich neu.“ Lama Anagarika Govinda
Die Reise des Atems durch den Körper beginnt und endet in der Nase, durch welche der Atem ein- und ausströmt und die für sich genommen schon eine Wunderwerk der Schöpfung ist. Nasenhöhle und Rachen bilden die oberen Luftwege. Die unteren Luftwege bestehen aus dem Kehlkopf mit Kehldeckel und Stimmritze, der Luftröhre, den Bronchien und Bronchiolen und den Lungenbläschen, den Alveolen.
Die Luftwege verzweigen sich in gleicher Gestalt wie die Äste und Zweige eines Baumes. Und die letzten sieben Verzweigungen tragen die
Lungenbläschen, wie der Baum Blätter, und dienen wie diese dem Austausch von Sauerstoff, Kohlendioxyd und den feinstofflichen Energien. Alle vorgelagerten Luftwege dienen der Zuleitung, Verteilung,
Anfeuchtung, Anwärmung und Reinigung der Atemluft.
Eingeatmete Luft gelangt durch die vorderen Nasenlöcher und den Nasenvorhof in die eigentliche Nasenhöhle und verlässt diese durch die
hinteren Nasenlöcher in den Rachenraum. Die Nasenhöhle grenzt an Gaumen, Nasennebenhöhlen und die Schädelbasis. Der gesamte Raum der Nasenhöhle ist mit Schleimhaut ausgekleidet. Bezeichnend für die
Nasenschleimhaut ist ein vielreihiges Epithel, das dicht mit Flimmerhaaren besetzt ist. Im Bindegewebe unterhalb des Epithels ist ein ausgedehntes Drüsengewebe das den Nasenschleim absondert, der die
Atemluft anfeuchtet. In der oberflächlichen Schleimschicht, wie zuvor schon in der Nasenbehaarung, bleiben eingeatmete Fremdkörper hängen. Sie werden durch Wellenbewegungen der Flimmerhaare in
Richtung Rachen transportiert. Die stark durchblutete Schleimhaut gibt ihre Wärme an die vorbeiströmende Luft ab wie eine Art Durchlauferhitzer. Jeder hat es schon mal gespürt: Atmen wir im Winter
durch die Nase ein, ist die Luft warm, atmen wir dagegen durch den Mund ein, kommt die äußere Kälte mit dem Atem in unsere Lungen.
Die eingeatmete Luft wird in den Nasenhöhlen durch deren Ausprägung in ein spiralförmiges Fließen gebracht, dass sich durch die Bronchien
und Bronchiolen fortsetzt bis hin zu den stark durchbluteten Alveolen. Diese Bewegung begünstigt eine bessere Aufnahme und Ausnutzung des Atems und stellt zugleich eine Dynamisierung dar, die das
Energiepotential des Atems erhöht. – Alles lebendige, bis hin zu den großen Galaxien im All, weist diese Form auf.
„Wie die Speichen eines Rades eingefügt sind in die Nabe, so ist in den lebendigen Atem alles eingefügt. Das Leben geht vonstatten durch
die Kraft des Atems.“ Upanishaden
Eng verbunden mit der Nase ist unser Geruchssinn, der mannigfache Aufgaben in unserem körperlichen und seelisch-geistigen Sein erfüllt. Er kann uns locken, er kann uns warnen, er kann unsere Verdauung anregen, unser sexuelles Verhalten bestimmen, er kann uns ein Wohlgefühl vermitteln, genau wie ein Unwohlsein. Wir können jemand riechen oder ihn nicht riechen, was Sympathie oder Antipathie gegenüber dem anderen bedeutet. Gerüche von Kräutern und ätherischen Ölen werden seit Menschengedenken zu Heilzwecken eingesetzt. Ihre Wirkung kann körperliche wie psychische Veränderungen hervorrufen. Für religiöse Zwecke werden wohlduftende Räucherungen genutzt. Sie bringen uns in eine innige Stimmung der Andacht und erheben unsere Seele.
Der Atem ist das heiligste Geschehen im Menschen, denn er verbindet ihn unmittelbar mit Gott. Wer den Atem bewusst erfährt, der weiß, dass
er immer versorgt ist. Er ist mit der höchsten Quelle verbunden. Aus diesem Grund empfand ich es einst als Ritterschlag, als ich am Ateminstitut von Ilse Middendorf angenommen wurde. Ich wusste: ab
jetzt beschreite ich einen goldenen Pfad, der nicht ohne Stolpersteine sein wird, aber der mich immer wieder halten und auffangen wird und den ich nie mehr verlassen werde.
Da der Atem das Heiligste ist, das wir empfangen dürfen, sollte auch die Luft, das Reinste sein, das wir atmen. Wie auch das Wasser und die
Speisen, die Gedanken und die Worte, die uns nähren sollten und nicht schädigen.
„Wenn der Atem fein ist, ist das Herz fein; denn jede Bewegung der Atemkraft wirkt auf das Herz.“ Lü-Dsi
© 2021 Text: Bhajan Noam (meine Kolumne im Magazin YOGA Aktuell)
Opfer werden zu Tätern
Ich weiß nicht, wann der Irrsinn begonnen hat, dass Menschen schon bei der Geburt, in ihren ersten Lebensaugenblicken, geschädigt werden. Tatsache ist aber, dass die zu frühe Durchtrennen der Nabelschnur, die allgemeine Praxis ist, jedes Kind für sein ganzes Leben schwächt und schädigt.
Und diese in ihrer Kindheit geschwächten und geschädigten Menschen führen die Tradition zwanghaft weiter bei ihren eigenen Kindern und Kindeskindern. Opfer werden fast immer zu Tätern.
Wir reden hier von Fakten!
Der Nabel (etymologischer Ursprung ist „Nabe“, der Mittelteil des Rades, durch das die Achse geht), entsteht nach der Abnabelung und ist eine Vertiefung in der Bauchmitte. Er ist die Stelle, an der beim Embryo während der Schwangerschaft die Nabelschnur mit der Plazenta verbunden ist und die für das Leben und Wachstum notwendigen Stoffe mit dem Blutkreislauf der Mutter austauscht. Nach der Geburt und dem Durchtrennen der Nabelschnur verwächst der Bauchnabel und verschließt sich. Er ist eine Narbe, da es sich bei der Nabelschnur um Gewebe des Embryos handelt.
Bei einer natürlichen Geburt darf die Nabelschnur in Ruhe auspulsieren. Das kann 20 bis 30 Minuten dauern. Dabei liegt das Baby entspannt auf dem Bauch der Mutter, beide berühren und begrüßen sich. So kommt ein Kind entspannt und gesund in diese Welt.
Beim traditionellen Durchtrennen der Nabelschnur gibt es graduelle und kulturelle Unterschiede:
1) Man führt das Durchtrennen nach dem Auspulsieren und noch vor der Geburt der Plazenta durch;
2) irgendwann nach der Geburt der Plazenta;
3) nach dem Eintrocknen der Nabelschnur (dauert 1-2 Tage);
4) gar nicht: es wird gewartet, bis der Nabel abheilt und die Nabelschnur von allein abfällt (das ist die sogenannte Lotusgeburt, es kann bis zu 10 Tage dauern).
Während die Nabelschnur noch pulsiert, geschehen folgende Prozesse: Das Baby erhält 30 % mehr Blut (in seinem Köper befinden sich nur 300ml). Mit diesem Blut aus Nabelschnur und Plazenta erhält es den ihm zustehenden Gehalt an roten Blutkörperchen, Eisen, Sauerstoff, Stammzellen und wichtigen Immunstoffen.
Bei einem frühzeitigen oder sofortigen Durchtrennen der Nabelschnur, was in der westlichen Medizin „normal“ ist (in der Regel nach ca. 3 Minuten), passieren drei Dinge:
1) Ausreichend Blut und oben genannte grundlegende Stoffe fehlen dem Kind zu seiner gesunden Entwicklung.
2) Die Nabelschnur versorgt das Kind weiterhin über das Blut aus der Placenta mit Sauerstoff, es kann das Atmen langsam „üben“. Bei einer sofortigen Durchtrennung ist es gezwungen, plötzlich und gewaltsam tief einzuatmen. Der erste Sauerstoff in den noch zarten Lungenbläschen wirkt wie Feuer. Es schmerzt, deswegen schreit das Kind. Ist der erste Atemzug mit einer solch negativen Erfahrung belastet, kann sich das tiefgreifend auf das ganze Leben des Menschen auswirken. Die meisten Menschen atmen flach – und leben auch ebenso flach. Sie schöpfen weder die volle Tiefe des Atems noch die des Lebens für sich aus. Es ist dieser unbewusste erste Schock, der im Energie- und Nervensystem, in muskulären Strukturen und im Emotionalkörper verborgen sie unentwegt begleitet.
3) Die noch pulsierende Nabelschnur ist lebendiges Gewebe. Wird dieses durchschnitten, reagiert der Körper wie bei einem Angriff mit reflektorischem Anspannen der Muskulatur, um sich zu schützen. Das betrifft die Muskeln und das Gewebe um den Nabel herum. Diese Spannung geht tief und löst sich nur selten wieder von alleine auf. Das heißt, dass diese Menschen sie ein Leben lang mit sich tragen. Um den Nabel herum befindet sich der in Japan so bezeichnete „Dantian“. Alle wichtigen Organe sind mit diesem Gebiet reflektorisch verbunden. Ist also der Nabelbereich entspannt, arbeiten die Organe gesund; ist er hingegen angespannt, wirkt sich das auf Dauer negativ auf die Funktion der Organe aus.
Das hier Gesagte heißt runtergebrochen auf einen Satz: Das vorzeitige Durchtrennen der Nabelschnur ist ein Gesamtangriff auf dieses kleine Wesen, seinen Körper, seine Psyche und sein ganzes weiteres Leben.
Diese Sätze predige ich und einige andere schon seit Jahrzehnten. Ich hoffe immer noch, dass sie irgendwann in einer breiteren Öffentlichkeit ankommen und ernst genommen werden.
Erasmus Darwin schrieb bereits im Jahre 1801: „Eine weitere sehr schädliche Praxis ist das zu frühe Abbinden und Durchtrennen der Nabelschnur; diese sollte immer intakt bleiben, nicht nur bis das Kind gleichmäßig atmet, sondern auch bis jede Pulsation der Nabelschnur aufhört. Ansonsten ist das Kind viel schwächer als es sein sollte, ein Anteil Blut verbleibt in der Plazenta, die eigentlich im Kind sein sollte.“
Ähnliches verbreitete der verdienstvolle französische Arzt Frederik Lebojer, der in den 1970er Jahren seine Bücher schrieb, nachdem er bei Indienaufenthalten das natürliche Gebären bei den Inderinnen erlebt hatte. Ihm im Besonderen verdanke ich, dass alle meine Kinder Hausgeburten sind und auf sanfte und natürliche Weise in diese Welt geführt wurden.
© 2021 Text: Bhajan Noam
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Atem ist Leben
Durchlässigkeit gepaart mit Empfindungsfähigkeit -
das große Thema der Atemtherapie
Durchlässigkeit bedeutet:
1) Entspannte Muskulatur
2) Keine Verklebungen im Gewebe
3) Gute Nervenimpulse
4) Der Atem erreicht uns in Form
- seiner feinen Bewegung (Ein- und Ausatmung)
- von vermehrtem Sauerstoff in den Zellen und Abtransport von Stickstoff
- von vermehrtem Energiefluss im gesamten Körper
5) Wir spüren den Körper deutlicher und immer mehr ganzheitlich, d.h. nicht nur einzelne Bereiche sondern auch
die inneren Verbindungen
6) Eine Auflösung von mentalen und emotionalen Verhaftungen
Zu 1) Eine entspannte der Muskulatur erreichen wir:
- durch Dehnungs- und Lockerungsübungen
- indem wir folgende Gesetzmäßigkeiten beachten:
Die Auflösung von muskulären Spannungen verläuft entlang der Muskelketten, quasi der Schwerkraft folgend, abwärts gerichtet. (Das bedeutet, wenn die Beine und der untere Rücken z.B. nicht frei sind, baut sich Spannungen wieder nach oben hin auf.)
- durch Übungen, die uns erden, die den Schwerpunkt wieder nach unten verlagern
- durch Übungen, die den Gleichgewichtssinn fördern (Ein schlecht
ausgeprägter
Gleichgewichtssinn führt zu Unsicherheit und damit zu „Schutzspannungen“.)
- durch Bewusstmachung vorhandener Spannungen
Spannungen, die uns nicht bewusst sind, können wir nicht auflösen, dennoch sind sie vorhanden und beeinträchtigen unser Lebensgefühl.
Zu 2) Verklebungen im Gewebe lösen wir auf durch:
- Dehnungsübungen, die länger gehalten werden (besonders Diagonaldehnungen)
- vertieften, gehaltenen Atem (Kumbhaka) - gehaltene Dehnung und vertieften, gehaltenen Atem in
Kombination (potenzierte Wirkung)
- Lockerung und Entspannung der Muskulatur
- eine Verbesserung der Durchblutung im Gewebe
Zu 3) Eine Verbesserung der Nervenaktivität erreichen wir durch:
(hier greift jetzt eins andere)
- Auflösung von muskulären Spannungen
- Auflösung von Verklebungen im Gewebe
- Lockerung der Gelenke
- Entspannung und Neuaufrichtung der Wirbelsäule
Die Wirbelsäule ist unser zentrales Organ, von ihr gehen alle Nerven aus, die motorischen Nerven, die Nerven für die Organe und die sensiblen Nerven.
- neue Nervenvernetzungen im Gehirn über ein erweitertes Bewusstsein, bewusst gemachte Bewegungen,
bewusst gemachten Atem, generell durch ein feineres Hinstürzen in den Köper.
Zu 4) Eine Verbesserung der Atemfunktion erreichen wir durch:
- Lockerheit in der gesamten Muskulatur und in den Geweben
- Bewusstmachung des Atemgeschehens
- inneres Zulassen des Atems
- Wertschätzung des Atems als unseren Lebensodem (ohne Atem kein Leben)
Zu 5) Vermehrtes Spüren des eigenen Köpers und seiner Funktionen, insbesondere des Atems, erwerben
wir uns durch:
- Übungen, während derer wir in die Bereiche hineinfühlen
- bewusstes Atmen und Wahrnehmung der feinen Wirkungen des Atems und des Energieflusses
- letztlich auch hier: Wertschätzung unseres Körpers und was er unablässig für uns in jedem Augenblick leistet
Zu 6) Die Auflösung von mentalen und emotionalen Verhaftungen erreichen wir durch:
- ein in jeder Situation immer wieder erneutes Anbinden an den Atem
- Vertrauen auf die bewusstseinserweiternde Kraft und Wirkung des Atems
- das Erlernen eines gelassenen Beobachtens - Zentrierung im Köper wie im Geist
Durchlässigkeit und Empfindungsfähigkeit greifen an der Nahtstelle des aktiven Bewusstmachens und allmählich wachsenden Bewusstwerdens ineinander.
Aus Vorausgenanntem ergeben sich die Übungsthemen:
- Lockerung (von Muskeln, Gelenken, Membranen)
- Erdung / Verwurzelung
- Gleichgewichtsinn
- Haltung / Aufrichtung
- Köperbewusstsein / Atembewusstsein
- Innere Verbindungen wahrnehmen und evtl. mit unserem Bewusstsein wieder herstellen (einzelne Körperteile
sind nicht isoliert sondern reagieren auf einander)
- Zulassen des Atems und Vertrauen in die Kraft des Atem
- Ein immer feineres Spüren des Atems, des eigenen Körpers und all seiner
Belange
Im weiteren Verlauf kommen wir zu den essentiellen Lebensthemen.
Der Atem und die essentiellen Lebensthemen
- Wer bin ich?
- Was ist meine Aufgabe in diesem Leben?
- Selbstwertschätzung
- Abgrenzung (im positiven Sinn: Das bin ich und das bist du)
- Mit allen Sinnen im Hier und Jetzt sein
Zu den Antworten kann uns auf seine schlichte und gerade deshalb so wirkungsvolle Art der Atem leiten. Ein Beispiel: Wir können nur in diesem Augenblick atmen und auch nur einen Atemzug gleichzeitig. Wir atmen nicht gestern und auch nicht morgen (obwohl wir das bestimm tun werden) – sondern immer nur jetzt und jetzt und jetzt ... Wie der Atem so ist auch das Leben nur jetzt – und nicht irgendwann. Irgendwann, das sind Erinnerungen oder Träume. Die „Wirk“lichkeit, das was wirkt, ist im Hier und Jetzt. Das, was wirklich interessant ist, wir finden es nirgendwo, außer in diesem Augenblick.
Im Augenblick zu sein heißt anwesend sein, heißt wach sein, heißt reaktionsfähig sein, heißt lebendig sein, heißt mit beiden Beinen im Leben
zu stehen. Es bedeutet, wirklich da zu sein – für sich selbst und für den Anderen. Und es bedeutet zu erkennen, wer wir wirklich sind, wer der Andere wirklich ist – nicht wie wir es erträumen,
erhoffen oder befürchten.
Ich kann nur für mich atmen, in meinem Rhythmus. Und du kannst nur für dich atmen, in deinem Rhythmus. Zwar verbindet der Atem auch, ebenso
zeigt er jedoch die Unterschiede auf. Im Atem erkennen wir die Individualität und die persönlichen Qualitäten. Und im Atem finden wir die Kraft und die Erkenntnisse für unseren ganz eigenen Weg durch
dieses Leben mit seinen Glücksmomenten und Schicksalsschlägen, mit seinen Begegnungen und Abschieden und mit seinen kleinen Wundern zu jeder Stunde.
© Text: Bhajan Noam
Atem ist Freude
DER ATEM KOMMT VON GOTT
Allmähliches Erwachen über ein tiefes Atembewusstsein
Text: Bhajan Noam
Meine Kolumne im Magazin YOGA Aktuell
„Sobald wir Atem und Bewusstsein verbinden,
sind wir mit dem großen Lebensstrom verbunden.
Der Atem ist der Hauch der Gnade Gottes,
und dieser Atem erweckt die Seele zum Leben.
Solange die Seele nicht von Bewusstsein belebt wird,
gleicht sie dem Vogel, der noch nicht flügge ist.“
(Sufi-Weisheit)
Sei dir bewusst: der Atem kommt von Gott. Und Gott ist gütig. So wird auch der Atem ausschließlich zu deinem Wohlergehen beitragen. Es war Gott, der dem ersten Menschen den Atem einhauchte. Damit starb Gott in den Menschen hinein, um fortan in ihm lebendig zu sein. Gottes Ausdruck im Menschen ist der Atem, sein Sprechen, seine Lieder, sein Tanzen, seine Bewegungen und sein Handeln. Je tiefer der Mensch Gottes Atem in sich zulässt, desto mehr ist er an Gott angebunden. Und alles, was er denkt, spricht und tut, zeigt dies.
„Kabir spricht: Sag mir, was ist Gott?
Er ist der Atem innerhalb des Atems.
Kabir spricht: Oh Freund, Gott ist der Atem allen Atems.“
(Kabir)
Spüre, während du atmest, Gott in allen deinen Zellen. Spüre seine wohlmeinende, heilende Kraft. Lass das Licht in dein Wesen eintreten - mit jedem bewussten Atemzug mehr und mehr, heller und heller. Und alle Schatten werden fliehen. Ein weiser Meister sagte: „Sei gänzlich beschäftigt, Gutes zu tun, und das Schlechte wird ganz von selbst entfallen.“ Atme bewusst. Denke Gutes. Sprich Gutes. Tue Gutes. Sei hilfreich mit all deinem Sein. Und du wirst in Frieden leben. Mag es auch im Außen wild stürmen, in dir ist Harmonie.
Setze dich hin und besinne dich auf deinen Atem. Bist du unruhig, bist du voller Ängste, bedrücken dich Sorgen, lass dich nicht von ihnen wie von stürmischen Wellen überrollen. Lasse stattdessen deinen Atem langsam und ruhig fließen. Und fast im gleichen Moment kommt ein Stück Gelassenheit über dich. Du bist wieder angebunden an die größte Kraft in dieser Welt, an Gott, der alles erschaffen hat und allem seine Ordnung gibt. Sind wir in Aufregung, erkennen wir diese Ordnung nicht. Werden wir ruhiger, verstehen wir die Dinge in ihrer Tiefe. Und wir beginnen den göttlichen Atem in allem zu erkennen. Wir kommen tiefer und tiefer in unser Zentrum, in dem Stille herrscht - und ein Verstehen jenseits des Verstandes.
Betrachte den Atem stets als eine Verbindung zu Gott - und du bist nie mehr unruhig, kraftlos und getrennt. Trennung ist Unbewusstheit. Bewusstheit ist immer mehr in der Einheit sein mit allem. Der Atem ist das alles verbindende Band - in dir und über dich hinaus. In dir sorgt er für einen harmonischen Ablauf aller Funktionen einschließlich deines Denkens und Fühlens. Und über dich hinaus sorgt er für das Auffinden und Stabilisieren deines Platzes in dieser Welt.
Mit einem tiefen ruhigen Atem verschwinden allmählich die gedanklichen Verhaftungen mit negativen Dingen und Geschehnissen. Es geschieht ganz mühelos eine Hinwendung zum Positiven, Nützlichen und Schönen. Gottes Atem ist ein Magnet, der nur Göttliches anzieht und alles andere fallen lässt, der dich in die Leichtigkeit führt und alles Schwere hinter dir lässt. Atme tief, lächle, sage Danke - und du wirst dich glücklich fühlen und das Glück anziehen. Denn nur Glück zieht Glück an, nur Liebe zieht Liebe an. Und tiefer Atem zieht Gott in dein Leben.
“Da bildete Gott, der Ewige, den Menschen aus Staub
und hauchte Lebensodem in sein Antlitz;
so ward der Mensch ein lebend Wesen.“
(1. Mose 2.7)
Der erste Atemzug des Neugeborenen ist ein Einatmen, der letzte Atem des Sterbenden ist ein Ausatmen. Mit der Geburt jedes Menschen beginnt ein Kreis, oder besser gesagt eine neue Sequenz der ewigen Spirale, die mit dem individuellen Tod ihren Abschluss findet, um gleich in eine weitere Sequenz des göttlichen Reigens überzugehen. Solange wir in diesem unseren Körper weilen, ist der Atem unser treuester und zuverlässigster Begleiter. Er verlässt uns nie, auf ihn können wir uns in allen Lebenssituationen verlassen.
Jedem von uns ist mehr oder weniger bewusst, dass es zwei unterschiedliche Atemweisen gibt:
1. Der unwillkürliche, unbewusste Atem, das ist derjenige Atem, der die meiste Zeit ohne unser Hinzutun, ohne Nachdenken darüber, meist auch ohne ein Empfinden geschieht. Dieser Atem sichert unser Überleben und passt sich „automatisch“ bestmöglich allen Situationen an. Er ist ruhig und flach, wenn wir schlafen oder in einem entspannten Zustand sind. Er vertieft und beschleunigt sich bei körperlicher Aktivität und Anstrengung. Er reagiert aber auch sehr fein auf unseren jeweiligen geistigen und psychischen Zustand. Er ist das sensibelste Parameter, das präziseste Diagnostikum, der genaueste Ausdruck für unser körperlich-seelisch-geistiges Befinden. Und er verbindet uns in unbewusster Selbstverständlichkeit mit der gesamten Schöpfung. Ich atme aus – du atmest ein. Wir geben CO2 ab – die Bäume spenden uns dafür Sauerstoff. Mein Prana beeinflusst dein Prana. (In der Heilbehandlung wird dies ganz bewusst eingesetzt.) Das Göttliche Prana empfängt uns jede Nacht während unseres Schlafes, umhüllt uns mit seinen Armen und speist uns freundlich mit seinem unsterblich machenden Nektar.
2. Der willkürliche, bewusst gelenkte Atem, das ist der Atem, den wir nach unserem jeweiligen Bedarf steuern. Der einfachste Anlass dazu ist der, dass wir z. B. spontan bei Ermüdung oder bei einer Anspannung tief durchatmen und dabei die Wohltat und Kraft des Atems empfinden und auch genießen. Doch immer mehr Menschen integrieren den positiven Nutzen des Atems in ihr Leben und beginnen, regelmäßig Yoga und Pranayama zu üben. Dabei machen sie früher oder später die Erfahrung, dass ein bewusst und gezielt gelenkter Atem nicht nur körperliche und psychische Gesundheit unterstützt und fördert, ihnen Wohlgefühl vermittelt und manchmal auch ungeahnte Kräfte aktiviert, sondern dass darüber hinaus etwas mit und in ihnen geschieht, das zwar noch nicht ganz greifbar für sie ist, das viele Fragen aufwirft, das aber nach und nach auch die Antworten aus der Weisheit ihres eigenen Herzens aufsteigen lässt. Der Atem verändert das tiefste Wesen des Menschen, er berührt ihn irgendwann in seinem untersten Seelengrund und führt ihn allmählich in seine lang vergessene spirituelle Heimat zurück.
3. Und das ist der Augenblick, in dem einige überrascht eine dritte Atemweise in sich entdecken können: Der bewusst erlebte, freischwingende lebendige Atem, der unbeeinflusst kommt und geht – und uns plötzlich und ganz selbstverständlich in das unverfälschte Große Leben integriert. Das ist der Atem, den Buddha lehrte und viele Meister nach ihm. Das ist der Atem des befreiten Menschen, der aufgewacht ist und zu erkennen beginnt. Diesen Atem siehst du bei den großen Weisen. Und dieser Atem ist zuletzt der Grund, warum jeder Mensch zwangsläufig durch die beiden schmerz- haften Prozesse der Selbstentfremdung und der Selbstfindung gehen muss.
„Das ist der höchste Weg, den jener geht,
der seiner Sinne Tore fest verschliesst,
sein Herz beherrscht und durch den Geistes-Atem
der wechselnden Gedanken Meister wird.“
(Bhagavad Gita)
Berichte von Teilnehmern meiner Atem-Seminare:
„Ich fühle große Dankbarkeit in mir, einfach so. Meiner Familie gegenüber, meinen Kindern, meinem Partner, meinen Eltern. Ja sogar meinem eigenen Körper gegenüber, der mich bisher gesund durch dieses Leben getragen hat. Ich fühle mich verbunden mit einer großen, unbeschreiblichen Kraft, mit einer großen Weisheit, die alles zu durchdringen scheint. Dieses Gefühl überwältigt mich jedes Mal, wenn es in mir aufsteigt.“
„In meiner Beziehung verändert sich etwas. Mein Partner geht auf Distanz. Gespräche zwischen uns gestalten sich immer schwieriger. Die gemeinsame Basis scheint uns verloren gegangen zu sein. Es macht mir manchmal Angst. Andrerseits will ich aber auch nicht mehr zurück. Meine Erfahrungen, die ich in letzter Zeit machen durfte, haben mein Leben in unglaublicher Weise bereichert.“
„Mein Partner unterstützt mich in letzter Zeit sehr in allem, was ich tue. Er hat sich sogar entschlossen, jetzt auch Yoga zu machen. Unsere Beziehung hat sich zum Positiven gewandelt. Ich weiß nicht, ob bei ihm die Angst, mich zu verlieren, der Motivator ist. Letztlich ist es ja auch egal, was das Bewusstsein weckt und was uns den Weg zur Veränderung öffnet.“
„Ich komme mit meinen Kollegen auf der Arbeit immer weniger zurecht. Mit meiner Arbeit ergeht es mir ebenso. Es fühlt sich alles so sinnentleert an. Ich mache die Dinge, die zu tun sind, aber ich mache sie nur mechanisch. Meine Seele, mein Herz sind nicht dabei. Ich weiß jetzt, dass das schon immer so war, nur ich kann es heute nicht mehr ertragen. Die Gespräche mit den Arbeitskollegen bleiben oberflächlich. Es ist eigentlich auch keine Zeit vorhanden für mehr. Längerfristig werde ich mich nach etwas Sinnvollem umschauen. Ich fühle immer mehr, dass Yoga und besonders die Atemübungen mir die Kraft und den Mut dazu geben.“
„Mein Empfinden hat sich sehr verändert. Ich nehme zum Beispiel die Natur ganz anders wahr. Ich habe öfter als früher das Bedürfnis, draußen zu sein, durch die Wiesen zu gehen, den Vögeln zu lauschen, mich einfach hinzulegen und einfach nur zu sein in dieser wunderbaren Schöpfung.“
„Ich war immer ein sehr schüchterner, unsicherer Mensch. Ich hatte wenige Kontakte. Mein Herz war immer so voll, was ich gerne mitgeteilt hätte, es waren aber Gefühle, für die ich nie die treffenden Worte in Gegenwart eines anderen gefunden hätte. Jetzt habe ich plötzlich so viele Gesprächspartner, mit denen ich mich verstehe und die mich verstehen. Ich muss sagen, ich bin aufgeblüht. Ich habe kaum noch etwas gemein mit der Person, die ich noch vor einem Jahr war.“
„Ich habe meinen Mann in seinem Sterbeprozess begleitet. Es hat in mir etwas geöffnet, zu dem ich zuvor keinen Zugang hatte. Yoga und Meditation haben mir die Basis dafür gegeben, die Ruhe und beinahe, wenn ich das aussprechen darf, Unbekümmertheit. Es war eine Verbundenheit da mit einer großen segnenden Kraft, die auch mein Mann spürte. Und so konnte ich einfach seine Hand halten und ihm durch meine Präsenz das Gefühl der Geborgenheit schenken. Er ist am Ende ganz leicht hinübergegangen. Für diese tiefe Erfahrung danke ich Gott von ganzem Herzen.“
© 2024 Text: Bhajan Noam (meine Kolumne im Magazin YOGA Aktuell)
Atem heißt bewusstes Üben
Der relative und der vollkommene Lebensatem
Dein Atem ist Feuer und Feuernahrung, Klang und Rhythmus, Ausdruck und Eindruck, Lied der Wahrheit, Wesen und Weg, Fülle und Leere, Heimat und Fremde. – Indem du diesen Worten nachspürst, empfängst du mit ihnen einen neuen oder ersten Wesensschimmer des großen Lebensbewegers ATEM.
Werde zu diesem einen Aspekt ohnegleichen! Mit ihm ändert sich dein bisheriges Denken und Fühlen, Handeln und Preisgeben. Mit ihm beginnt hier und jetzt deine großartige Wanderschaft zu den Sternen der Freundlichkeit und Liebe. Mit ihm wandelt dein Geist sich allmählich zum grenzenlosen alles integrierenden, alles feiernden Himmelsrund. Mit ihm erwärmt die Stille in dir dein jetzt noch erstarrtes Lebendigsein, entwächst du den Träumen und Phantasien, den Sehnsüchten und Leidenschaften. Und ohne deren Essenz zu verlieren, vervollkommnest du in ihrer wundervollen Erhöhung dein einzigartiges, nicht wiederholbares Welten- und Himmelsleben.
In diesem weit entfernten Tal der Widersprüche und Gebrechen trotzt du fortan den fahlen Scheinbarkeiten in neuer Würdigung einer dich selbst und alles heiligenden, die Schlichtheit preisenden Präsenz. Sei in Erwartung ohne zu warten, sei hellwach, sei wie ein fester, schwerer Stein in einem reißenden Strom. Bevor er langsam, scheinbar langsam, zu Sand wird, genießt er noch die Festigkeit und die gewaltige, mit der des Stromes spielende und gegen die Zeit ankämpfende eigene Kraft, die er erst preisgibt, wenn ihn der Ruf einer ganz neuen Welt in diesem Herzen, das weder Stein noch Sand kennt, zärtlich flüsternd wie ein Frühlingswind erreicht.
Ehre das Profane – und in ihm die Poesie des Werdens. Dann ist es nur ein kleiner Tanzschritt aus betörender Peripherie zur goldenen Mitte.
© Text: Bhajan Noam (aus meinem Buch "SHASTRAS - Meistertexte")
Atem ist Tanz
Der Atem, unser geheimes Wort
Am Anfang war das Wort, sagt die Bibel. Das ausgesprochene Wort ist nur möglich durch den Atem. Zuerst müssen wir den Einatem, das Leben, empfangen. Das Wort entsteht, indem wir dem Ausatem einen Ton mitgeben und diesen modulieren.
Der erste Atem des Neugeborenen ist der Einatem, der letzte Atem beim Sterbenden ist der Ausatem. Somit wohnt jedem Leben von vornherein der Tod inne. Indem Gott das Schöpfungswort aussprach, starb er in die Schöpfung, in den Menschen hinein!
Atem ist Ausdehnung und Zusammenziehen, die Urbewegung all dessen, was lebendig ist – vom Universum bis zum Einzeller. Ohne Ausdehnung und Zusammenziehen, Empfangen und Geben, gibt es kein Leben. Ist es aber der Atem, der die Bewegung bewirkt? Oder ist es die Bewegung, die den Atem bewirkt?
Das Leben ist ein Rätsel, aber keines von der Art, das es zu lösen gilt, sondern das es zu leben gilt. Nur fühlend und letztlich seiend erfahren wir die Wahrheit, für die es allerdings keine Worte gibt, sagen die Weisen. Und da sind wir bei einem der großen Widersprüche des Lebens angelangt:
Einerseits sagen die Weisen, dass am Anfang das Wort war, das alles Leben hervorrief – andererseits sagen sie, dass es für die letzte Wahrheit des Lebens kein Wort gibt.
Aber wir wissen ja, dass die Ursache des Wortes der Atem ist und die Ursache des Atems Gott ist, der sich in der Welt auflöste, indem er sie erschuf – somit sind wir schon alle Träger der Wahrheit!
Und was alle wissen, muss niemand aussprechen. Wozu also soll es überhaupt ein Wort dafür geben? Der Sinn des Wortes wurde nach dem Schöpfungsakt überflüssig. Unser geheimes Wort für die Tiefe des Lebens ist der Atem, ihm lauschend und ihn durchschreitend wird alles in uns erfahren!
© Text: Bhajan Noam (aus meinem Buch "SHASTRAS - Meistertexte")
Atem ist Stille
DER ATEM DES BUDDHA
„Der Atem ist die Kraft,
die uns Unabhängigkeit
und Freiheit schenkt.“
Der Lehrer sprach zu seinen Schülern: „Der einströmende Atem ist wie das Sonnenlicht, das ein Baum mit seinen Blättern empfängt, in sich eindringen lässt durch seine Zweige, seine Äste, seinen Stamm bis tief in die fein verschlungenen Wurzeln hinab, auf dass sie empfänglich werden und die Kraft und Gabe entwickeln, alle die Stoffe aus dem Erdreich aufzunehmen, aufsteigen zu lassen, die ihn machtvoll aufrichten in seinem Stamm und seine Äste, Zweige, sein lichtempfangendes Blattwerk dem Himmel naturgemäß entgegenstrecken. – So richtet auch der ausströmende Atem den Menschen auf und gibt ihm, wie dem Baum, die Kraft, den Stürmen zu widerstehen und allen Segen zu empfangen und weiter zu verschenken wie jener seine Frucht- und Blütenpracht.“ (Chinesischer Weisheitstext)
Die erste Erfahrung, die der Buddha seine Schüler machen ließ, betraf den Atem.
Der Buddha sagte: „Sitze entspannt und lasse deinen Atem kommen und gehen, wie er es von alleine tut. Aber beobachte ihn dabei. Wie ist dein Atem, ist er tief und langsam oder ist er hektisch und flach? Schaue ihm zu und du wirst bemerken, dass er nicht so bleibt, nicht so bleiben kann, wie er ist. Das Beobachten verändert ihn. Und es verändert ihn stets in naturgemäßer Weise. Bewusstsein verändert alles, denn es ist das, was die gesamte Natur durchwebt, was der Schöpfung seit Anbeginn innewohnt. Sei ein bewusster Beobachter, während dein Atem kommt und geht, und dein Atem wird wieder natürlich. Er wird wieder ein Teil des kosmischen Orchesters. Er kommt in Harmonie mit dem Ganzen und wird zu deinem Heiler.“
Die zweite Erfahrung, die der Buddha seine Schüler machen ließ, betraf das Denken.
Der Buddha sagte: „Nachdem du die ersten Erfahrungen mit dem Atem gesammelt hast, schaue nun deinem Denken zu. Sitze entspannt und werde Beobachter der Gedanken in deinem Verstand. Mal sind sie klar, mal sind sie flüchtig, mal drehen sie sich im Kreis und wiederholen sich in endloser Schleife. Schaue zu, wo sie entstehen und woher sie kommen. Und du wirst gewahr werden, dass sie von außen kommen. Deine Gedanken sind nicht deine Gedanken. Du nimmst sie von außen auf und du kannst sie ebenso wieder weiterziehen lassen. Wie das Bewusstsein, wie der Beobachter deinen Atem regulierte, so wird er auch in den Ansturm der Gedanken Stille bringen. Die erste Lehre betraf deinen Atem und du hast sie gemeistert. So wirst du auch die zweite Lehre meistern und die Stille in dir erfahren. Weil dein Atem jetzt entspannt in den Bauch strömt und so dem Verstand das Übermaß an Energie entzieht, kann er sich entspannen und frei von Grübeleien seiner eigentlichen Aufgabe nachkommen, dein Körpergeschehen in Harmonie zu halten.“
Die dritte Erfahrung, die der Buddha seine Schüler machen ließ, betraf die Gefühle.
Der Buddha sagte: „Du hast deinen Atem entspannt, du hast das Denken befriedet, deine schwerste Aufgabe liegt jedoch noch vor dir. Der Atem ist das erste Tor auf dem Weg zurück in die Natürlichkeit. Wird ein Bach nicht gehemmt, ein Fluss nicht gestaut, so ergießt er sich ins weite Meer und seine Wasser erheben sich als Wolken gen Himmel, die sich alsbald von Winden getragen wieder ausregnen über dem Land. So ist auch der Kreislauf des lebendigen Atems. Der Verstand ist das zweite Tor, das jener als Sieger durchschreitet, der Meister der Gedanken wurde. Das dritte Tor stellt die Welt der Gefühle dar und ist das am schwersten zu durchschreitende. Sitze entspannt und werde zum Beobachter der Gefühle, die in dir aufsteigen. Bleibe bei deinem nun sanft schwingenden Atem, bleibe in der Gedankenstille und sei ein schlichter Zuschauer dessen, was sanft heranweht oder wild dich bestürmt und was du deine Gefühle nennst. Jemand äußert etwas Wohlwollendes über dich und du fühlst dich erhoben und geehrt. Jemand äußert einen Tadel und du fühlst dich gedemütigt und eine Wut macht sich in dir breit. Jemand bringt eine Schreckensnachricht und Ängste überrollen dich. Eben warst du noch im Frieden mit der Welt, jetzt ist alles verändert. Doch was sind in Wahrheit diese Gefühle, das Geehrtsein, die Wut, die Ängste? Es sind Energien, die von außen kommen und nichts mit deinem wahren Sein zu tun haben. Du nimmst sie auf und so werden sie wirksam in dir, sie können dir wohltuen und in vielen Fällen schaden. Beobachte still ihr Entstehen und Vergehen. Allen Gefühlen liegt nur eine Urschwingung zugrunde, die blockiert ist und dann Angst, Wut, Hass, Neid und vieles andere genannt wird. Die Urschwingung aber ist die Liebe. Und die Liebe ist das Leben, ist auch dein Leben, ist das Leben von allen Geschöpfen. Beobachte die Angst, beobachte die Wut, beobachte den Hass und den Neid. Bleibe bei deinem sanft schwingenden Atem, lasse die Gedanken nicht zu, und du lebst in Liebe und in Frieden. Beides ist deine Natur. Und die Wahrheit bringt es ans Licht. Nur dein Bewusstsein schenkt dir die Wahrheit. Nur die Anbindung an den natürlichen Atemstrom schenkt dir nach und nach die Bewusstheit.“
„Ein wenig Pranayama genügt schon, z.B. den Atem beobachten: Damit wird der Geist von anderen Tätigkeiten abgezogen und auf die Beobachtung des Atems festgelegt. Das bringt den Atem unter Kontrolle und damit auch den Geist.“ (Ramana Maharshi)
Atem und Atman – Der Atem des Buddha ist sanft wirkende Bewusstheit
Atman ist die unsichtbare Grundlage, das wirkliche Selbst, die dem Menschen innewohnende Göttlichkeit, die Seele, welche die Wirklichkeit innerhalb der fünf Schichten darstellt, deren äußerste der Körper ist. Er ist der göttliche Funke im Innern, die allerinnerste, dem Menschen ureigene Realität. Er ist die eigentliche Substanz der gesamten „objektiven“ Welt, die Wirklichkeit hinter dem Schein und jedem Wesen innewohnend. Er ist von Natur aus frei von jeglicher Bindung. Er handelt nicht, noch besitzt er eigene Bedürfnisse oder Besitztümer, kennt kein „ich" oder „mein". Der Atman ist unsterblich. Er vergeht nicht, er stirbt nicht wie der Körper oder der relative Geist. Er ist die wesenhafte Wirklichkeit des Individuums, der Zeuge, unberührt von allem Wandel in Zeit und Raum, der dem Körperlichen innewohnende Geist, das Geheimnis jenseits dessen, was sich durch Körperliches fassen läßt, die wahre Triebkraft, die hinter den Impulsen und Zielen der körperlichen Ebene steht. (Martin Mittwede, Spirituelles Wörterbuch)
Jeder Mensch ist in sich eine reine Quelle. Alle Wahrheit liegt in ihm selbst verborgen, aller Segen wurde schon zu Anfang ihm gegeben, die Erlösung war bereits vor der Sünde wirksam, seine letzte Geburt geschah vor dem ersten Tod.
“Da bildete Gott, der Ewige, den Menschen aus Staub und hauchte Lebensodem in sein Antlitz; so ward der Mensch ein lebend Wesen.“
1. Mose 2.7
Die Quelle, das Göttliche, hauchte dem Menschen Atem ein, vermachte ihm Geist aus dem Geist, jene ersten Funken des Bewusstseins, ohne die kein Leben existiert. Deshalb ist der Atem das heiligste Geschehen im Menschen. Wer den Atem bewusst erfährt, der weiß, dass er immer versorgt ist. Er ist mit der höchsten Quelle verbunden. Atem ist Atman und hat den gleichen Wortursprung, ist vom selben Geist. Atem ist die höchste Weisheit, ist die Seele, ist der göttlich Funke in allem. Was wir Atem nennen, ist der feine Motor des Lebens, der jede Zelle, jedes Atom und ebenso jede Galaxie, ja die unzählbaren Universen in ihre Rhythmen versetzt – eine unvorstellbare Kraft: unvorstellbar zart! Dies begreifend müssen wir uns, wie in der äußeren Welt, so auch in der inneren Welt des Yoga, von einer übertriebenen Technikgläubigkeit verabschieden.
Wie wir erkennen werden, ist der Atem in seiner Ursprünglichkeit etwas sehr Behutsames – und gerade dadurch so machtvoll. Er darf nicht gewaltsam beeinflusst werden, wenn wir kein Ungleichgewicht mit fatalen Folgen erzeugen wollen. Fatal in Bezug auf unsere innere Entwicklung – und gerade dieser dient ja der Atem im Yoga. Fatal auch in Bezug auf unsere körperliche Gesunderhaltung. Die Nadis, die unseren Körper wie ein feines Geflecht durchweben, sind sehr sensible Kanäle, durch die hindurch Prana, von unserem Atem genährt, unablässig schwingt. In ihnen bewegt sich also Bewusstseinsenergie, die unser Denken und Fühlen, unsere ganze momentane Persönlichkeit prägt und ausdrückt. Atem und Bewusstsein stehen in denkbar engster Wechselbeziehung, sie können faktisch als identisch betrachtet werden. Darum sollte im Hinblick auf unsere geistige Entfaltung nicht mehr Technik den Atem lenken und forcieren, sondern als Erstes und Dringlichstes unsere Bewusstheit hinsichtlich der Rolle, die der Atem in unserem Leben spielt, geschult werden.
In der praktischen Arbeit mit uns selbst bedeutet dies: Wo wir bewusst, wo wir präsent in unserem Körper sind, ist auch der Atem anwesend oder folgt unmittelbar, und mit ihm die Lebensenergie. Ebenso sind unsere Bewegungen natürlicherweise mit dem Atem gekoppelt. Bewegen wir uns mit Bewusstheit, regt jede Bewegung ihr gemäß unseren Atem und Energiefluss an. Daraus folgt dann der umgekehrte Schluss: Ein auf natürliche Weise frei zugelassener Atem und ein aus dem Inneren veranlasster, ungehemmter Bewegungsfluss (den man auch Tanz nennen könnte) verändert auch unseren Geist.
Die Kunst eines ganzheitlichen Yoga ist es also, ein im Menschen durch unwissenschaftliche Erziehung und naturferne Lebensweise gespaltenes Ganzes wieder schrittweise zusammenzufügen. Das heißt: Atem, Bewusstheit und Bewegung in ihre ursprüngliche Verbundenheit zurückzuführen. Hierzu sollten wir, und das auch nur anfangs, ein geringes Maß an Technik einsetzen, aber ein hohes Maß an gezielter Aufmerksamkeitslenkung, eine fortschreitende Schulung des Bewusstseins also. Alle hierfür notwendigen Übungen sind dann so konzipiert und werden vor und während ihrer Ausführung in der Weise angeleitet, dass der Übende unmittelbar spürbare und innerlich klar nachvollziehbare Erfahrungen macht. So können wir eine Entwicklung in Gang setzen, die Abhängigkeiten auflöst und entgegenwirkt und die eine natürliche Autonomie fördert.
„Atem fürwahr ist noch wichtiger als Hoffnung; denn wie die Speichen eines Rades eingefügt sind in die Nabe, so ist in den lebendigen Atem alles eingefügt. Das Leben geht vonstatten durch den Atem, der Atem gibt das Leben, gibt es, um zu leben.“ (Upanishaden)
2026 © Text: Bhajan Noam
Pranayama
Sechs klassische Atemtechniken für den Menschen von heute
Atemübungen vitalisieren, reinigen, harmonisieren die Organtätigkeiten und das Nervensystem, regen den Energiefluss an und gleichen ihn aus. Darüber hinaus verbinden sie uns mit der universalen kosmischen Kraft und vermitteln uns ein Gefühl der Einheit. Nichts kann uns inniger mit allem und allen verbinden als der große Lebensatem; nichts, neben der Musik und letztlich der Stille, kann uns ein tieferes Verständnis, kann uns höhere Einsichten vermitteln als jener unsichtbare heilige Gast.
1) Wechselatmung – allen Yogaübenden bekannt, hier neu und umfassender interpretiert
Eine wesentliche Übung im Yoga ist die Wechselatmung. Die drei Haupt-Nadis (Energiekanäle) sind Sushumna im zentralen Wirbelkanal und Ida und Pingala, die sich
gegenläufig spiralig um die Sushumna herum winden wie die Schlangen um den Äskulapstab. Der zentrale Energiekanalbeginnt an der Steißbeinspitze beim Wurzelchakra (Muladhara) und endet im Kronenchakra
(Sahasrara). Ida strömt durch das linke Nasenloch und ist lunar, weiblich und kühlend. Pingala strömt durch das rechte Nasenloch und ist solar, männlich und wärmend. Durch die Wechselatmung werden
diese Energieströme, wenn sie zuvor im Ungleichgewicht waren, neu harmonisiert.
Das Anregen und revitalisieren der spiralförmig fließenden Energie bringt dich wieder in deine Lebendigkeit. Alles Lebendige hat eine Spiralform oder bewegt sich in Wirbeln. Von den Knochen über die
Muskeln bis zum Strömen des Atems durch die Nasenlöcher und des Blutes durch die Adern folgt alles diesem durchgängigen Ausdrucksmuster des Lebens. Die großen Galaxien haben eine Spiralform, wie die
Luftströme dieses Planeten, die Bewegung der Wassermassen in den Ozeanen und die Bahnen der Planeten, die unserer Sonne auf ihrem Weg durch die Weiten des Kosmos begleiten.
Versuche in dieser Weise den Atem in deinem Inneren zu spüren, das But in deinen Gefäßen und die Energie in deinem Zentrum, der Wirbelsäule, die dir die Kraft verleiht, mühelos aufgerichtet zu sein
beim Sitzen, Stehen und Bewegen durch den Raum. In diesen drei Seinsweisen, sogar im Liegen, kannst Du die Wechselatmung durchführen. Zum ersten Üben ist allerdings ein Sitzen im Meditationssitz am
geeignetsten.
Lockere dich zuvor gut durch ein Dehnen und Räkeln und sitze dann entspannt aufgerichtet mit heiterem Gemüt und einem lächelnden Mund. Als erste Vorbereitung nimm ein paar tiefe Atemzüge, die du beim
Einatmen mit einem Kneifen der Nasenwurzel zwischen Daumen und Zeigefinger und mit einem Lösen des Drucks während des Ausatmens begleitest. Atme dabei sanft aber vollständig ein und aus und halte den
Einatem, begleitet vom Kneifen der Nasenwurzel, einige Augenblicke an. Übe dies etwa zehn bis zwölf Mal. Sei dabei innerlich auf dein Drittes Auge gesammelt.
Als zweite Vorbereitung visualisiere lichtvoll deinen zentralen Energiekanal in der Wirbelsäule und die beiden gegenläufigen Energiewirbel Ida und Pingala. Lasse dieses Bild während der gesamten
Dauer der Wechselatmung bestehen und sich nach und nach verstärken. Immer mehr Licht strahlt von diesen Energiekanälen ab und erfüllt zunächst deinen Körper und danach auch deine Aura.
Bei der Wechselatmung werden abwechselnd das rechte Nasenloch mit dem Daumen und das linke Nasenloch mit dem Ringfinger verschlossen. Dazu formst du mit der rechten Hand die
Vishnu-Mudra. Dabei werden Zeigefinger und Mittelfinger zur Handfläche gebeugt. Daumen, Kleinfinger und Ringfinger sind gestreckt. Deine linke Hand liegt entspannt nach oben geöffnet auf dem
Oberschenkel. Atme einige Male tief ein und wieder tief aus. Dann verschließe mit dem Daumen das rechte Nasenloch und atme durch das linke Nasenloch langsam tief ein, halte den Atem an, verschließe
nun mit dem Ringfinger das linke Nasenloch und atme durch das rechte Nasenloch langsam tief aus. Pause. Atme nun durch das rechte Nasenloch wieder ein, halte den Atem an, verschließe mit dem Daumen
das rechte Nasenloch und atme durch das linke Nasenloch langsam tief aus. Pause. Das ist eine Runde. Der Wechsel findet immer nach den Einatmen statt. Mache so viele Runden, wie es dir guttut. Ich
bin kein Freund des Zählens, verlasse Dich auf dein inneres Spüren beim Atmen. Es ist dein Atem und er ist lebendig, er ist keine Maschine. Lasse diesen Prozess zu einem Genießen der göttlichen
Segnung deines Hierseins werden. – Beende zu deiner Zeit mit einem langsamen und tiefen Ausatmen durch das linke Nasenloch. Lasse den Atem nun wieder fließen, wie er von alleine kommt und geht. Wenn
du beendet hast, ruhe dich noch eine gute Weile aus und nimm dich und deinen Atem dabei wahr.
2) Kumbhaka – die sanfte Revolution im Körper und im Bewusstsein
Erklärungen zu einer besonderen Atemtechnik
Kumbhaka wird im Yoga der gehaltene Einatem genannt. Er veranlasst, dass sich aufgenommenes Prana über die Nadis, in den Muskeln, Gelenken, Nervenbahnen und übrigen Geweben ausbreitet und als
belebende und regenerierende Kraft wirkt. Die meisten Yoga-Asanas sind Dehnübungen. Ein Dehnreiz erzeugt einerseits Entspannung im betroffenen Gewebe, andrerseits wirkt er wie ein Magnet auf den
Atem- und Pranafluss. Das heißt, ganz natürlicherweise strömen Atem und Prana in gedehnte Körperbereiche, sofern dies nicht durch Blockierungen und Konditionierungen verhindert wird. Mit Kumbhaka
unterstützen und vertiefen wir den Prozess und machen ihn uns vielleicht zum ersten Mal bewusst.
Alles was wir tun, nicht nur im Yoga, sollten wir mit Bewusstheit durchführen. Bewusstheit ist die lichtvolle Präsenz in uns, die auch nach außen hin wirkt und für andere sichtbar oder spürbar wird. Bewusstheit können wir mit Energie und ebenso mit dem Atem gleichsetzen. Wo wir bewusst sind, ist es hell in uns, fließt Prana, bewegt uns ein lebendiger Atem. Sind wir unbewusst, bleibt es dunkel, herrschen nur wenig Lebendigkeit und Atemfluss, ist der Energiestrom gering.
Ein Üben mit Kumbhaka sieht so aus: Egal mit welchem Körperteil wir gerade eine Dehnung durchführen, ob mit den Armen, den Beinen, dem Rumpf, dem Hals und Kopf oder auch nur mit den Fingern oder Zehen, wir begleiten dieses Dehnen mit einem vertieften Einatem, den wir zugleich bewusst dort hinlenken. Und während wir die Dehnung halten, halten wir auch den Einatem und spüren dabei, wie sich Prana heilsam ausbreitet oder von dieser Region wie ein Schwamm aufgesogen wird.
Vollkommene Bewusstheit heißt: wahrnehmen, lenken, zulassen und genießen. Es ist ein ganzheitlicher, innerer wie letztlich auch äußerer Vorgang. Aufmerksamkeit wird mit zunehmender Übung immer mehr zu etwas Selbstverständlichem. In Wahrheit ist Bewusstheit unser ganz natürlicher Zustand. Kein Tier kann es sich leisten, nicht wach, nicht bewusst zu sein. Der Mensch hingegen hat sich ein gewisses Umfeld erschaffen, in dem er scheinbar gefahrlos dahindämmern kann. Bewusstheit ist kreative Freude, ist machtvolle Lebendigkeit. Nur mit Bewusstheit können wir unser Leben selbst in die Hand nehmen, unsere Gesundheit stärken und erhalten und vor allem den tiefen Grund unseres Hierseins erkennen und so unser Leben mit Sinnhaftigkeit ausfüllen.
Bewusstes Üben verändert Schritt für Schritt unser Leben. Ein kraftvoller Atem macht es bald zu einem genussvollen Dasein, lässt es uns in seiner ganzen Vielfalt, Offenheit und Leichtigkeit gewahr werden. Wir fühlen uns bald fröhlicher, beschwingter und verspielter. Und genauso war das Leben einst von Gott erdacht, denn einzig aus seiner höchsten Freude heraus hat er uns erschaffen. Wir beleidigen ihn und schaden uns, wenn wir mit saurer Miene, verkrampften Muskeln und engem Denken durch seine Schöpfung stolpern.
3) Ujjayi-Atmung – Prana in Hochpotenz
Wenn ich als Kind an Wochenenden in der Badewanne lag, hatte ich besonderen Spaß daran, aus voller Kehle zu singen. Das lag unter anderem auch an der speziellen Akustik unseres Badezimmers, es hatte einen wunderbaren Halleffekt. Irgendwann fand ich auch heraus, bei welcher Tonhöhe die Badewanne mit in Resonanz geht. Dann brummte ich minutenlang diesen Ton und versetzte mich dabei in eine Art schamanische Tiefentrance. – Warum erzähle ich das? Als ich vor langer Zeit die Ujjayi-Atmung in meiner Yoga-Ausbildung kennenlernte, erinnerte ich mich plötzlich wieder an dieses Badewannenerlebnis. Die Ujjayi-Atmung wurde damals eher oberflächlich und mechanisch unterrichtet und praktiziert. Ich aber begann damit zu experimentieren und fand heraus, dass man seinen Körper von innen her in sanfte Schwingung bringen konnte, wenn man den richtigen „Atemton“ oder das richtige Rauschen mit seinen Stimm-Muskeln erzeugt. Mit der Zeit verfeinerte ich meine Methode und „rauschte“ einzelne Organe in der von mir erspürten Schwingung an. Plötzlich wusste ich, mit dieser Art der Ujjayi-Atmung haben wir eine großartige, hochpotenzierte, sehr gezielte Heilmethode!
Hier ist jeder aufgefordert, mit sich selbst und mit seinem Atem zu experimentieren. – Erklärung der Ujjayi-Atmung: Erzeuge in deiner Stimmritze ein tonloses Rauschen beim Ein- und Ausatmen. Nimm einen vollständigen Ein- und Ausatem beim Üben. Die Ujjayi-Atmung kann beliebig lang und von jedem gefahrlos geübt werden. Sie wirkt gesundend und harmonisierend auf alle Körpersysteme, sowie auf Psyche und Geist.
4) Yima – Ausatemübung
Die Yima-Ausatmungsübung kannst du einsetzen, um dich von Kraftlosigkeit, Unwohlsein, Schmerz oder körperlichen Störungen zu befreien. Sie ist ein schnelles Mittel, um den Blutkreislauf anzuregen und zu normalisieren. – Entspanne alle deine Muskeln, dehne dich und lockere dich zuvor. Sitze im Meditationssitz oder bequem auf einem Stuhl (es geht auch im Stehen oder im Krankheitsfall im Liegen).
Hebe nun die Brust an und halte sie in dieser Stellung. Die Zunge liegt flach auf dem Mundboden und die Zungenspitze berührt die untere Zahnreihe. Richte deinen Blick weich auf einen etwas entfernten Punkt in Augenhöhe.
Atme nun durch die Nase aus und entleere die Lungen dabei vollständig. Enthalte dich des Atmens für 20 bis 30 Sekunden und atme anschließend tief aufschluchzend wieder ein. Wiederhole diese Übung gleich noch drei- bis fünfmal und verlängere jedes Mal die Atementhaltung. Du kannst die Wirkung dieser Übung noch verstärken, indem du bei der Ausatmung und während der Atementhaltung den Bauch einziehst.
Wiederhole die Übung zwei bis dreimal täglich.
(Diese Übung entstammt der Mazdaznan-Lehre)
5) Vollständige Ein- und Ausatmung
Es gibt dazu viele verschiedene Anweisungen. Eine einfache und wirkungsvolle Methode ist folgende: Stehe am besten am geöffneten Fenster (du darfst aber auch sitzen oder sogar liegen) und atme vollständig aus, wobei sich zuerst die Brust senkt und dann der Bauch eingezogen wird. Halte den Atem etwa eine Sekunde an und atme dann langsam, gefühlvoll und bewusst vollständig ein, wobei sich zuerst der Bauch und dann die Brust füllen. Halte wiederum den Atem etwa eine Sekunde an und atme danach langsam, gefühlvoll und bewusst vollständig aus usw. Übe so etwa drei Minuten und täglich sooft du möchtest.
Jedes Entleeren von Atem reinigt deinen Körper, deine Lungen, dein Blut, deine Muskeln, deine Organe – jeder Einatem schenkt deinem Körper Sauerstoff, frische Energie, Gesundheit und Lebensfreude.
6) Kapalabhati
Kapalabhati, oder auch Feueratem genannt, eine sehr aktive Atemtechnik, ist ein kraftvoller Kickstart für den Tag. Kapalabhati bedeutet „leuchtender Schädel“, kapala = Schädel, bhati = leuchtend, strahlend. Während oder nach dem Üben wirst du das Gefühl haben, dass die Energie zum Kopf hinströmt und von dort ausstrahlt.
Schnäuze dir zuvor die Nase, mache sie ganz frei. Übe im Stehen und nutze zur Unterstützung deine natürlichen Körperbewegungen. Atme sehr rasch durch die Nase, achte dabei nur auf das Ausatmen. Für das Einatmen sorgt der Körper von selbst. Atme so schnell und so heftig, wie du nur kannst – und dann noch ein bisschen heftiger, so lange, bis du selbst das Atmen wirst. Übe etwa zwei bis drei Minuten. Stehe dann still und lasse den Atem über drei oder vier Atemzüge sich etwas beruhigen, nun halte dreimal den Einatem solange wie möglich an. Spüre, wie sich dabei jeweils die angereicherte Energie von deinem Kopf her ausbreitet und wie es vielleicht zu strahlen beginnst. Lasse den Atem sich normalisieren und übe dann nochmals zwei bis drei Minuten und verfahre danach wie zuvor.
Lasse es im Stehen oder Sitzen nachklingen. Du kannst dann die Wechselatmung anschließen oder die Übung für sich wirken lassen.
© 2019 Text: Bhajan Noam
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ENERGIEKREISLÄUFE
Eine sehr kraftvolle, bewusstseinserweiternde und reinigende Atemübung; Dauer: ca. 20-30 Minuten
Unser Atem ist ein machtvolles Instrument, dessen weites Spektrum wir noch allzu wenig kennen und noch seltener in vollem Umfang nutzen. Atem ist Leben, ist die kürzeste Formel, mit der alles gesagt wäre, wenn wir denn das Leben verstünden. Das Leben bedeutet im seinem ureigentlichen Sinn, kraftvoll, freudvoll, liebevoll und kreativ diesen kostbaren Planeten mit unserem einzigartigen Sein zu bereichern. Wer ihn stattdessen beraubt und zerstört, zeigt seine körperliche und energetische Schwachheit, seine seelische und geistige Armut, zeigt seinen großen Mangel an charakterlicher Formung. Alles das sind Themen eines ganzheitlichen Yoga. Yoga will uns körperliche Stärke und Flexibilität schenken; Yoga will unseren Energiefluss befeuern; Yoga ist unserer Seele ein helles Licht und unserem Geist ein glänzender Lehrer; Yoga kann uns alles geben, was einen autarken, gütigen, mitfühlenden und zuletzt weisen Menschen ausmacht. Welcher Kraft bedient sich dabei Yoga? Der göttlichen Kraft des Atems, der ein goldenes Seil ist, das uns mit dem Kosmos, mit der Schöpfung, mit der Allmacht Gottes stets verbunden hält. Yoga erinnert uns an diese Wahrheit, die wir allzu oft vergessen. Darum hält Yoga einen großen Schatz an Atemübungen für uns bereit. Eine sehr machtvolle Kriya (Reinigungs- und Selbsterkenntnistechnik) sind die im Folgenden beschriebenen „Energiekreisläufe“.
Wirkung der Energiekreisläufe
Diese Atemübung hat einen ganzheitlichen Effekt, die Vielfalt ihrer Wirkungen ist beinah unendlich und ist in gewissem Maß von der Bewusstheit des Praktizierens abhängig. Sie wirkt auf das gesamte Energiesystem, die Atmung, das Nervensystem, den Kreislauf, das Lymphsystem, auf alle Organe, das Rückenmark und Gehirn, das Zellgeschehen, das Hormonsystem, Knochen und Gelenke sowie auf den gesamten Bewegungsapparat mit Muskeln, Sehnen und Bändern. Sie wirkt energetisierend für die Wirbelsäule und hat damit großen Einfluss auf unsere Haltung und Aufrichtung. Hinzu kommen eine allmähliche Erweiterung der bewussten Wahrnehmung aller Körperbereiche, ein immer feineres Spüren des eigenen Befindens und die wachsende Fähigkeit, den Pranafluss gezielt in deinem Körper lenken zu können.
Ausführung
Sitze bequem und entspannt aufgerichtet auf deinem Meditationskissen oder auf der Matte (diese Übung kann man auch auf einem Stuhl sitzend oder sogar im Liegen durchführen). Atme zunächst einige Male tief in den Bauch. Zentriere dich, komme ganz zu dir und lasse die Gedanken langsam stiller werden. Beim weiteren Üben kannst du sowohl mit einem einfachen tiefen Atmen arbeiten, wie verstärkt mit der Ujjayi-Atmung * oder nach eigenem Spüren im Wechsel mit beiden Atemweisen.
Diese Übung ist aufgeteilt in vier Phasen, die aus jeweils zwei Übungsteilen bestehen: 1) der untere Energiekreislauf, 2) der mittlere Energiekreislauf, 3) der obere Energiekreislauf, 4) der große Energiekreislauf.
1. Phase, Teil 1: Beginnend beim unteren Energiekreislauf wanderst du innerlich während des Einatmens Lendenwirbel, Kreuzbein, Steißbein abwärts und lässt die untere Wirbelsäule aufleuchten (sofern du es visualisieren kannst, es funktioniert auch ohne), beim Ausatmen gehst du innerlich die unteren drei Chakras, Muladhara, Svadhisthana, Manipura aufwärts und lässt auch sie der Reihe nach aufleuchten. Atme langsam und vollständig ein und aus. Die Pausen zwischen Ein- und Ausatmung und zwischen Aus- und Einatmung sind so lang, wie es dir angenehm ist. Übe auf diese Weise etwa 2-3 Minuten (mit zunehmender Übung kannst du es steigern). Mache danach eine kleine Pause, lasse den Atem wieder ganz natürlich fließen. Nimm den unteren Wirbelsäulenbereich wahr und die unteren drei Chakras.
1. Phase, Teil 2: Fülle deinen unteren Raum, Bauch, Becken und anschließen auch die Beine und Füße durch tiefes Atmen mit Prana. Wenn du das Gefühl hast, dass Bauch und Becken gut mit Prana angereichert sind, erst dann lasse Prana durch die Leisten in die Beine und Füße fließen und lasse zuletzt die Fußchakras aufleuchten. Übe 2-3 Minuten. Mache danach eine kleine Pause, lasse den Atem wieder natürlich fließen und spüre währenddessen das Wirken des Pranastroms in deinen unteren Körperbereichen.
2. Phase, Teil 1: Fahre nun fort mit dem mittleren Energiekreislauf. Wandere mit dem Einatem die Brustwirbelsäule abwärts, lasse sie aufleuchten, und wandere mit dem Ausatem Manipura, Anahata und Vishuddha aufwärts, lasse die Chakras der Reihe nach aufleuchten. Übe 2-3 Minuten und mache danach eine kleine Pause. Nimm dabei die Brustwirbel wahr und die mittleren drei Chakras.
2. Phase, Teil 2: Fülle deinen Brustraum und anschließen auch die Arme und Hände durch tiefes Atmen mit Prana. Wenn du das Gefühl hast, dass dein Brustraum gut mit Prana angereichert ist, lasse Prana in die Arme und Hände fließen und lasse zuletzt die Handchakras aufleuchten. Übe 2-3 Minuten. Mache danach eine kleine Pause und spüre währenddessen das Wirken des Pranastroms in deinen oberen Körperbereichen.
3. Phase, Teil 1: Fahre mit dem oberen Energiekreislauf fort. Wandere mit dem Einatem dein Hinterhaupt und die Halswirbel abwärts, lasse den Bereich aufleuchten, und wandere dann mit dem Ausatem Vishuddha, Ajna und Sahasrara aufwärts, lasse die Chakras der Reihe nach aufleuchten. Übe 2-3 Minuten und mache danach eine kleine Pause. Nimm dabei die ein Hinterhaupt und deine Halswirbel und die oberen drei Chakras wahr.
3. Phase, Teil 2: Fülle Kopf und Hals durch tiefes Atmen mit Prana. Wenn du das Gefühl hast, dass diese Räume gut mit Prana angereichert sind, lasse Prana ins Kronenchakra fließen und lasse dieses aufleuchten. Übe 2-3 Minuten. Mache danach eine kleine Pause und spüre währenddessen das Wirken des Pranastroms in deinem Hals und Kopf.
4. Phase, Teil 1: Es folgt nun der große Energiekreislauf. Wandere mit dem Einatem dein Hinterhaupt, Halswirbel, Brustwirbelsäule, Lendenwirbel, Kreuzbein, Steißbein abwärts, lasse den gesamten Bereich dabei der Reihe nach aufleuchten, und wandere dann mit dem Ausatem Muladhara, Svadhisthana, Manipura, Anahata, Vishuddha, Ajna und Sahasrara aufwärts, lasse die Chakras der Reihe nach aufleuchten. Übe 2-3 Minuten und mache danach eine kleine Pause. Nimm dabei die angesprochenen Bereiche wahr.
4. Phase, Teil 2: Fülle Bauch, Becken, Brust, Hals und Kopf durch tiefes Atmen mit Prana. Wenn du das Gefühl hast, dass diese Räume gut mit Prana angereichert sind, lasse Prana zunächst in die Beine und Füße, dann in die Arme und Hände fließen, lasse die Fuß- und Handchakras aufleuchten und ebenso das Kronenchakra. Übe 2-3 Minuten. Mache danach eine kleine Pause und nimm währenddessen das Wirken des Pranastroms in deinem gesamten Körper wahr.
Ausruhen und Nachspüren: Lasse dir nach diesem intensiven Üben genügend Zeit für ein Nachwirken und dein Nachspüren. Nimm dabei wahr, was das intensive Praktizieren in dir ausgelöst hat und vielleicht noch bewegt. Achte auch auf feine Reaktionen und Veränderungen. Du kannst im Sitzen oder im Liegen ausruhen. Versuche aber wach und bewusst zu bleiben.
Diese Übung gibt dir einen kraftvollen Schub, um voller Energie und Kreativität an die Aufgaben des Tages zu gehen. Praktizierst du sie am Abend, wird sie dir einen besonders tiefen und erholsamen Schlaf schenken.
Eine Erweiterung dieser Übung: Fortgeschrittene können zusätzlich noch mit Kumbhaka praktizieren. Kumbhaka wird im Yoga der gehaltene Einatem und ebenso der gehaltene Ausatem genannt. In diesem Zusammenhang spreche ich vom gehaltenen Einatem. Dieser bewirkt, dass mit dem Atem aufgenommenes Prana in der Haltephase Zeit hat, sich über die Nadis, in den Muskeln, Gelenken, Nervenbahnen und übrigen Geweben auszubreiten, um als belebende und regenerierende Kraft zu wirken. Ujjayi-Atmung und Kumbhaka in Kombination sind pure Medizin, die du allmählich mit deinem Bewusstsein dorthin zu steuern lernst, wo sie gerade am meisten gebraucht wird.
* Die Chakras
Sahasrara – Scheitel- oder Kronenchakra
Ajna – Drittes Auge oder Stirnchakra
Vishuddha – Kehlchakra
Anahata – Herzchakra
Manipura – Solarplexus-Chakra
Svadhisthana – Sakralchakra
Muladhara – Wurzelchakra
* Ujjayi-Atmung
Erzeuge in deiner Stimmritze ein tonloses Rauschen beim Ein- und Ausatmen. Nimm einen vollständigen Ein- und Ausatem beim Üben. Die Ujjayi-Atmung kann beliebig lang von jedem gefahrlos geübt werden. Spüre allerding selbst, wie lange es dir im Augenblick guttut. Sie wirkt gesundend, stärkend und harmonisierend auf alle Körpersysteme sowie auf Psyche und Geist.
© Text: Bhajan Noam
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Bhajan Noam
Atemtherapeut und Atempädagoge seit 30 Jahren, Dozent, Buchautor, Dichter und Mystiker
Mitglied im

Bundesvereinigung der Atemtherapeutinnen/-pädagoginnen des Erfahrbaren Atems nach Prof. Ilse Middendorf