PREDIGT

 

 

 

EINE GRUNDSATZ-PREDIGT

(für alle die bereit sind, die Worte zu hören)

 

"Es ist kein Unglaube im Volk, es ist Unglaube in den führenden Persönlichkeiten." Bh.N.

 

„Hört heute die Worte Jesajas: Sucht den Herren, solange er sich finden lässt, ruft ihn an, solange er nahe ist. Der Sünder soll seinen Weg verlassen, der Frevler seine Pläne. Er kehre um zum Herren, damit er Erbarmen hat mit ihm; denn unser Gott ist groß im Verzeihen. – Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr. So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken. – Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprießen bringt, wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe. – Voll Freude werdet ihr fortziehen, wohlbehalten kehrt ihr zurück. Berge und Hügel brechen bei eurem Anblick in Jubel aus, alle Bäume auf dem Feld klatschen Beifall. Statt Dornen wachsen Zypressen, statt Brennesseln Myrten. Das geschieht zum Ruhm des Herren als ein ewiges Zeichen, das niemals getilgt wird.“

 

„Eine neue Gläubigkeit, eine beseelte, authentische Gläubigkeit beginnt immer mehr Menschen zu erfassen oder wird von ihnen als noch nicht benennbare Sehnsucht tief in ihrer Seele erahnt. Das äußere Leben wird als sinnentleert empfunden. Die Politik, der Unterhaltungsmarkt, das vorgegaukelte Leben in der Werbung, die eigene Tätigkeit und leider auch das vorhandene Religionsangebot werden oft als hohl, als Surrogat erfahren. Die Suche nach neuen, gangbaren Wegen, nach kompetenten Menschen, die brennenden Fragen nicht mit erlernten Phrasen und kaltherzigen Vertröstungen begegnen, sondern die mit offenen Ohren und verstehenden Herzen zuhören, die durch wirkliches Zuhören eigene Antworten im Gegenüber erwachsen lassen, diese Suche wird immer lauter vernehmbar für alle, die im Pulsschlag der Zeit und dieser Menschheit wach und fühlend mitschwingen."

 

„Was fehlt den Kirchen, den Synagogen, den Gotteshäusern überall? Was macht Gottesdienste so langweilig, dass sie sich keiner mehr anhören und anschauen mag? Sie sind zu nichtssagenden Ritualen und zu wertneutralen Predigten verkommen. Es gibt ganz sicher beispielhafte Ausnahmen; aber insgesamt zeigen uns doch die bescheidenen Besucherzahlen den tiefen Verdruss. Ich behaupte: Es ist kein Unglaube im Volk, es ist Unglaube in den führenden Persönlichkeiten. Prediger, die von Gott leibhaftig beseelt sind, vermögen Menschen anzuziehen und für Gott zu begeistern, wie es einige geisterfüllte Männer und Frauen beispielhaft tun. Woche für Woche kommen die Gläubigen von weit entfernten Gemeinden angefahren, um genau das zu bekommen, was Gottesdienst für sie sein sollte und dort offensichtlich ist. Diese scheintoten Religionsapparate, die die Erhebung der Seele, die Erleuchtung des Menschen verhindern, sind wie Krankenhäuser, in denen Heilung verboten ist. Der Meister der Christen sagte dazu schlicht: Lasst die Toten die Toten begraben.“

 

„Und das Volk wird sich die Lebendigen suchen, die Meister, die Erwachten, die leuchtenden Wesen; denn das Volk hat sich noch ein natürliches und gesundes Gefühl bewahrt. Die neue Gläubigkeit wird sich neue Orte suchen, lebendige Tempel mit Predigern, die singend und tanzend die Wahrheit verkünden, deren Gebet die Menschen wieder mit Heiligkeit erfüllt.“

 

„Aber auch dies möchte ich zu euch sagen: Religion gehört wieder ins eigene Heim, in die eigene Wohnung. Dort war immer der Platz der heilen und heiligen Volksgläubigkeit. Gottesdienst kann täglich stattfinden vor dem kleinen Altar oder der einfachen Kerze. Gebet beginnt und beendet hier den Tag, führt morgens in einen erfüllenden Arbeitstag und abends in eine erholsame Nacht hinein. Gebet sollte auch, egal wo wir uns befinden und was wir gerade tun, dem Tag wieder seinen prägenden Rhythmus geben. Einen Rhythmus, der gesund für uns ist, der uns wohltut, der uns nicht außer Atem bringt, sondern der uns gerade wieder in unsere Natürlichkeit zurückführt. Dankgebet und Meditation sind die natürliche Sprache und Seinsweise der Seele, von der wir uns so weit entfernt haben. Das ist unsere eigentliche Krankheit. Das ist der Grund für unsere Rastlosigkeit. Wir sind auf der Suche und wissen nicht, nach was und wo wir suchen sollen. Es ist immer hier. Findet es wieder im Gebet!“

 

„Gott, den wir suchen und herbeisehnen, ist nichts Abstraktes, er ist unmittelbar. Er fließt durch unsere Adern. Er weht durch unseren Atem. Er pocht in unseren Herzen. Er denkt in unserem Geist. Er träumt in unseren Nächten. – Dass er so nah, so selbst-verständlich ist, lässt ihn uns zumeist nicht wahrnehmen. Dass er so groß ist, dass er das unendliche Ganze ist, macht ihn uns so unermesslich. Wie der Vogel eins ist mit den Winden, mit der Luft, wie der Fisch eins ist mit den Strömungen, mit dem weiten Ozean, sind wir in Gott und Er in uns. Da es keinen Abstand gibt, nicht einmal in der größten Sünde, ist Gott für uns nicht zu fassen. Und dennoch haben wir ein Wissen in unserer tiefsten Seele, das wie ein helles Licht erstrahlt, wenn wir unsere ganze Wachsamkeit vom Verstand zum Herzen hin lenken. Gott erfahren wir in der Liebe zum Anderen. Gott nehmen wir wahr im Echo der Welt auf unser Sein. Gott erkennen wir in der Richtigkeit unseres Denkens und Handelns. Gott lernen wir immer besser kennen beim Studieren der tieferen Gesetze des Lebens. Gott begegnen wir innigst in der Stille unseres Gebets. Und Gott lässt sich immer wieder von uns allen gemeinsam in diesem Raum erleben: In dem feinen Erzittern der Sphäre und unserer Gemüter, wenn wir zusammen mit unseren Schwestern und Brüdern singen und beten, wenn wir alle unsere Herzen öffnen und unsere Stimmen frei erschallen lassen zu den geheiligten Worten und Melodien.“

 

© 2021 Text und Foto: Bhajan Noam

 

In leichter Abwandlung aus meinem Buch "DIE NACHT MIT ELIA"

 

 

 

Bhajan Noam

Die Nacht mit Elia

הלילה עם אליה

 

Bhajan Noam ist es gelungen, ein aufwühlendes, vielschichtiges Buch zu schreiben in einem ganz eigenen, eigenwilligen Stil über einen uns allen heimlich im Herzen brennenden Themenkomplex, an den niemand bisher in Form von solch ein- dringlichen, gebrochenen, mystischen Geschichten und seelenvollen Bildern gerührt hat.

 

216 Seiten, 12,- €. (D) portofrei bestellen: bhajan-noam@gmx.de

Beschreibung: www.bhajan-noam.com/meine-buecher/

 

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