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Online-Monastery Friedenskloster St. Georg

"Diese Seite ist ein Ort des Segens, der Weisheit und der Liebe des Höchsten"

 

Am Ostermontag 2010 wurde, dem Stil der Zeit Rechnung tragend, das weltweit erste Online-Monastery gegründet. Das Motto dieser Einrichtung lautet entsprechend:

 

"Zuhause bleiben oder die Welt bereisen - doch mit dem Herzen im Kloster leben."

 

Am Pfingstmontag 2018 erhielt das Online-Monastery den Namen Friedenskloster St. Georg und soll in den kommenden Jahren, so Gott will, neben dem virtuellen Raum auch materielle Räume erhalten.

 

Jesus sagte (Johannes 4,21-24): "Es kommt die Zeit, dass ihr den Vater weder auf diesem Berge noch in Jerusalem anbeten werdet. Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten."  - Aber wie der Geist in dieser Welt einen Körper besitzt, braucht auch der Körper eine Wohnung als Unterkunft, als Schutz und zur Begegnung mit Suchenden und Gleichgesinnten.

 

SPENDEN: Wer für das Entstehen eines Raumes der Begegnung spenden möchte oder wer eine Stadtwohnung oder ein Haus auf dem Land dem Kloster zur freien Verfügung stellen möchte, wende sich bitte an diese Adresse: bhajan-noam@gmx.de

 

 

Die St. Georg Friedensklostergemeinschaft ist der Überzeugung,

  • dass Menschen durch eine spirituelle Praxis, durch Gebet und Meditation achtsamer und liebevoller werden im Umgang mit sich selbst und ihrer Mitwelt;
  • dass in der Begegnung der Religionen eine große Chance zum Lernen liegt;
  • dass Kommunikation die einzige Alternative für ein kreatives Miteinander darstellt;
  • dass Mission einer Entwürdigung gleichkommt und deshalb ein Tabu ist;
  • dass eine bewusste Lebensweise und ein respektvoller Umgang mit den Ressourcen ein Leben für alle ermöglicht;
  • dass jeder Menschen wichtig ist und seine besondere Aufgabe erfüllt;
  • dass aus Gebet, Meditation und Stille eine große Friedenskraft erwächst;
  • dass Freude das wichtigste Gebot ist, weil Freude in Menschen aller Kulturen eine positive einigende Kraft hervorruft.

 

 

Der Heilige Georg

 

Die Stimme, die aus dem Herzen ruft, besiegt die negativen Einflüsterungen dieser Welt. Symbole dafür sind der Speer und der Drache. Der Speer ist der göttliche Liebesstrahl aus dem Herzen, der dem Drachen (der Welt) sagt: Nimm diese Liebe an, erkenne deine wahre Lichtgestalt.

 

Der Heilige Georg ist der wohl bekannteste Märtyrer und Heilige weltweit. Nach ihm sind zwei Länder, zahllose Städte und Orte, sowie Kirchen und Klöster benannt. Er ist der am meisten verehrte Heilige in den orthodoxen Kirchen Griechenlands und Russlands.

 

Was wohl wenig bekannt ist, auch der Islam verehrt ihn. Dort heißt er al-Chidr, der Grüne. Georg kommt von Erde = Geo, die man sich gern grünend und blühend wünscht. Das gilt für den Menschen auch im spirituellen Sinn. So erscheint al-Chidr dem spirituell Suchenden und deutet ihm seinen Weg an. - Den Grünen Georg kannte man früher auch bei uns. Er wurde am 1. Mai zusammen mit den Maibäumen (frisch geschlagene Birken) als Stohpuppe herumgetragen.

 

Der Heilige Georg lebte im dritten Jahrhundert. Seine Grabstätte befindet sich in Lod (Lydda) in der Nähe von Israels Flughafen Ben Gurion, 20 km von Tel Aviv entfernt. Die Besucher bringen oft Fläschchen mit Olivenöl mit, denn dem Öl, das mit der Grabplatte in Berührung kommt, wird eine heilende Wirkung zugesprochen. Gedenk- und Namenstag des Heiligen Georg ist der 23. April.

 

 

 

Gründer und spirtueller Leiter:

 

Bhajan Noam, Mystiker, Dichter, Buchautor, Dozent und Therapeut

 

Studium an der Kunsthochschule, fünfjährige therapeutische Ausbildung, 30 Jahre Dozententätigkeit, Autor von 15 Büchern und zahllosen Artikeln.

 

Leitsterne: Jakob Böhme, Novalis, Kabir, Jesus, Buddha, Sham-ze Tabrizi, Basho, Bodhidharma, Dschuang Dsi, Sa'adi, Mikhail Naimy, Peter Deunov, Rabbi Nachman.

 

                                                                             Kontakt: bhajan-noam@gmx.de

 

 

Das Online-Monastery Fiedenskloster St. Georg ist eine interreligiöse, nichtzölibatäre, mystische Klostergemeinschaft für Schwestern und Brüder aus allen Ländern und Kulturen. Die Mitglieder haben sich zur spirituellen Aufgabe gestellt, Selbsterkenntnis zu erlangen durch Meditation, Gebet und das Studium heiliger Schriften, Liebe, Freude und Weisheit zu leben und zu verbreiten, sowie den Mitmenschen und allen Wesen auf individuelle Art zu dienen.

 

Ordensmitglied des Online-Monastery Friedenskloster St. Georg, eine der Zeit und der Lebensweise des heutigen Menschen entsprechende Klostergemeinschaft, kann jeder werden, der: spirituelle Erfahrungen mitbringt, die Lehren aller Religionen und Weisen respektiert und für sich prüft, die Ordenslehren des Online-Monastery Friedenskloster St. Georg annimmt und danach lebt, durch Gebet, Lernen, Lehren und selbstlosen Dienst die Arbeit unterstützt und den Orden als ein Boot ansieht, das man, am Ufer angelangt, auch wieder verlässt.

 

Als Laienschwester oder -bruder kann jeder, der sich durch die Seite angesprochen fühlt, unseren Weg auf seine Art mitgehen, darf sich allerdings nicht auf uns berufen, und erfährt auch nicht die spirituelle Begleitung wie ein ordiniertes Mitglied des Online-Monastery Friedenskloster St. Georg.

 

 

Ordensregel und Erinnerung

 

Bei jedem Menschen, der dir heute begegnet, erinnere dich:

Alle Menschen sind gleich und wollen mit gleicher Liebe und Achtung behandelt werden.

Es gibt keine guten und schlechten, wertvollen und wertlosen Menschen.

Keine, die höher und weiter, und andere, die niedriger sind.

Wir alle sind Brüder und Schwestern, Freunde und Freundinnen,

Kinder der einen Wahrheit, und wir bedürfen der gleichen tiefen

und unvoreingenommenen Freundlichkeit.

 

Alle Menschen, gemeinsam mit der unendlichen Schöpfung, bilden ein einziges Wesen.

Als Teil von diesem Wesen trägt der Einzelne alle Träume, alle Hoffnungen

und alle Möglichkeiten des Ganzen in sich. Wie könnte ich da sagen:

Der ist mehr oder die ist weniger? Jedes Wesen ist eine einzigartige Blüte der Schöpfung.

Jedes ist vollkommen und einmalig, und gibt sein nie zuvor gehörtes Lied in diese Welt.

Und die Lieder aller gemeinsam sind der ewige Schöpferton OM. –

 

Schaue dir die Menschen danach an, was aus ihrer Seele sprechen will,

was sie dieser Welt schenken können, um sie schöner zu gestalten,

um sie harmonischer und friedlicher erscheinen zu lassen,

um sie zu einem glücklichen, mit liebender Kraft erfüllten Ort zu erschaffen. 

Fördere jeden und auch dich darin. Erlausche die verborgenen Dinge, das,

was im Samen geschieht, bevor er den scheinbaren Sprung zum Keimling vollzieht. –

 

Schenke Verehrung allen, die erkannt haben, allen Meistern, allen Lehrern und allen die Erkenntnis anstreben.

Berühre die Füße der Erwachten.

 

 

Ordensmitgliedschaft

 

Einjähriges Noviziat: Nach dem offiziellen Eintritt beginnt ein Lebensrhythmus nach den 8 Stundengebeten. Natürlich in der Weise, wie es sich in das bisherige Leben eingliedern lässt. Im Buch "Die Acht Perlen der Freiheit" wird dies beschrieben. Es geht in dieser Zeit um einen Geisteswandel durch bewusstes Abstandhalten von den mechanischen Alltagsabläufen. Es geht um eine neue Selbstwertschätzung und eine Bereicherung der eigenen wertvollen Lebenszeit. Es geht darum zurückzukehren in eine göttliche Ordnung, die man unbewusst und erziehungsbedingt verlassen hat. Der Novize erfährt dabei Unterstützung durch den spirituellen Leiter, den er bei Fragen und Problemen anschreiben kann. - Der Eintritt in das Noviziat ist mit einer einmaligen Spende verbunden, dessen Höhe jeder nach seinen Möglichkeiten selbst bemisst. Die Bereitschaft zu geben öffnet einen Weg zu empfangen.

Ein Kennenlernen geschieht über einen Emailaustausch: bhajan-noam@gmx.de

 

Ordensmitglied: Nach dem einjährigen Noviziat kann sich der Novize entscheiden Vollmitglied zu werden. Das beinhaltet neben dem Fortschreiten auf dem begonnenen spirituellen Weg auch ein Mitunterstützen der diversen Klosteraktivitäten. Ordensmitglieder erfahren individuelle Begleitung durch den spirituellen Leiter.

 

 

 

Dankbarkeit, Freude, Liebe 

 

Amrita ist in der indischen Philosophie der Nektar der Unsterblichkeit. Um diesen zu erlangen, das heißt, seine Seele wieder in ihrer Tiefe zu entdecken, haben wir folgende Übung, die allmählich Bestandteil deines Lebens werden kann wie dein Atem:

 

Entwickle die drei Grundqualitäten in dir, die dein natürliches Wesen ausmachen: Dankbarkeit, Freude, Liebe. Atme vom ersten bewussten Atemzug am Morgen bis zum letzten am Abend vor dem Schlaf: Dankbarkeit, Freude, Liebe. Erinnere dich in jeder Situation, in angenehmen wie in unangenehmen, und bei jeder Begegnung daran: mein Wesen ist Dankbarkeit, Freude und Liebe. Es wird deine Begegnungen und Beziehungen verändern. Es wird nach und nach grundlegend dein ganzes Leben verändern, denn wir sind letztlich einzig ein Geflecht aus Beziehungen.

 

Wenn du dich durch diese Übung immer mehr mit deinem wahren Wesen, bestehend aus Dankbarkeit, Freude, Liebe, in die Beziehungen und Begegnungen hineinbegibst, verändert dies die Schwingung im Leben aller Wesen im ganzen Kosmos. Du bringst dein Licht in diese Welt. Du stellst es nicht mehr unter den Scheffel, wie Jesus dich auffordert. Und das ist unsere wahre Aufgabe in diesem Spiel, durch das Zeigen von Dankbarkeit, Freude und Liebe zum hellen Licht für diese Welt zu werden. Dann erlangen wir den Nektar der Unsterblichkeit, oder in Wahrheit: Wir erkennen, dass unser Selbst nichts anderes als dieser Nektar ist.

 

Aber "tue" dies nicht, um etwas zu erreichen, auch wenn es edel und hochspirituell aussehen mag. Wenn du es tust ist es nichts als Selbsttäuschung. Spüre vielmehr, wie es dir dabei geht, wie es sich anfühlt tief in dir drin, wenn du wieder und  wieder diese innere Kehrtwende vollziehst, von der Unzufriedenheit zur Dankbarkeit, vom Ärger zur Freude, von der Ablehnung zur Liebe. Es ist kein einfacher Prozess, es entwickelt sich langsam, oft unmerklich. Es wird viele Rückschläge geben, und es erfordert viel Geduld und immer wieder deine volle Bewusstheit. Aber am Ende...  Warte es ab!

 

 

 

Gott ist kein Fremder,

Gott ist der Bewohner deines Herzens,

Gott ist dein intimster Freund.

 

 

 

 

Unser Werkzeuge sind das Gebet, das sich Hinterfragen und die Stille. Die folgenden Abschnitte wollen Dich dazu einladen und dich zugleich einführen und einstimmen in eine für Dich vielleicht neue geistige Haltung.

 

Der sehnlichste Wunsch eines jeden Menschen ist wohl, sich ganz und heil zu fühlen. In der Torah fordert Gott sein Volk auf „Seid heilig, denn ich bin heilig“. Und das Volk Gottes praktizierte Gebete und Rituale und folgte Geboten, um diesen Zustand des Heiligseins zu erreichen. Alles das wurde ihnen gegeben, um ihnen deutlich zu machen: jeder Augenblick dieses Lebens ist bedeutsam, jede Begegnung ist wertvoll. Den gewöhnlichen Alltag gilt es anzuheben zu einem heiligen Feiertag voller bedeutsamer Ereignisse, für die wir uns wach halten sollen, um nicht den ureigentlichen Sinn unseres Hierseins zu versäumen.

 

Hier wird beschrieben, wie jedem, auch im ganz normalen Berufsalltag, ein Praktizieren mit den „Acht Perlen der Freiheit“, den acht Stundengebeten, möglich ist. Es geht ja nicht darum, eine zusätzliche Leistung, wenn auch spiritueller Art, zu erbringen, für die wir von unserer sowieso schon knappen Zeit wieder etwas opfern müssten. Es geht ganz im Gegenteil darum, Zeit mit höherer Qualität zu gewinnen. Und von dieser kostbaren Zeitinsel wird allmählich eine Strahlung hinüberscheinen in alles Profane, um es zu weihen, zu heiligen, nach und nach in etwas Besonderes zu verwandeln.

 

Die Gebete machen uns bewusst, dass unser jetziges Leben, jeder Augenblick davon, für uns selbst und für alle die, die mit uns sind – letztlich für den gesamten Kosmos – von großer Wichtigkeit ist. Unser Seelenstern spielt eine ebenso tragende Rolle wie jeder Stern, wie jede Galaxie in diesem göttlichen Reigen. Unser Tanz, unsere Melodie, unser Atem, unsere Phantasie erschaffen, wandeln und erhalten diese Welten und sind zuletzt gemeinsam das alles durchwebende, unsichtbare Band der höchsten Liebe selbst.

 

Halte dich für wesentlich, sei dir wichtig. In dem Sinn, dass Gott dir mit dem Leben, das er dir schenkte, auch eine Aufgabe erteilte, die du manchmal erst herauszufinden, in jedem Fall aber zu erfüllen hast. Dafür gab er dir den Verstand, den Willen und die Kraft. Dafür schuf er dir ein gütiges Herz und einen Sinn für Wahrhaftigkeit. Dafür pflanzte er in dich die unlöschbare Flamme der Freude und Begeisterung. Dafür schenkte er dir die Phantasie, den Sinn für Schönheit, ein freundliches Wesen und eine scheinbar unstillbare Sehnsucht. Und am Ende vermachte er dir noch ein Rätsel. – Der Mensch kommt als ein Fragender auf die Welt, um am Ende nicht etwa eine Antwort gefunden zu haben, sondern das Fragen in ein Wundern und letztlich in ein einfaches, stilles Sein verwandelt zu sehen.

 

 

Die Acht Perlen der Freiheit

 

Zum Ordensleben gehören essenziell die Stundengebete, die dem Tag einen geheiligten Rhythmus schenken und dem Praktizierenden eine beständige Quelle göttlicher Kraft, inneren Friedens und wachsender Bewusstheit sind. Sie lassen sich mit etwas Übung auch in einen ganz normalen Berufsalltag integrieren. Die Acht Perlen der Freiheit sind Gebet, Meditation und Reflektion und ihr Gebrauch wird im folgenden Text ausführlich beschrieben.

 

Diese Zeilen wollen dich einführen in ein neues, lebendiges Beten: Ein Beten, das von Anfang an eine ganz und gar positive Erfahrung für dich sein wird; ein Beten, das deinem Leben eine stabilere Basis verleiht, ein Beten das in deinem inneren Raum, und vor allem in deinem innersten Herzensraum, eine Heiligkeit gepaart mit Leichtigkeit und Heiterkeit erstrahlen lässt; ein Beten, das Gott auf eine fröhliche Weise zu dir einlädt; ein Beten, das kein Bitten sondern eine demütige, fast hilflose Dankbarkeitsbezeugung aus deinem Herzensgrund an das Unendliche ist; ein Beten, das dich von seiner Struktur her leicht in tiefere Schichten deines Unbewussten und damit zu immer mehr Selbsterkenntnis führen wird; ein Beten, das dich aus Abhängigkeiten, unbewussten Mechanismen und Projektionen herausführt; ein Beten, das aus dem Schaf einen Löwen und aus dem Löwen den wahren Menschen machen möchte; ein Beten zuletzt, das jedes Mal in eine heilige Zeremonie eingebettet wird, die du aber selbst kreieren musst, deshalb ein Beten, welches von dir immer wieder frisch, lebendig und dynamisch erlebt wird, und allein dadurch schon so befreiend auf dich wirkt.

 

Wer lange nicht mehr Religion praktiziert hat, wer noch nie oder vielleicht seit seiner Kindheit keine Gebete mehr laut gesprochen oder leise flüsternd gelesen hat, wer bisher „nur“ still meditiert hat, der könnte jetzt mit diesen Gebeten beginnen, und mit ihnen wieder in eine innere Heimat zurückkehren, die schon lange auf ihn gewartet hat. Und wem das Beten bereits eine wichtiges Herzensbedürfnis ist, der kann mit dieser Praxis für sich eine neue Tiefe entdecken und erforschen.

 

Jeder Tag hat seinen Rhythmus, seine ganz besondere Melodie. Jede Stunde hat ihre bestimmte Schwingung, ihre spezielle Stimmung. Deshalb haben schon die alten Weisen nicht nur das Jahr, sondern auch den Tag und die Nacht in verschiedene Abschnitte eingeteilt. Es gibt Stunden, die wie Feiertage heilig sind, und Stunden, die profaner Arbeit dienen; Stunden der Ruhe, des Schlafens, der Erbauung sind so wichtig wie Stunden des Broterwerbs. Du brauchst Zeiten für die Familie und für die Freunde und Zeiten für den Rückzug und die Besinnung. Zeiten für die Pflege deines Körpers und Zeiten für die Pflege deines Geistes und deiner Psyche. All dieses berücksichtigt, wer sein Leben weise plant und lebt.

 

Gewisse Abschnitte des Tages werden durch bestimmte Gebete eingeleitet oder durch sie beendet. Mit diesem Ritual vertrauen wir uns und all unser Tun dem Segen Gottes an, und unterstellen uns damit bewusst und demütig seiner weisen Führung und seinem sicheren Schutz. Nichts ist sicher in unserer wechselhaften Zeit, deshalb sollten wir nach dem suchen, was durch alle Zeiten und Ereignisse hindurch Bestand hat. Wenn wir nachts zum Himmel aufschauen, muss uns die ungeheure Weisheit, die alles das lenkt, geradezu sprachlos und ehrfürchtig machen. Im Gebet nehmen wir Kontakt auf zu dieser Kraft, öffnen wir uns vertrauensvoll für sie und erleben sie unmittelbar in unserem bis dahin kleinen, isolierten Dasein. Wir erfahren Weite im Gebet, Kraft und Ruhe, Sinngebung, Rückbindung und innere Reifung.

 

Beten ist nicht ein Daherplappern. Beten ist Lernen! Prüfe, was du im Gebet und im Alltag sagst. Reflektiere dein Tun, dein Denken, deine Einstellungen, deinen Umgang mit anderen und mit dir selbst. Ein tiefer Wandel kann sich dadurch in dir vollziehen.

 

Beten ist auch Poesie. Bringe deine Gebete, bringe deine Gedichte, bringe deine Lieder, bringe deine Freude vor Gott und in dein Leben! Bete mit Hingabe und Liebe in deinem Herzen. Dann wird Religion zur Revolution in deinem Leben.

 

Diese Gebete sind natürliche Medizin. Sie öffnen dein Herz und stärken Mut und Glauben. Sie offenbaren dir Gottes bedingungslose Liebe zu dir.

 

Bete sie, wenn du gesund bist.

Bete sie, wenn du krank bist.


Bete sie, wenn du glücklich bist.

Bete sie, wenn du unglücklich bist.

Bete sie im Erfolg.

Bete sie bei Misserfolg.

Bete und dein Leben wird erhöht.

 

Was du heute nicht verstehst, wirst du einst verstehen.


Was du heute verstehst, wirst du wieder vergessen.


Bete und dein Herz schlägt fröhlicher. Bete mit heiligem Feuer.

 

 

Beachte ein paar kleine Dinge:

 

Bevor du zu beten beginnst, wasche dir die Hände und das Gesicht, und trinke ein Glas Wasser. Bringe dich in eine heitere Stimmung. Hüpfe, tanze, lache, singe ein Lied oder ein paar einfache Töne. Gott ist Freude. Gott ist Spiel. Gott ist Schönheit und Anmut. Gott ist Begeisterung. Deshalb soll dein Beten nicht zu ernst sein. Auch wenn du betrübt bist, auch wenn deine Tränen gerade fließen, lasse sie fröhlich fließen, verkrampfe dich nicht, bewege dich. Setze dich nicht in Wut zum Gebet hin, wandele Wut durch Tanz in Mitgefühl und durch Singen in freundliches Verstehen.

 

Beten ist ein heiliges Ritual, schaffe dir einen kleinen geweihten Raum dafür. Zünde Kerzen an. Hülle dich in eine Decke oder in einen Gebetsschal und setze dich still hin auf einen Stuhl oder auf den Boden. Schaue eine Weile ins Kerzenlicht. Schließe nun deine Augen und gehe in die Stille. – Dann erst, wenn du dich bereit fühlst, beginne das Gebet der Stunde zu lesen. Lies es langsam und bedacht. Lies es ruhig dreimal oder öfter. Wenn du es in dieser Weise tust, auch wenn du es später schon lange zu kennen glaubst, wird es immer eine neue Offenbarung für dich sein!

 

Lege jetzt das Gebet zur Seite und schließe wieder die Augen. Mit der Zeit wirst du eine große Kraft in dir verspüren und sie auch ausstrahlen. Widerstehe aber allen Versuchungen, sie im Äußeren zu nutzen. Sie ist für deine innere Entwicklung vorgesehen, für deinen Durchbruch zu Gott. Verbirg sie nach außen.

 

Bete jedes Gebet zu seiner Stunde. Wenn du eins oder mehrere versäumt hast an einem Tag, hole sie nicht außerhalb ihrer Zeit nach. So wirst du vielleicht Sehnsucht bekommen, sie zu ihrer Stunde zu erfahren und dir den nächsten Tag anders einteilen.

 

Bleibe stets natürlich. Versäume nicht deine alltäglichen Pflichten. Unterdrücke nicht dein Schlafbedürfnis. Der Mensch dient nicht dem Gebet. Und das Gebet dient nicht als Ersatz für gelebtes Leben. Es ist aber ein Begleiter, ein Beschützer, ein Freund und ein weiser Kompass auf dem Pfad der Verwirklichung.

 

 

Die Gebetszeiten:

 

Bete das „Morgengebet“ um 6 Uhr.


Bete das „Zweite Morgengebet“ um 9 Uhr.


Bete das „Mittagsgebet“ um 12 Uhr.


Bete das „Gebet am frühen Nachmittag“ um 15 Uhr.

Bete das „Nachmittagsgebet“ um 18 Uhr.


Bete das „Abendgebet“ um 21 Uhr.


Bete das „Gebet zur Mitternacht“ um 24 Uhr.


Bete das „Stille Gebet“ um 3 Uhr.

 

Lies auch einmal täglich nach dem Gebet und deiner Meditation den Text „Erinnerung“. Und einmal monatlich irgendwann am Abend diese Anleitung.

 

 

Zu den Reflektionen:

 

„Die Acht Perlen der Freiheit sind ein Prüfstein für unser Denken und Handeln. Sie sind Medizin gegen unsere Verwirrung. Sie sind Erkenntnisweg, Weisheitslehre, Lebensordnung, Meditation, Gebot, spirituelle Übung - und vor allem ein unablässiges tiefes Fragen an uns selbst.

 

Die nach jedem Gebet folgende Reflektion möchte dich dazu anregen, über das einzelne Gebet, nachdem du es für dich gesprochen und darüber kontempliert hast, öfter auch schriftlich zu reflektieren: als Selbsterforschung, als Forschen nach der Weisheit, nach dem Frieden, nach der Liebe, nach dem Göttlichen in dir. Benutze anfangs diese Anregungen, später schreibe deine Gedanken frei nieder.

 

Jedes der acht Gebete ist eine leicht zu öffnende Tür zur Wahrheit. Alle gemeinsam sind sie ein mystischer Pilgerpfad - nicht nach Jerusalem, nicht nach Rom, nicht nach Compostela -, dein innerstes Herz ist ihr Ziel. Gehe ihn mit allem Ernst und mit aller Freude. Am Ende, was auch immer deine Motivation gewesen sein mag, wirst du das gefunden haben, wonach dein Herz immer suchte.

 

 

Das Buch "Die Acht Perlen der Freiheit" mit den acht Stundengebeten, Reflektionen und Textauszügen aus heiligen Schriften ist hier bestellbar: bhajan-noam@gmx.de

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