Essenz / Essence:

Ich wünsche dir, dass du hier findest, was dich weiterbringt, was dir hilft auf deinem Weg, was dich ermutigt, anregt, vielleicht auch hier und da verunsichert, was  Fragen in dir beantwortet, aber auch neue Fragen aufwirft, was deine Phantasie beflügelt und dein intuitives Potential belebt. Ich schreibe leicht verständlich und tiefgründend, gelegentlich humorvoll und satirisch und immer nur aus eigener Erfahrung und Verbundenheit. Ich möchte zum Weiterdenken und Weiterforschen anregen. Ich heiße dich willkommen auf dieser Seite! Möge sie dir die Erkenntnis schenken, die gerade jetzt von dir gebraucht wird für deine nächsten Schritte. OM Shanti, Shalom, Salam, Peace, Frieden.

Ich freue mich über Rückmeldungen und Fragen:> bhajan-noam@gmx.de


  

 

Copyright: Bhajan Noam





DIES GENÜGT - Die Essenz aller Lehren.

„Der Schriften gibt es viele – Die Schrift ist nur in deinem Herzen.
Der Worte gibt es ohne Zahl – Das Wort ist einzig in deinem tiefsten Sein.
Der Zahlen ist kein Ende – Die Zahl füllt deinen Kern mit tausend Sonnen.
Der Namen, wer kann sich ihrer entsinnen – Der Name ist dein Haus in Ewigkeit.

Diese Weisheit alleine genügt, um deine Seele für immer zu stillen.“

~ Bhajan Noam ~


Mein Kommentar dazu:

Wie die Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten erforscht hat und immer noch weiter erforschen wird, denn es ist ein Gebiet ohne Ende, enthält die DNA alle Daten unseres Körpers, ja sie ist ein Programm, das sich von der Zeugung bis zu unserem Tod abspult, unsere Konstitution und jeweilige Kondition vorausbestimmt, eventuelle Krankheiten auslöst, den Alterungsprozess in Gang setzt und zuletzt unseren physischen Tod auslöst. Vielleicht wird die Wissenschaft eines Tages sogar herausfinden, dass jeder unserer „persönlichen“ Gedanken, jede „individuelle“ Entscheidung, jeder Traum, jede Phantasie, jeder Wunsch, jede Begierde, jede Handlung zu deren Erfüllung und selbst Meditation und die Suche nach der sogenannten „Selbsterkenntnis“ nichts als ein Programm ist, dass wir erfüllen.

Erschreckend? Es gab einen Film von Rainer Werner Fassbinder, der diesen Gedanken Ende der 60er Jahre schon aufgegriffen hatte. Und mit nur etwas anderen Worten und Bildern beschrieben es die Veden schon vor vielen Tausend Jahren.

In der Bhagavad Gita sagt Lord Krishna zu Arjuna: „Ich bin der Ursprung von allem; aus mir entwickelt sich alles; in diesem Wissen verehren mich die Weisen in Meditation. – Unter den Schöpfungen bin ich der Beginn, die Mitte und auch das Ende, oh Arjuna. – Und ich bin der Tod, der alles verschlingt, und der Reichtum der Menschen, die wohlhabend sein wollen. – Und jeder Same aller Wesen bin ich ebenfalls, oh Arjuna.“ Und im 1. Buch Samuel 2.6 u.7 wird gesagt: "Der Ewige tötet und belebt, senkt in die Gruft und holt herauf, macht arm, macht reich, erniedrigt und erhöht."

Die Gehirnforschung ist vor etlichen Jahren schon auf diesen Punkt gestoßen und kann es anhand von recht einfachen Tests zweifelsfrei belegen, dass jede Handlung zum Beispiel schon geschieht, bevor uns unser Bewusstsein sagt, ich habe dies entschieden, ich tue dies. Ich finde, das ist doch wirklich einer der größten Witze überhaupt! Und die Pointe, wenn ihr immer tiefer reingeht, hat kein Ende. Das Lachen hört überhaupt nicht mehr auf!


„Der Schriften gibt es viele – Die Schrift ist nur in deinem Herzen.“

Unser spiritueller Weg beginnt meistens damit, dass uns ein Buch in die Hand fällt, das uns auf eine vielleicht noch unbewusste Weise tief berührt. Wir können nicht genau sagen, was uns da anspricht und innerlich bewegt, doch ab jetzt beginnt sich in unserem Leben Schritt für Schritt etwas zu ändern. Wir werden uns mehr Schriften zulegen, von Lehrern/Lehrerinnen, von Meistern/Meisterinnen. Wir werden auch zu den sogenannten Heiligen Schriften greifen. Und ab diesem Punkt werden wir merken, dass die Widersprüche sich häufen, dass wir uns plötzlich in einem Dschungel befinden und keinen klaren Weg mehr erkennen können.

Haben wir uns einem Meister anvertraut, sieht die Geschichte ganz anders aus. Der Meister führt uns Schritt für Schritt, er ist der Fremdenführer in dieser unbekannten, unverständlichen Welt. Denn eines sollten wir von Anfang an in Bezug auf Heilige Schriften bedenken: Sie sind Jahrtausende alt und kommen nicht aus unserem Kulturkreis. Sie sprechen in einer Sprache, die wir gar nicht verstehen können. Sie sind zwar übersetzt in unsere Sprache, also die Wörter können wir lesen, aber die Bilder, die diese Sprache benutzt, die ihr zugrunde liegen, sind uns fremd. Und dann kommt das Problem der Übersetzung selbst noch hinzu, die gar nicht die Termini, die Metaphern, das Zeitkolorit, die feinen Nuancen, die Laute, die Klänge, die Melodie des Ursprünglichen übertragen kann! Der Meister hilft uns, der Meister entkernt das Ganze und führt uns auf geschlängelten oder graden Pfaden zum Zentrum des Lichts. Auf unserem Weg werden uns immer wieder kleine Lichter aufgehen und wir spüren, dass wir uns langsam, sehr langsam der Wahrheit annähern.

Vom Koran sagt man, er kann nur gesungen verstanden werden. Ähnlich ist es mit allen Schriften, die früher und teils auch heute noch gesungen werden. Die Bhagavad Gita, die Thora, der Koran und in der katholischen Kirche auch die Bibel. Und in der Tat ist es der Gesang, der unser Herz öffnet und uns zugänglich macht für die Worte, die Gedanken, die Hinweise. Unser Herz ist Rhythmus, ist Tanz, unsere Seele ist Klang ist reine Musik. Unsere Seele enthält bereits alle Klänge, alle Rhythmen, alle Melodien der Schöpfung. Sie selbst ist Das Buch des Ganzen, wie die DNA der Code für unsere Körper-Verstand-Einheit ist.

„Die Schrift ist nur in Deinem Herzen“. Schriften, Wahrheiten, die uns auf den Weg bringen können, gibt es viele im Außen. Die Wahrheit aber ruht schon immer in unserem Herzen, in unserer Seele. Nur deshalb erklingt etwas in uns, wenn ein Ton der Wahrheit unser Ohr erreicht. Und bald wird der Ton zur Symphonie, wenn wir endlich in uns selbst zuhause ankommen!


„Der Worte gibt es ohne Zahl – Das Wort ist einzig in deinem tiefsten Sein.“

Die Worte die wir normalerweise beim Denken und Sprechen benutzen, sind notwendig für unser Überleben, für die Kommunikation, für unser körperliches und psychisches Wohlbefinden. Sie haben in der Wirklichen Welt keine Bedeutung. Doch manchmal, eher zufällig, erklingt ein Wort in einem Gespräch, das tief in uns etwas berührt. Vielleicht müssen wir plötzlich lachen, ein Lachen das aus unserem Herzen aufsteigt. Vielleicht kommen uns Tränen oder ein sehr unbestimmtes Gefühl, eine leise Ahnung weht durch uns hindurch. Sie hat sanft wie ein Hauch Das Wort in unserem tiefsten Sein gestreift, das Mantra unseres Lebens, die Formel des tiefsten Glücks. Deshalb gibt uns ja der Meister ein Mantra. Er erkennt unser inneres "Wahres Wort" und eröffnet uns mit dem passenden Schlüssel wieder den Zugang zu ihm. Ein Mantra ist kein beliebiges Wort der Umgangssprache, ein Mantra ist ein geheimes Codewort. Und so kann es ein wahres Wunder vollbringen!


„Der Zahlen ist kein Ende – Die Zahl füllt deinen Kern mit tausend Sonnen.“

In der Mathematik und in der Musik, in der altüberlieferten Architektur, wie auch in der Kabbala besteht der Kosmos aus Zahlen, aus einfachen und komplexen Formeln. Zahlen können Harmonie wie Chaos erzeugen. Jede einzelne Zahl hat bereits in sich eine tiefe Bedeutung, das Zusammenspiel zweier, dreier bis unendlich vieler Zahlen ist ein Abbild des Kosmos, vom kleinsten Teilchen über die komplexeren Gebilde bis zum großen Ganzen.

„Das Wort in uns“ betrifft noch die individuelle Seele mit all ihren Erfahrungen aus den Millionen Inkarnationen, die sie durchlebt hat und die sie weiter mit sich trägt. „Die Zahl, die deinen Kern mit tausend Sonnen füllt“ ist der göttliche Funke, das Innerste Geheimnis. Die Macht des Seins und Nichtseins! Was die Atomforschung früh erkannte, die unbeschreibliche Kraft, die in einem einzigen Atom gebündelt ruht, diese Kraft, nur nicht mehr ausdrückbar gewaltiger, ist der Seelenfunken, das Innerste des Seelenkerns, das Allerheiligste des Tempels in uns. Jetzt verstehen wir vielleicht auch die Geschichten der Bibel, die sich um dieses Allerheiligste drehen. Der einzige Inhalt des Allerheiligsten, dieses Raumes, den nur der Hohe Priester betreten durfte, ein einziges Mal im Jahr und nur nach sorgfältigster Vorbereitung, war die Bundeslade, welche die Zehn Gebote enthielt. Die Zehn ist in der Kabbala die Zahl Gottes, die vollständige Zahl, die Erfüllung, die Zahl DES GANZEN.

Dies drückt die für den Verstand unfassbare Wirklichkeit aus: Gott ist mit aller Macht, mit aller Wahrheit, mit aller Freude in uns!


„Der Namen, wer kann sich ihrer entsinnen – Der Name ist dein Haus in Ewigkeit.“

Das Aussprechen Gottes Namens ist im Judentum nicht erlaubt. Man benutzt andere Name für ihn im Gebet oder wenn man untereinander über Gott spricht: Der Herr, Der Ewige und viele weitere. Es gilt: Der Name Gottes ist Gott, nicht nur eine bloße Bezeichnung für ihn, er ist Gott selbst! Den Namen Gottes durfte ebenfalls nur der Hohe Priester an diesem einen Tag im Jahr im Allerheiligsten ausrufen. Gottes unausgesprochener, ja in Wahrheit unaussprechbarer Name ist Gott und ist unser wirkliches, letztendliches und ewiges Zuhause.

Und jetzt: Gott ist der innerste Kern, der Bewohner, der Meister und Gott ist „Dein Zuhause“, das Haus, die Hülle. Wer bist dann Du?


„Der Schriften gibt es viele – Die Schrift ist nur in deinem Herzen.
Der Worte gibt es ohne Zahl – Das Wort ist einzig in deinem tiefsten Sein.
Der Zahlen ist kein Ende – Die Zahl füllt deinen Kern mit tausend Sonnen.
Der Namen, wer kann sich ihrer entsinnen – Der Name ist dein Haus in Ewigkeit.

„Diese Weisheit alleine genügt, um deine Seele für immer zu stillen.“

OM Shanti.


~ Bhajan Noam ~










Yoga, Sex und Kosmisches Bewusstsein

Ich gestehe es gleich zu Beginn: Yoga steht hier nur als Lockvogel im Titel. Oder anders gesagt: Bewusst praktizierter Sex, mit Achtsamkeit empfangener und erlebter Sex ist nichts anderes als eine Form der Meditation, eine Form von Yoga, wenn nicht der Ur-Yoga. Und das können wir auch in meinen folgenden Ausführungen erkennen. Es gibt fünf Entwicklungsstufen im Sex. Zuerst ist Sex Selbstzweck. Dann ist Sex Verbindung. Als Nächstes reift er zu Liebe heran. Danach hebt er uns in die wache Bewusstseinsebene, Sex wird zu Präsenz. Und am Ende der Entwicklung ist er unser Sprungbrett ins Namenlose, ist er Transzendenz, ist er pures Sein. Er ist diese eine Energie, die sich durch unser ganzes Leben, durch unseren gesamten Werdungsprozess hindurch höher und höher, weiter und weiter entfaltet. Mit wachsender Reife verfeinert sich Sex von Stufe zu Stufe zu kosmischer Bewusstheit. Bei allem aber, von der ersten bis zu letzten Stufe spielt Phantasie die wesentliche Rolle. Phantasie ist immer der Beginn von allem Neuen, von einem großen Aufschwung. Als erstes beflügelt uns immer die Phantasie, dann folgt der Mut zu unserem nächsten Schritt nach oben. Phantasie ist verspielte Intelligenz, die uns auffordert, die Dinge leicht anzugehen. Jede Handlung, ja schon beim Denken, sollten wir mit Leichtigkeit beginnen. Voll Leichtigkeit, voll Verspieltheit und voll Freude sollte unser ganzes Leben sein, ein Tanz der Energien! Wenn wir spielerisch, ohne Zwang, ohne Verbissenheit denken, handeln – leben! stellt sich Phantasie, stellt sich die Inspiration von alleine ein. Phantasie verträgt keine Schwere. Sie braucht den weiten Raum, Freiheit, Freude und Beschwingtheit als Nahrung. Schwere ist tödlich für sie. Da uns Sex, wie ich vorhin begann, durch unsere gesamte Entwicklung hindurch begleitet und trägt, oder weit mehr noch, da wir Verkörperung dieser großen und großartigen Energie sind, sollten wir ganz besonders im Sex spielerisch, phantasievoll und daraus resultierend achtsam und liebevoll sein. Verspieltheit entwickelt Sensibilität in uns. Wir werden empfindsamer für unsere eigenen Bedürfnisse und die Bedürfnisse anderer, unserer Partnerinnen und Partner in diesem großen Lebensspiel, das eigentlich ein Liebesspiel sein sollte. Empfindsamer geworden werden wir wie von selbst auch friedvoller und liebevoller. Wenn wir aufgehört haben uns selbst zu verletzen, wird es uns unmöglich sein, andere zu verletzen. Denn es ist ja unsere eigene Verletztheit und Selbstvernachlässigung, die uns aggressiv gegen über dem anderen, dem Spiegelbild, macht. Liebe aber fordert Achtsamkeit, und Liebe fordert Hingabe. In Liebe versunken, beginnen wir letztlich die Große Einheit zu ahnen, nach der wir uns alle aus tiefster Seele sehnen. Und jetzt ist es kein weiter Weg mehr.

~ Bhajan Noam ~


Kommentar von A.:

Lieber Bhajan, ich danke für diesen unorthodoxen Beitrag. Mir ist der lustfeindliche Ansatz durch meine katholische Erziehung eingeimpft worden und ich meine ihn auch in ein paar yogischen Strömungen wiederzuentdecken. Dein Ansatz scheint mir eine wohltuende Ergänzung zu sein. A.


Antwort von Bhajan Noam:

Liebe A.! Vielen Dank für Deinen Kommentar. Rückfrage: Ist dieser Artikel wirklich immer noch unorthodox? Na dann Gute Nacht Deutschland! Dann halte ich meinen Artikel allerdings nicht für einen ergänzenden Ansatz, sondern für das eigentliche Kernthema! Vergiss bitte alle Religionen und alle Lehren und spüre Dich selbst als Mensch. Stelle Dir immer wieder neu diese Fragen: "Was ist Menschsein generell, was ist mein Menschsein, meine spezielle Wahrheit, meine Aufgabe, meine Erfüllung - jenseits aller Prägungen?" Buddha hat von allen seinen Schülern niemals verlangt, an ihn und seine Lehre zu glauben. Er hat immer wieder betont, das sei seine Erfahrung. Und er hat sie aufgefordert, selbst zu forschen, in sich zu gehen, zu meditieren, um zu erfahren, was für sie die Wahrheit ist. - Versuche bitte, Dich aller Moral zu entledigen. Das bist nicht Du, das ist eingeimpft. Es mögen alles wunderbare und menschenfreundliche Gedanken sein, aber sie kommen nicht von Dir, sie sind Dir in den Kopf gesetzt worden, als Du noch nicht bewusst warst und Dich nicht wehren konntest. Jetzt glaubst Du, dass es Dein Denken, Dein Empfinden ist. Aber das stimmt nicht. Wirkliche Moral ist sozusagen unmoralisch. Sie resultiert nicht aus der Befolgung der zehn Gebote. Du kannst moralisch sein, ohne jemals etwas von ihnen gehört zu haben. Das ist die Moral, die im Herzen von jedem wohnt. Die kleine, feine Stimme, die vom Lärm der Welt überlagert ist. Meditation bedeutet, all diesen Lärm - einschließlich der Stimmen Deiner Eltern, Deiner Lehrer und der Gesellschafft - zum Verschwinden zu bringen, alles Aufoktroyierte, alle Konditionierungen fallen zu lassen und bei SICH anzukommen, in der Leere, die zugleich die wahre Fülle ist, in der alles enthalten ist, was wirklich von Wert ist: Liebe, Freiheit, Freude, Wahrheit, Verstehen. Jesus sagte, wer nicht Vater und Mutter verlässt und mir folgt, der kommt nicht ins Himmelreich. Oder er sagte, wer nicht seine Kleider zerreißt und wieder wie ein Kind wird, wird das Himmelreich nicht erfahren. Jesus hat es für seine geistig etwas schlichten Anhänger entsprechen schlicht ausgedrückt. Er meinte aber genau das oben gesagte: In uns sind die Stimmen von Vater und Mutter, aber wir müssen die eigene Stimme entdecken und ihr allen Raum geben, um unser in unserem wahren Selbst zu erfahren. Die Kleider, die wir zerreißen sollen, sind die Prägungen der Gesellschafft, die es gilt, von sich zu schleudern, um wieder nackt und ungeprägt zu sein. Nur in dieser Reinheit, in dieser wiedererlangten Unschuld ist es möglich, die Stimme Gottes zu empfangen, oder die Stimme unseres eigenen inneren Selbst, die Wahrheit IST. OM Shanti und liebe Grüße, Bhajan *** .


Kommentar von A.:

Lieber Bhajan! Was das Leben angeht bin ich kein Frischling mehr, aber Yoga praktiziere ich erst seit zwei Jahren. Im Rahmen meiner Yogalehrerausbildung lese ich Patanjali und Sukadev und Swami Vishnu und Swami Sivananda und hatte diese Bücher bisher so verstanden, dass man innere Freiheit nur erreicht, wenn man die Herrschaft über seine körperlichen Bedürfnisse erlangt. Meditation bedeutet für mich das Abschalten der Reize, die die Sinne an mich weiterleiten, um mich auf meinen inneren Kern zu konzentrieren, ja, ihn erst wirklich wahrzunehmen. Ehrlich gesagt tue ich mir mit der Meditation sehr schwer, da das stille Sitzen selten zu Zuständen von Konzentration, geschweige denn innerem Frieden führt, die ich seltsamerweise beim Arbeiten oder vor allem bei kreativen Tätigkeiten viel eher erfahre. Herrschaft des Geistes über den Körper ist also eine Sache, die mich reizt, aber oft an meine Grenzen bringt. Beziehungsweise es poppen die alten Muster hoch von Leistung und Erfolg, nur dass ich es nicht mehr meinen Eltern recht machen will, sondern meinen Yogalehrern. ;-) Oder den selbstverwirklichten Meistern. Und meinen Körper kann ich dann nicht lieben, weil er bei der Konzentration stört. Eigentlich ist Yoga ja Vereinigung und damit sollten Körper und Geist eine gewisse Gleichberechtigung erhalten. Trotzdem neige ich selber dazu, das Konzept eher so zu verstehen, dass der Körper in die Irre führt, da viele Signale nicht aus dem Selbst kommen sondern aus unserer tierischen Natur. Dabei ist der Geist genauso ein Schwachkopf auf dem Weg zur Erleuchtung, oder? Aber er gilt als feiner, elitärer. Wenn ich dich richtig verstehe sollten wir beide links liegen lassen und auf unser Herz hören. Ahimsa als Leitfaden und sonst nichts. Ist ja schwer genug, den eigenen Geist, den eigenen Körper und die gesamte Kulisse aus Menschen, Tieren, Luft, Wasser etc aus ganzem Herzen bedingungslos zu lieben.
Und natürlich hört man die kleine feine Stimme der Wahrheit oft nicht. Oder man hört eine Stimme, aber es ist nur die des Triebs nach Gesellschaft, Ruhm, Macht, Sexualität, Bestätigung. Woher weiß ich denn, dass ich mich nicht selber betrüge, wenn ich sage, ich folge nur der Stimme der Liebe und pfeife auf Konventionen?
Angelika


Antwort von Bhajan:

Liebe A.! Ja genau, der Mensch ist so kompliziert geworden in seiner Psyche in seinem Denken, dass er jeglichen Überblick verloren hat und wie ein Narrenschiff den Gewalten des Ozeans hilflos ausgesetzt scheint. - Und genau an dieser Stelle gilt es, einen SCHNITT zu machen. Entweder, und eigentlich ist es das einzig Richtige, begibt man sich mit dieser Erkenntnis "Ich weiß gar nichts mehr, ich bin hilflos" in die Gegenwart eines verwirklichten Meisters, vertraut sich ihm restlos an und lässt sich führen, oder, und das ist weitaus schwieriger und voller Tücken, man gesteht sich selbst ein oder Gott oder einer inneren Instanz, dass man den Faden in seinem Leben verloren hat oder eigentlich noch nie hatte und dass man Hilfe braucht, zuverlässige Führung. In jedem Fall ist es einerseits die Erkenntnis der Tatsache, dass wir nichts wissen und auf der anderen Seite die vollkommene Hingabe an das Sein, repräsentiert durch einen Meister, einen Guru - oder pur, ohne Mittler an das Sein unmittelbar. Wer weder zum einen noch zum anderen fähig ist macht Flickarbeit und verheddert sich immer mehr!

Solange Du aber noch lieber alleine rumschwimmen willst, ein paar kleine Hinweise: Der "Teufel" sitzt im Kopf, niemals im Körper. Und deswegen erzählt er Dir auch, der Verstand sei höher als der Körper. Das ist christlicher, hinduistischer, buddhistischer... Unsinn! Nonsens! Was wärest Du ohne diesen Körper? Du hättest keine Möglichkeit zu wachsen, zu reifen, zu erblühen! Der Baum, dem wir die Wurzen kappen, wird weder Blätter noch Blüten entwickeln, und erst recht keine Früchte tragen! Dabei gibt es gerade in der hinduistischen Tradition dieses allseits bekannte Bild des Lotus, dessen Wurzeln in der Tiefe des Sees, im schlammigen Boden gründen und dessen Blüte sich makellos über den Spiegel des Sees erhebt. Ein kleiner Schnitt mit dem Messer und... alle Göttlichkeit ist dahin. Hahaha...

Wenn dieser Körper ein Hinderungsgrund für Erleuchtung, für die Erfahrung der Göttlichkeit in uns ist, dann ist der liebe Schöpfer ein sadistisches Arschloch und sollte von uns einen Tritt in das selbige bekommen, aber mit aller Kraft! Nein, das ist er nicht! Vom Zentrum des reinen Lichtes verdünnt oder vergröbert sich die Energie nach außen hin mehr und mehr. Unsere Seele kommt aus diesem Zentrum und verlässt es, weil sie zur Freiheit erschaffen wurde. "Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde." Wir sind wie Gott, wir haben alle Freiheit in jede Richtung. Damit wir aber nicht orientierungslos sind, gab uns Gott das Wissen um die Gesetzmäßigkeiten seiner Schöpfung und erklärte uns die Folgen des Einhaltens dieser Gesetze, wie auch die Folgen des Nichteinhaltens. Aber er gab uns keine Beschränkung, jede Erfahrung dürfen wir selbst machen, und natürlich auch jede Folge selbst tragen. Wohlgemerkt, das sind Bilder, nicht die letzte Wirklichkeit.

Nirgendwo hat Gott den Körper, den er ja höchst persönlich als Gefährt, als Raumschiff sozusagen, für unsere Seele erschuf, als schlecht, als minderwertig, als unrein erklärt. Im Gegenteil: "Gott segnete sie und sprach, seid fruchtbar und vermehret euch." Dass eine Kirche immer das Gegenteil aus der Ursprünglichen Wahrheit macht, ist ja schon eine Plattitüde. Es geht um Macht. Und nur um Macht! - Ganz anders im Judentum, und der Gott der Bibel ist der Gott des jüdischen Volkes, wie auch Jesus Jude war, kein Christ ;-))), und ausschließlich Juden predigte. Ohne jüdisches Verständnis der Thora kommt es zu nichts als Missverständnissen, was alleine schon an Luthers deutscher Übersetzung liegt. Im Judentum wird großer Wert auf das Hier und Jetzt gelegt. Und Körper und Sexualität haben ihren ganz natürlichen Stellenwert. deshalb ist es auch fast ein Ding der Unmöglichkeit, einen sexuell verklemmten Juden anzutreffen. Man betrachte in der Hinsicht einmal Freuds weltverändernde Leistung.

Ich habe Vieles geschrieben, für jetzt ist genug. Ziehe einen Nutzen daraus. Lieb Grüße, OM Shanti, Shalom, Bhajan ***


Kommentar von A.:

Danke! A.



 

 

ATEM – IN VERBUNDENHEIT MIT ALLEN DIMENSIONEN DES SEINS

“Da bildete Gott, der Ewige, den Menschen aus Staub und hauchte Lebensodem in sein Antlitz; so ward der Mensch ein lebend Wesen.“ 1. Mose 2.7

Der erste Atemzug des Neugeborenen ist der Einatem, der letzte Atem des Sterbenden ist der Ausatem. Mit der Geburt jedes Menschen beginnt ein Kreis, oder sagen wir besser eine Sequenz der ewigen Spirale, die mit dem individuellen Tod in einen neuen Abschnitt übergeht. Solange wir in diesem unseren Körper weilen, ist der Atem unser treuester und zuverlässigster Begleiter. Er verlässt uns nie, und auf ihn können wir uns in allen Situationen verlassen.

Es ist jedem mehr oder weniger bewusst, dass es zwei Atemweisen gibt:

1. Den unwillkürlichen Atem, das ist derjenige Atem, der die meiste Zeit geschieht ohne unser Hinzutun, ohne Nachdenken darüber, meist auch ohne Empfinden. Dieser Atem sichert unser Überleben und passt sich „automatisch“ bestmöglich allen Situationen an. Er ist ruhig und flach, wenn wir schlafen oder in einem entspannten Zustand sind. Er vertieft und beschleunigt sich bei körperlicher Anstrengung. Er reagiert aber auch sehr fein auf unseren jeweiligen geistigen und psychischen Zustand. Er ist der sensibelste Parameter und der genauste Ausdruck, das präziseste Diagnostikum für unser körperlich-seelisch-geistiges Befinden. Und er verbindet uns in unbewusster Selbstverständlichkeit mit der gesamten Schöpfung. Ich atme aus - du atmest ein. Wir geben CO2 ab - die Bäume spenden uns dafür Sauerstoff. Mein Prana beeinflusst dein Prana in der Heilbehandlung. Das Göttliche Prana empfängt uns jede Nacht während unseres Schlafs in seinen Armen und speist uns mit unsterblich machendem Nektar.

2. Den willkürlichen Atem, das ist der Atem, den wir bewusst steuern. Es gibt diverse Anlässe und Gründe, auf diese Weise mit seinem Atem zu arbeiten. Der einfachste ist der, dass wir z. B. spontan bei Ermüdung oder bei einer Anspannung tief durchatmen und dabei die Wohltat und Kraft des Atems empfinden und vielleicht auch genießen. Immer mehr Menschen ziehen daraus den Schluss, den positiven Nutzen des Atems in ihr Leben zu integrieren und beginnen damit, regelmäßig Yoga und Pranayama zu üben. Dabei werden sie irgendwann die Erfahrung machen, dass der bewusst gelenkte Atem nicht nur die körperliche Gesundheit unterstützt, Wohlgefühl vermittelt und ungeahnte Kräfte aktiviert, sondern dass darüber hinaus etwas mit und in ihnen geschieht, dass noch nicht ganz greifbar wird, das viele Fragen aufwirft, aber nach und nach auch die Antworten aus der Weisheit ihres eigenen Herzens aufteigen lässt.


Was uns berichtet wird:

„In meiner Beziehung verändert sich etwas. Mein Partner geht auf Distanz. Gespräche zwischen uns gestalten sich immer schwieriger. Die gemeinsame Basis scheint uns verloren gegangen zu sein. Es macht mir manchmal Angst. Andrerseits will ich aber auch nicht mehr zurück. Meine Erfahrungen, die ich in letzter Zeit machen durfte, haben mein Leben in unglaublicher Weise bereichert.“

„Mein Partner unterstützt mich in letzter Zeit sehr in allem, was ich tue. Er hat sich sogar entschlossen, jetzt auch Yoga zu machen. Unsere Beziehung hat sich zum Positiven gewandelt. Ich weiß nicht, ob bei ihm die Angst, mich zu verlieren, der Motivator ist. Letztlich ist es ja auch egal, was das Bewusstsein weckt und was uns den Weg zur Veränderung öffnet.“

„Ich komme mit meinen Kollegen auf der Arbeit immer weniger zurecht. Mit meiner Arbeit ergeht es mir ebenso. Es fühlt sich alles so sinnentleert an. Ich mache die Dinge, die zu tun sind, aber ich mache sie nur mechanisch. Meine Seele, mein Herz sind nicht dabei. Ich weiß jetzt, dass das schon immer so war, nur ich kann es heute nicht mehr ertragen. Die Gespräche mit den Arbeitskollegen bleiben oberflächlich. Es ist eigentlich auch keine Zeit vorhanden für mehr. Längerfristig werde ich mich nach etwas Sinnvollem umschauen. Ich fühle immer mehr, dass Yoga und besonders die Atemübungen mir die Kraft und den Mut dazu geben.“

„Mein Empfinden hat sich sehr verändert. Ich nehme zum Beispiel die Natur ganz anders wahr. Ich habe öfter als früher das Bedürfnis, draußen zu sein, durch die Wiesen zu gehen, den Vögeln zu lauschen, mich einfach hinzulegen und nur zu sein in dieser wunderbaren Schöpfung.“

„Ich fühle große Dankbarkeit in mir, einfach so. Meiner Familie gegenüber, meinen Kindern, meinem Partner, meinen Eltern. Ja sogar meinem eigenen Körper gegenüber, der mich bisher gesund durch dieses Leben getragen hat. Ich fühle mich verbunden mit einer großen, unbeschreiblichen Kraft, mit einer großen Weisheit, die alles zu durchdringen scheint. Dieses Gefühl überwältigt mich jedes Mal, wenn es in mir aufsteigt.“

„Ich war immer ein sehr schüchterner, unsicherer Mensch. Ich hatte wenige Kontakte. Mein Herz war immer so voll, was ich gerne mitgeteilt hätte, es waren aber Gefühle, für die ich nie die treffenden Worte in Gegenwart eines anderen gefunden hätte. Jetzt habe ich plötzlich so viele Gesprächspartner, mit denen ich mich verstehe und die mich verstehen. Ich muss sagen, ich bin aufgeblüht. Ich habe kaum noch etwas gemein mit der Person, die ich noch vor einem Jahr war.“

„Ich habe meinen Mann in seinem Sterbeprozess begleitet. Es hat in mir etwas geöffnet, zu dem ich zuvor keinen Zugang hatte. Yoga und Meditation haben mir die Basis dafür gegeben, die Ruhe und beinahe, wenn ich das aussprechen darf, Unbekümmertheit. Es war eine Verbundenheit da mit einer großen segnenden Kraft, die auch mein Mann spürte. Und so konnte ich einfach seine Hand halten und ihm durch meine Präsenz das Gefühl der Geborgenheit schenken. Er ist am Ende ganz leicht hinübergegangen. Für diese tiefe Erfahrung danke ich Gott von ganzem Herzen.“


~ Bhajan Noam ~



   


Mehr gibts in meinem Buch "HEARTBEAT", das 2012 erscheint.

280 Seiten Weisheit und Humor. Über 40.000 Worte Frieden.




 

Copyright: Bhajan Noam

   

Das komplette Seminarprogramm 2011/12 > www.bhajan-noam.de

Oder erfragen unter: bhajan-noam@gmx.de


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