K L A N G - Y O G A
Hier zeige ich eine von mir zusammengestellte ganzheitliche Yogatherapeutische Arbeit mit großer Tiefenwirkung. Elemente dabei sind vier Asanas, Pranayama und die Wirkung dreier verschiedener Klanginstrumente. Beim ersten Teil kommt noch eine reflektorische Wirkung hinzu. Eine ganz wesentliche Rolle spielen dabei auch die Phasen des Nachruhens, des Nachwirkenlassens und Nachspürens.
Vorweg schwingen sich Behandler und Klientin in einer stillen Meditation auf einander und auf die Übungsbehandlung ein.
Die erste Position ist der "Schmetterling" in Rückenlage. Zunächst wichtig ist dabei, der Klientin, angepasst an ihre Beweglichkeit, die Knie mit jeweils einem oder zwei Kissen zu unterpolstern. Die zusammengelegten Fußsohlen zeigen mit den inneren Längsgewölben der Füße nach oben. Diese stellen die Reflexzone für die Wibelsäule dar.
Der Behandler nimmt hier die große, tieftönende "Beckenschale" und stellt sie so auf die inneren Längsgewölbe, dass nirgendwo ein störender Druck erzeugt wird. Strümpfe oder ein Tuch können dies gegebenenfalls abmildern. Die Klientin wird aufgefordert, langsam und tief ein- und auszuatmen. Beim Einatmen soll sie jeweils die Vorstellung haben, dass er durch das Wurzelchakra "Muladhara" am Beckenboden einströmt und im Körper aufsteigt und sich ausbreitet. Sie wird auch aufgefordert, auf die Wibelsäule zu achten und die allmälich in ihr aufsteigende Energie. Nach und nach kann sie auch auf die verstärkende Wirkung der Klänge achten.
Der Behandler beobachtet den Atem der Klientin und begleitet jeden Einatem kurz nach den Atemimpuls mit einem Anschlagen der Klangschale. Ist der Atemrhythmus schneller oder klingt die Schale sehr lange nach, schlägt er nur bei jedem zweiten Einatem an.
Bei diesem ersten Teil der aktiven Behandlung sind fünf Kräfte am arbeiten. Es ist erstens der Atem, zweitens der duch ihn angeregte Energiefluss, drittens die begleitenden Klänge, viertens die reflektorische Wirkung der inneren Längs-gewölbe auf die Wirbelsäule und den zentralen Energiekanal "Sushumna" und fünftens wirken die bewusste Anwesenheit, das bewusste Beobachten.
Die Zeit für diesen Behandlungsteil beträgt 5 Minuten. Danach wird Zeit gelassen zum Nachspüren. Dabei ist natürlich die Klangschale wieder abgenommen und die Position der Beine oder des ganzen Körpers darf verändert werden.
Die nächste Position, welche die Klientin einnimmt, wenn sie soweit ist, ist die "Stellung des Kindes" oder Embryohaltung. Auch hierbei muss im Einzelfall an ein Unterpolstern gedacht werden, damit die Position niemals anstrengend wird und die Aufmerksamkeit nicht abgelenkt wird.
Ist die Klientin bequem in ihrer Position, wird sie zu einem langsamen, tiefen Atmen aufgefordert. Die Vorstellung soll dabei sein, das der Einatem innerlich an der Wibelsäule entlangstreicht und abwärts fließt bis zum Kreuzbein, wo bei diesem ersten Teil der Übungsbehandlung, die tieftönende Beckenschale aufgestellt und angeschlagen wird. Sie wird ebenso aufgefordert, auf die Dehnung ihrer Wibelsäule zu achten und die allmählich dort entstehende Durchlässigkeit.
Der Behandler schlägt die Schale diesmal unabhängig vom Atemrhythmus an, er lässt sie einfach genügend lange ausklingen.
Die Behandlungszeit bestimmt hier allein die Klientin. Mit ihr wurde vorweg vereinbart, dass sie, wie unten abgebildet, mit den Händen winkt, wenn es ihr genug ist.
Den zweiten Teil und die wichtige Ergänzungs- und Ausgleichsübung dieses Behandlungsabschnitts bildet das "Sonnengebet". Dabei erhebt sich die Klientin in die Knieposition, streckt sich und öffnet sich mit Gesicht und Armen nach oben zur Sonne. Mit tiefen Atemzügen empfängt sie innerlich deren strahlende Energie. Auch in dieser Position verweilt die Klientin so lange, wie es ihr angenehm ist.
Der Behandler begleitet dabei unabhängig vom Atemrhythmus mit den Zimbeln, die er jeweils sanft oberhalb der ausgestreckten Arme anschlägt und dann klingend langsam an der Wibelsäule abwärts führt bis in Kreuzbeinhöhe.
Die Klientin kehrt wieder zurück in die Stellung des Kindes. Diesmal wird die Beckenschale am Übergang Brustwirbel-Lendenwirbel aufgesetzt. Hier kann, um Druckschmerz zu verhindern, das Auflegen eines Tuches wichtig sein, da einige Menschen stark hervortretende Dornvortsätze haben.
Das Vorgehen ist das gleiche wie oben, nur wird der Atem jetzt innerlich zu dieser Übergangsstelle gelenkt.
Das verabredete Zeichen leitet wieder das Sonnengebet ein.
Die dritte Klangschalenposition ist der Bereich zwischen den Schulterblättern. Hier wird die höher klingende "Herzschale" eingesetzt, die aber entsprechend sanfter angeschlagen wird.
Alles weitere ist wie oben. Der Atem wird zum hinteren Herzbereich gelenkt.
Und wieder leitet das vereinbarte Zeichen nun das dritte und letzte Sonnengebet ein. Es wird vom Behandler gefühlvoll bis zum Ende begleitet
Der dritte Behandlungsabschnitt ist die "Fischposition". Die Klientin hat sich vorweg gedehnt und geräkelt. Dann begibt sie sich soweit in diese Position, wie es ihr angenehm ist und hält sie so lange, wie es ohne große Anstrengung möglich ist. Auch hierbei ist ein Unterpolstern manchmal wichtig.

Für die Behandlung ist das exakte Führen der Klangschale, hier wieder die "Herzschale", besonders wichtig. Die Schale wird vom Behandler in einem großen Kreis über der Klientin geführt, beginnend jeweils mit dem Anschlag etwa in Solarplexushöhe und auch dort wieder mit der ausklingenden Schale endend - allerdings ohne Stopp, ein durchgängiges Kreisen.
Der Winkel der Führung ab dem Anschlagpunkt muss so sein, dass die Liegende durch den Klang optimal in ihre Haltung gezogen wird. Der ganze Kreis muss exakt über der Körpermitte durchgeführt werden. Denn das Bewusstsein folgt dem Klang - es folgt ihm auch, wenn wir die Bahnen schräg ziehen - und es richtet entsprechend den Körper innerlich und äußerlich danach aus. Die Wirkung dieses Übungsabschnitts ist die Öffnung des Herzens und letztlich des ganzen vorderen Bereichs.
Durch dieses intensive Übungs"progamm" ist jetzt eine Gesamtdurchlässigkeit und somit die Grundlage für ein neues Empfinden seiner selbst hergestellt. Atem, Klänge und Energie verschmelzen Körper, Geist und Seele zu einer be-wusst erlebten Ganzheit.
Die Behandlung ist beendet, wenn die Klientin sich aus der Position begibt. Sie wird aufgefordert, sich wieder gut zu dehnen und durchzubewegen, und danach auszuruhen. Der Behandler deckt die Klientin nach Bedarf zu.
Den Abschluss kann wieder eine kleine gemeinsame Meditation bilden, dem dann das Feedback der Klientin folgt. Ebenso teilt der Behandler seine Wahrnehmungen mit.
OM NAMASTE
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Das Dreieck
Beim Dreieck fällt die Dehnung viel leichter, wenn sie mit Klang begleitet wird. Dabei wird die Schale ganz unten in Knöchelhöhe angeschlagen und dann langsam in etwa 10 bis 20 Zentimeter Abstand so weit wie möglich nach oben und dann wieder langsam abwärts geführt. Unten wird wieder neu angeschlagen usw. Wichtig ist dabei der Hinweis an den Übenden, sanft, langsam und tief in die Dehnung zu atmen und den Atem zu halten, solange es angenehm ist. Dann haben wir sowohl die Hilfe der Klänge von außen wie auch die innere Unter-stützung des Atems. Der Übende sollte dabei bewusst die neue Weite, die in ihm entsteht, miterleben. Natürlich wird er auch die Spannungen und Blockie-rungen dabei deutlicher wahrnehmen. So weiß er, wo seine Aufgabe beim Üben ist. Mit den Klängen und in Verbindung mit bewusster Atmung gelingt jedoch alles Loslassen viel einfacher.
Nach dem Üben zur einen Seite, das so lange dauert, wie es einem angenehm ist, folgt zunächst eine kleine Ruhephase und ein Nachspüren. Z.B. wie fühlt sich diese Seite an im Unterschied zur anderen? Ist mehr Weite, mehr Ausdehnung entstanden, mehr Raum für den Atem? Ist mehr Lebendigkeit in dieser Seite? Danach folgt dann das Üben für die andere Seite.
Am Ende sich genug Zeit lassen, um die Übung nachwirken zu lassen und sich insgesamt zu spüren. Was hat sich verändert? Fühle ich mich freier, weiter, belebter? Konnte ich die Klänge annehmen, haben sie mich beim Dehnen unterstützt? Schwingt mein Atem weiter, war auch er eine Hilfe, die meinem Dehnen mehr Raum gab und es dynamischer gestaltete, nicht so statisch? Über dieses bewusste Wahrnehmen wird sich das Üben mit der Zeit sehr vertiefen und kann dann auch im Alltag bei sonst automatisch ablaufenden Bewegungen immer mehr integriert werden.
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Vielleicht von den Klängen angelockt hat sich ein Dompfaff draußen vorm Fenster niedergelassen.
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Der Drehsitz
Die Klangbegleitung beim Drehsitz beginnt auf Kreuzbeinhöhe. Hier wird die Schale im Abstand von 10 bis 20 Zentimeter angaschlagen und dann langsam kerzengrade nach oben bis weit über die Kopfhöhe geführt und ebenso langsam weiter nachklingend wieder zurück. Die gerade Führung, unabhängig von der momentanen Wirbelsäulen- und Rückenausrichtung, regt die Aufrichtung an. Die Schale wird dabei vom Begleiter mit der inneren Einstellung geführt, als klinge sie jeden einzelnen Wirbel und jede Bandscheibe an. Der Übende wird darauf hingewiesen, entweder den Atem in der Vorstellung durch die Wirbel-säule fließen zu lassen oder, wie oben beim Dreieck, kann er zu den gedehnten Muskeln langsam, sanft und tief hinatmen. Dabei denken, dass jeder Einatem frische Energie, Sauerstoff und Entspannug bringt und jeder Ausatem alles Verbrauchte, alle Spannungen und Schlackenstoffe mit hinausträgt.
Der Drehsitz wird zunächst zur einen Seite geübt, danach ein Lockern, Entspan-nen und Nachwirkenlassen und dann kommt die andere Seit dran.
Abschließend sich wieder lockern und dann in Rückenlage entspannen und die Wirkung der Übung im ganzen Körper wahrnehmen.
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