Zeremonie der Einheit

ein Wochenende mit

Bhajan Noam

Der folgende Text ist ein Beispiel für den ersten Abend. So oder ähnlich steigen wir gemeinsam in das Thema des Seminars ein. 

Bei Fragen (z. B. zu Terminen) bitte mailen >  bhajan-noam@gmx.de

Ich freue mich auch über Einladungen mit diesem Seminarprogramm.

FREITAGABEND

Begrüßung:

Ein herzliches Willkommen euch allen, die ihr an diesem Wochenende zu dem Seminar „Zeremonie der Einheit“ angereist seid. Ihr seid hierher gekommen, um die Einheit zu zelebrieren. Vielleicht meint der eine damit die Einheit der Religionen und der andere die Einheit der gesamten Menschheit, und einige meinen die Einheit mit Gott oder die Verbundenheit mit einer höheren Kraft. In Wahrheit seid ihr hierher gekommen, um etwas über euch zu erfahren, euren Weg, euren Ursprung, euer Ziel.

Ihr seid hier, weil euch eine bestimmte Energie hierher gerufen hat. Ihr seid einer inneren Stimme gefolgt. Diese Stimme in euch ist euer wahrer Führer, der Satguru im Herzen eines jeden. Bringt diese Stimme nicht zum Verstummen, sondern beginnt, sie immer deutlicher zu vernehmen und ihrer Wahrheit zu folgen. Der Satguru ist nicht getrennt von euch, ihr selbst seid es, euer tiefstes Wesen, das mit Gott immer in der Einheit lebt. Nur der laute Verstand, dem ihr oft zuviel Energie gebt, überlagert diese Tatsache.

Wer die Wahrheit lebt, wird kein problemfreies Leben haben. Wer sich selbst zu leben beginnt, kann viele Probleme mit seinen bisherigen Mitmenschen, vielleicht mit den Freunden und auch mit der eigenen Familie bekommen. Doch auch wenn es äußerlich so scheinen mag, wer sich selbst lebt, wer der Stimme der inneren Wahrheit folgt, trennt sich damit nicht von seinen Mitmenschen und von der Welt. Ganz im Gegenteil: Niemand ist enger mit der Welt und den Menschen verbunden, als der, der den Weg tief zu sich gefunden hat. Niemand empfindet mehr Verständnis, mehr Mitgefühl, mehr Liebe für die Welt. Doch das ist nur für die wenigsten ersichtlich.

Wer seiner inneren Wahrheit folgt, wird sich immer freier, immer unabhängiger fühlen. Er wird eine nie gekannte Freude erleben. Nur ein authentisches Leben kann wirklich Leben genannt werden. Und Authentizität entspringt nicht dem Kopf, sondern allein dem Herzen, dem auch die echte und tiefe Freude innewohnt. Sich selbst sein und freudig sein ist eine Einheit. Wer all zu ernst ist, lebt nicht in dieser Einheit. Das ist ein deutliches Erkennungszeichen: Wenn ich die Dinge zu ernst nehme, bin ich im Verstand, denn der Verstand liebt Probleme über alles. An ihnen kann er sich austoben.

Wir wollen an diesem Wochenende mehr und mehr ins Herz gelangen. Und dazu werden wir hier die Essenz aller Traditionen nutzen. Diese und die Freude, den Tanz, die Lebendigkeit nutzen wir, um den Prozess der Transformation, der Selbstwerdung in Gang zu setzen und weiter zu unterstützen.

Und deshalb werden wir auch sofort mit einem Tanz beginnen. Erlaubt euch dabei, ganz frei zu sein. Steuert euch nicht. Kontrolliert nicht eure Bewegungen. Schließt die Augen, kümmert euch um niemanden um euch herum und lasst euch tanzen!

Tanz

(Danach sitzen wieder alle und kommen in die Stille. Es folgt ein Gebet und Lieder zur Einstimmung.)

Das Judentum, ständig verfolgt, geschmäht und missachtet, fast ein Mauerblümchen im Staub der Jahrtausende, ist dennoch die Mutter der beiden größten Weltreligionen. Deren Siege waren glorreich, doch selten mit ihren Glaubenssätzen errungen. Sie waren unaufhaltsam – und sie vergaßen dabei zu häufig die beiden menschlichsten Regungen: die Dankbarkeit und die Liebe gegenüber dem Haus, dem man entstammt.

Ein jüdisches Shabbat-Gebet, das diesen Dank und diese Liebe dem Schöpfer gegenüber zum Ausdruck bringt, soll unsere Zeremonie eröffnen.



Eröffnungsgebet:

Shabbat-Lob

Lass mich singen dir, mein König.
Lass mich danken dir, dich preisen.
Lass mich loben deine Werke:
Heiliges Weben, heiliges Walten!

Du bist mein Glanz und mein Licht.
Aus der Dunkelheit hebst du mich empor.
Von Angesicht zu Angesicht lässt du mich schauen
All deine Wunder.

Wie groß deine Machtfülle,
Sie lässt mich erschauern,
Die die Unendlichkeit hegt
Und den Flug noch des kleinsten Staubkörnchens wägt.

Alles ist lebendig in dir:
Jeder Lufthauch hat seinen Namen,
Jedes Wesen kennt Vater und Mutter,
Jeder Lichtfunke hat sein Heim in dir.

Wie sprühen sie am Morgen im Glanz des Taus,
Gen Mittag über den Meeren
Und des Nachts am hohen Himmelsrund.
Wie sprühen sie in uns voller Heiligkeit!

Der Glaube allein sieht dein goldenes Licht.
Nur die Liebe hört die erhabenen Gesänge.
Voll Vertrauen sink’ ich in deinen sanften Schoß
Und nähre mich an deiner Güte.

So lobe ich den Tag, der gänzlich dir gehört,
Der mich erblühen lässt an staubigen Wegen,
Der mir Regen ist und milde Sonne.
So lobe ich diesen Tag, der sich ausdehnt über alle Welten.

Nimm mich auf, Königin Shabbat, wie dein eigenes Kind!
Führe mich zum Antlitz des Gekrönten!

Wie die Bäume grünen und süße Früchte bringen,
Wie die Blumen in bunter Fröhlichkeit sprießen,
Wie die Wolken ziehen, die acht Winde brausen,
Wie das Meer wogt, die Gestirne kreisen,
So lasse auch mich lebendig sein bis zum letzten Hauch.

Weihe mein Tun und alle meine Worte,
Wandle Neid und Zorn in Mitgefühl.
Mache mein Herz wieder staunend und rein.
Allein dich will in allen Wesen ich schauen:

Licht der Welt, Thron der Liebe,
Du, meine Quelle, ewiger und einziger Gott.
Dir mein Schweigen, dir mein Gebet –
Und dir meine ganze Unzulänglichkeit.

Amen.


* * *


Wir singen nun gemeinsam ein Shabbat-Lied. Ein Lied, das an Erev Shabbat, am Frei-tagabend, wenn der Shabbat mit dem Aufleuchten der ersten drei Sterne am Himmel beginnt, in den Familien gesungen wird:


Erev Shabbat

Ha-yom yom shishi, ha-yom yom shishi
Machar Shabbat, machar Shabbat, Shabbat menucha.
Machar Shabbat, machar Shabbat, Shabbat menucha.

Ha-yom kulam ov’dim, ha-yom kulam ov’dim
Machar Shabbat, machar Shabbat, Shabbat menucha.
Machar Shabbat, machar Shabbat, Shabbat menucha.

Heute ist Freitag. Morgen ist Shabbat. Shabbat, der Tag der Ruhe.

Wir singen noch ein Zweites, ein vielleicht bekanntes Kinder-Shabbat-Lied:

Shabbat Shalom

Et ha-avak mi-kol pinna nasir lichvod Shabbat.
Al ha-kir temuna yafa nitle lichvod Shabbat.
La-buba sim’la nekiya nalbish lichvod Shabbat.
Shabbat shalom, Shabbat shalom,
Menucha ve-simcha ha-yom.

Wir werden jede Ecke reinigen,
Wir werden ein schönes Bild an die Wand hängen zu Ehren des Shabbat.
Wir ziehen der Puppe ein sauberes Kleid an zu Ehren des Shabbat.
Shabbat shalom, Shabbat shalom,
Ruhe und sei heute freudig.


Und zuletzt noch dieses, das ihr gerne auch im Kanon singen könnt:

Haleluya

Haleluya haleluya be-tziltzele shama.
Haleluya haleluya be-tziltzele t’rua.
Kol ha-n’shama, tehalel ya
Haleluya haleluya.
Kol ha-n’shama, tehalel ya
Haleluya.

Haleluya, preist Gott mit dem Klang der Zimbeln.
Haleluya, preist Gott mit dem Klang der Trompeten.
Alle Seelen preisen Gott, haleluya haleluya.



* * *


Nachdem wir uns auf diese Weise eingestimmt haben und innerlich schon etwas ange-kommen sind in der „Zeremonie der Einheit“ – die ja bereits begonnen hat mit unserem gemeinsamen Gesang – und die wir weiterhin gemeinsam an diesem Wochenende gestal-ten wollen, möchte ich etwas zu meinen Vorstellungen und ganz persönlichen Anliegen diesbezüglich sagen.

Zunächst möchte ich das Thema umreißen:
Einheit fängt sozusagen in der kleinsten Einheit, also bei uns selbst, an. Dann kann es weitergehen in der Familie und im Freundeskreis, wo jeder ein Gefühl der Einheit er-fahren möchte. Wir gründen Vereine und Parteien mit dem Gedanken, Gleichgesinnte zu vereinen. Wir treten einer Religion bei oder befinden uns seit unserer Kindheit ungewollt in ihr. Auch dort will der Praktizierende das Gefühl der Einheit erleben. Und manche setzen ihre Macht ein, um scheinbare Einheit herzustellen.

Nun, Einheit hat nichts mit äußeren Bestrebungen und Erwartungen zu tun. Einheit lässt sich nicht künstlich erzeugen, mit welchen Mitteln auch immer. Keines ist legal. Und es ist auch keines notwendig. Kehren wir zurück, wenden wir uns nach innen zu dieser kleinsten Einheit, uns selbst. Bringen wir den Mut auf, diesen schmalen Weg zu gehen, werden wir vielleicht am Ende ein wirkliches Wunder entdecken. Es ist möglich, dass dies der eine oder andere an diesem Wochenende tatsächlich tut.

Über den Weg der Mystik, der tiefsten, der ewigen Religion, die in allen Religionen ver-borgen liegt, den es für den Suchenden in der eigenen Religion oder einer neu angenom-menen zu entdecken gilt, wird man mit viel Ausdauer und Geduld herangeführt zum eigenen Wesenskern, den manche Seele nennen, oder Atman, oder das Selbst. Jeder Religion wohnt dieses Gemeinsame inne. Die Bilder sind verschieden das Urbild dahin-ter ist gleich. Die Liturgie, die Gebete, die Lieder sind verschieden, die Stille dahinter ist die Gleiche. Auch hinter den Göttern, den tausend Namen und Vorstellungen von ihnen, mögen sie noch so unterschiedlich und vielfältig sein, steht das eine Unbenenn-bare, die unaussprechbare Wahrheit.

Jeder Streit könnte vermieden werden, wenn wir bei uns selbst blieben, wenn wir unsere eigene Vergänglichkeit betrachten würden, wenn wir die Nichtigkeit unseres Wollens erkennen könnten. Im Gebet, wenn es kein Betteln ist, im wahren Gebet, im ernsten Gespräch mit dem, was wir als spirituelles Gegenüber meinen, in der Meditation, in der stillen Einkehr werden uns die tiefen Wahrheiten nach und nach offenbart. Mancher durchlebt auch eine Krankheit oder einen Schicksalsschlag und erfährt dabei die Umkehr. Die innere Umkehr vom Profanen zum Wirklichen, vom Surrogat zur Essenz.

Hier werden wir meditieren, hier werden wir Übungen machen, hier werden wir sehr offene Gespräche mit einander haben, die uns allen weiterhelfen auf dem Weg in die Einheit, heraus aus den Fallen der Schüchternheit, der Überheblichkeit, des Besonders-seins und wie sie alle heißen mögen. Hier wollen wir vor allem Freude praktizieren, denn wahre Freude ist der größte Ego-Auflöser. Gemeinsam beten, gemeinsam meditieren, gemeinsam singen, gemeinsam lachen und sich dabei nicht allmählich in der Einheit verlieren, ist fast unmöglich. - Nun, jetzt möchte ich gerne etwas von euch und über euch hören. Jeder darf sich frei fühlen, sich hier mitzuteilen, damit wir uns kennen lernen, soweit es in diesem Rahmen möglich ist. Damit wir alle von einander lernen können. Jede Lebenserfahrung jedes Einzelnen hat immer Bedeutung auch für alle anderen. Denn wir sind tatsächlich nicht getrennt. Keine Erfahrung machen wir für uns alleine, auch wenn es so aussehen mag. Jede Erfahrung ist universal. Wenn wir Leid in uns tragen, teilen wir es mit der Welt, ob stumm oder sehr laut. Wenn wir Freude in uns tragen, sind alle Wesen partizipiert. Mag unsere ausgestrahlte Schwingung noch so gering sein, das Universum schwingt mit. Wenn wir tanzen, tanzen auch die Sterne. Wenn wir eines Tages die Erleuchtung finden, leuchten alle Sterne hell auf. Das sagt uns die Geschichte vom Stern zu Bethlehem: Wenn ein strahlender Meister geboren wird, zieht es selbst die Sterne zu ihm hin.



 Austausch 



Meditation:

OM

Ich möchte euch jetzt eine Meditation auf den universalen Klang „OM“ vorschlagen. OM ist das Mantra des Einheitsbewusstseins, OM ist die spirituelle Nahrung für die Seele. Dieser Klang trägt uns zurück zum Anfang allen Anfangs. Dieser Ton lässt uns Mit-schöpfer sein. OM füllt diesen Augenblick, der Anfang und Ende, der die Ewigkeit ist, der zugleich Raum- und Zeitlosigkeit ist, die Ausdehnung – und das Hier und Jetzt, die Zentrierung. OM leert uns von allem Ballast. OM bringt die Stimmen zum Schweigen. OM bewirkt, dass das innere Licht aufleuchtet. In diesem Sinn lasst uns das OM zelebrieren.

Jeder beginnt laut zu seiner Zeit. So lassen wir zunächst diesen Raum hier eine Weile erklingen. Und dann lasst euch nach und nach vom OM in die Stille tragen. Tönt es nur noch im Stillen, in eurem Inneren. Geht tiefer und tiefer, bis selbst das OM sich in euch verliert.
 


* * *


Während diese Erfahrung noch in euch nachklingt, während ihr jetzt sehr offen seid für Worte, die vielleicht aus der gleichen Stille, in die ihr soeben eingetaucht seid, in diese Welt gelangten, lese ich euch zum Abschluss dieses Abends einen Text aus dem Dham-mapada vor. Verlasst hinterher schweigend diesen Raum und geht auch schweigend auf eure Zimmer. Und wem es möglich ist, kann bis zum Morgen in Schweigsamkeit bleiben. Ich wünsche Euch deshalb schon jetzt eine friedvolle Nacht. Ich bedanke mich für euer Hiersein, für eure Präsenz am heutigen Abend und freue mich auf den morgigen Tag mit euch.


Lesung:


Von der Freude

1 Freue dich
sei liebevoll,
selbst unter denjenigen, die hassen.

2 Freue dich,
bleib gesund,
selbst unter den Kranken.

3 Freue dich,
bleib friedlich,
selbst unter den Empörten.


4 Freue dich,
auch ohne Besitz,
wie die Erleuchteten.

5 Der Sieger sät Hass,
weil der Verlierer leidet.
Lass das Gewinnen und Verlieren
und finde Freude.

6 Nichts ist verzehrender
als das Feuer der Gier,
nichts übler als Hass,
nichts schmerzhafter als Not.
Und nichts ist beglückende
als die Freude der Befreiung.

7 Gesundheit, Zufriedenheit und Vertrauen
sind deine größten Schätze,
Befreiung ist dein größtes Glück.

8 Schau in dich.
Sei gelassen.
Frei von Furcht und Begehren,
erfahre die süße Freude des Weges.

9 Wie erfreulich ist der Anblick der Erwachten,
wie erfreulich ist der Umgang mit den Weisen.

10 Wie lang ist dem Menschen der Weg,
der mit Toren geht.
Aber wer mit den Weisen geht,
erkennt seine Geschwister
und erfährt die Freude des Weges.

11 Halte dich also an die Erleuchteten,
die Weisen, die Erwachten, die Liebenden,
denn sie wissen,
was zu tun und zu lassen ist.

12 Folge ihnen,
wie der Mond dem Weg der Gestirne folgt.

Ende

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Spirituelle Geschichten 


Der Jäger – oder der Gejagte

Es war einmal ein Jäger, der war einen ganzen Vormittag auf der Jagd und hatte nichts erlegt. Zur Mittagszeit wurde er hungrig. Da entledigte er sich seiner Waffe, setzte sich gemütlich unter einen Rhododendrenbaum und packte sein mitgebrachtes Lunchpaket aus. Am selben Tag hatte auch ein Tiger in der Umgebung gejagt und nichts erbeutet.

Als er den Mann witterte und schließlich arglos da sitzen und futtern sah, dachte er:  "Aha, da ist ja meine Beute!“ Vorsichtig schlich er sich an. Aber ein trockener Ast knackte unter seinen Pfoten. Der Jäger schrak hoch, fuhr herum und erblickte das Raubtier. Sein Herz raste, die Nackenhaare sträubten sich und alle Muskeln spannten sich an. Dummerweise hatte er sein Gewehr drei Meter weit entfernt an den Baumstamm gelehnt. Zu weit, ihm blieb nur die Flucht.

Im Zickzack und gebückt rannte er  rechts und links an den Bäumen vorbei und unter den niedrigen Ästen hindurch so rasch er nur konnte. Doch es gibt ein uraltes Naturgesetz, welches besagt: Tiger läuft schneller als Mensch. Der Jäger erlebte hautnah, dass es tatsächlich so ist. Fast spürte er den heißen Atem des Raubtiers in seinem Nacken. Da sah er vor sich am Waldrand einen alten Brunnen. Mit langen Sätzen und einem gerade noch rechtzeitigen Sprung entkam er um Haaresbreite dem Tiger.

Während des Fallens standen seine Gedanken still und so griff er beherzt nach einer Wurzel, die auf halber Höhe aus der Umfassung ragte, denn er wusste ja noch nicht,   wie tief der Brunnen ist und ob er nicht an dessen Grund zerschmettern würde. Als er langsam wieder zu Atem kam – das Grollen des Tigers über sich – und seine Augen das Halbdunkel unter ihm durchdrangen, erblickte er zu seinem Entsetzen eine große Pythonschlange, die sich vom gar nicht fernen Grund des Brunnens ihm entgegenreckte. Fast hätte er vor Schreck die Wurzel wieder losgelassen. Zitternd klammerte er sich an ihr fest und hoffte, seine Kräfte würden nicht schwinden.

Doch da machte er eine neue furchtbare Entdeckung. Neben dem knorrigen Holz, an dem er baumelte befand sich ein Loch, aus dem abwechselnd eine weiße und eine schwarze Ratte hervorkamen und an der Wurzel nagten. Sie ließen sich durch nichts stören. Glücklicherweise schien ihm die Wurzel aber recht dick zu sein.

Während er nun so da hing, entdeckte er gleich nebenan eine Bienenwabe. Der süße Duft des Honigs stieg ihm in die Nase und es verlangte ihn nach dieser Köstlichkeit. Mit einer Hand griff er danach und schleckte von dem tropfenden Honig, während die wütenden Bienen ihn zugleich zerstachen. Es schien eine Ewigkeit zu dauern, doch es war nur eine kurze Zeit, da hatten die weiße und die schwarze Ratte die Wurzel durchgenagt. Der Jäger fiel in die Tiefe des Brunnens, wo ihn die Pythonschlange fraß.

Kommentar: 

Dies ist die Geschichte unseres Lebens. Der Tiger ist die Zeit, die uns jagt. Die Wurzel ist das Leben, an dem wir hängen. Die weiße und die schwarze Ratte sind die Tage und Nächte, die dahineilen. Die Pythonschlange ist der Tod, der auf uns lauert. Die Honigwabe stellt die Sinnesobjekte dar, von denen wir uns Freude und Erfüllung versprechen, obwohl die Stachel und das Gift der Bienen uns immer wieder eines Besseren belehren sollten.

Gibt es einen Hoffnungsschimmer in dieser Geschichte? Aber ja! Das habe ich von Rabbi Nachman gelernt: Wer sich in einer ausweglosen Lage der vergänglichen Süße des Honigs so wie dieser Jäger hinzugeben versteht, der bringt im nächsten Leben die beste Voraussetzung mit, sich in jeder Situation der unendlichen Süße Gottes preiszugeben.   Er wird unausweichlich einen Meister treffen, der ihn darauf hinweist, indem er ihm vielleicht diese Geschichte erzählt.

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Herausforderung

Ich habe ein altes Gleichnis gehört. Es muss uralt sein, weil Gott zu jener Zeit noch auf Erden weilte. Eines Tages kam ein Mann zu ihm, ein alter Bauer, der ihm erklärte: „Schau, du magst ja Gott sein und die Welt erschaffen haben, aber eines muss ich dir sagen: Ein Bauer bist du nicht. Du kennst nicht einmal das ABC der Landwirtschaft. Du hast noch einiges zu lernen.“

„Was rätst du mir?“, fragte Gott. Der Bauer sagte: „Gib mir ein Jahr Zeit und lass die Dinge nach meinem Willen geschehen, und wart ab, was passiert. Es wird keine Armut mehr geben.“

Gott willigte ein, und der Bauer bekam ein Jahr. Natürlich bestellte er nur das Beste; er dachte nur an das Beste – keine Gewitter, keine Stürme, keine Gefahren für die Ernte. Alles war angenehm, behaglich, und er freute sich sehr. Der Weizen wuchs so hoch! Wenn er Sonne wollte, schien die Sonne; wenn er Regen wollte, regnete es, soviel er wollte. In diesem Jahr lief alles richtig, mathematisch richtig.

Aber als der Weizen geerntet wurde, waren keine Körner darin. Der Bauer war erstaunt. Er fragte Gott: „Was passiert? Was ist schief gelaufen?“

Gott sprach: „Da es keine Herausforderung gab, keine Reibung, und du alles vermieden hast, was schlecht war, ist der Weizen unfruchtbar geblieben. Ein bisschen Kampf gehört dazu. Stürme sind nötig, Donner und Blitze sind nötig. Sie rütteln die Seele im Weizen wach.“

                                                                                                                                           (Erzählt von Osho)

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Der Zaddik und seine Chassidim

Rabbi Jizchak von Skwira, ein Enkel Rabbi Nachums, erzählte einmal: „ In einem Städtchen unweit von Tschernobyl saßen einmal um Shabbatausgang etliche Chassidim meines Groß-vaters, lauter fromme redliche Männer, beim ‚Geleitmahl der Königin’ und besprachen sich von der Rechenschaft der Seele. Vor Gottesfurcht und Demut schien es ihnen, sie hätten sehr gesündigt, und sie kamen überein, es gebe an sich für sie keine Hoffnung mehr, nur einen einzigen Trost hätten sie, dass sie sich dem großen Zaddik Rabbi Nachum angeschlossen hatten: er würde sie erheben und erretten. Daher kamen sie weiter überein, sie müssten unverweilt zu ihrem Lehrer gehen. Sogleich nach dem Mahl machten sie sich auf und zogen mitsammen nach Tschernobyl.“

„An jenem Shabbatausgang aber saß mein Großvater in seinem Haus und legte die Rechenschaft der Seele ab. Da schien es auch ihm in seiner großen Furcht und Demut, er habe sehr gesündigt und es gebe für ihn keine Hoffnung mehr außer dieser einen, dass jene gotteseifrigen Chassidim sich Ihm angeschlossen hätten und ihm nun eine Wohltat erweisen würden. Er trat an die Tür und sah nach dem Wohnort der Schüler hinüber, und als er eine Weile gestanden hatte, sah er sie kommen.“

„In diesem Augenblick“ – so schloss Rabbi Jizchak seine Erzählung – „fügten sich zwei Bogen zum Ring zusammen.“ 
 

(Aus "Erzählungen der Chassidim" von Martin Buber. Siehe unter> 'Literatur')  

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Der Tanz des „Großvaters“

Wenn der „Spoler Großvater“ an Shabbaten und Festtagen tanzte, war sein Fuß leicht wie der eines vierjährigen Kindes. Und unter allen, die den heiligen Tanz sahen, war nicht einer, der nicht alsbald mit seiner ganzen Seele die Umkehr vollzog; denn er wirkte im Herzen aller, die es sahen, beides, Weinen und Wonne, zugleich.

Einst war Rabbi Schalom Schachna, der Sohn Abraham des „Engels“, am Freitagabend sein Gast, nachdem sie eine Zeit in Streit miteinander gelegen und dann Frieden geschlossen hatten. Rabbi Schalom saß, wie stets in der Shabbatnacht, ganz in Gott versunken, der „Großvater“ aber blickte fröhlich um sich wie immer, und keiner sprach ein Wort. Als sie aber zu Ende gegessen hatten, sagte Rabbi Arje Löb: „Sohn des Engels, könnt ihr tanzen?“ – „Ich kann nicht tanzen“, antwortete Rabbi Schalom. Rabbi Arje Löb stand auf. „So seht“, sagte er, „wie der Spoler Großvater tanzt.“ Sogleich erhob sein Herz seine Füße, und er tanzte um den Tisch.

Als er sich einmal hin und einmal her bewegt hatte, sprang Rabbi Schalom auf. „Habt ihr gesehen“, rief er den Chassidim zu, die mit ihm gekommen waren, „wie der Alte tanzt?“ Er stand und sah unverwandt auf die Füße des Tanzenden. Später sprach er zu seinen Chassidim: „Glaubt mir, so sehr hat er alle seine Glieder geläutert und geheiligt, dass seine Füße mit jedem Schritt alles heiligen.“

                                                   (Aus "Erzählungen der Chassidim" von Martin Buber. Siehe unter> 'Literatur') 

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Rabbi Nachmans Lehre vom Beten zu Gott in der Natur

„In des Menschen Augen ist das wenige gar nichts, in Gottes Augen ist das wenige viel. Alleine der Wunsch, Gott zu finden, ist ein Schritt zu Ihm. Deswegen ist es wichtig, alles, was das Herz bedrückt, dem Allmächtigen zu sagen. In der einsamen Natur übergebe ich Gott, gelobt sei Er, alle meine Zweifel und Sorgen. Meine Freuden und Leiden breite ich vor ihm aus, und er versagt seinen Trost nicht.“

Medwedewka wurde zum ersten Sammelpunkt der Anhänger von Rabbi Nachman, und was er jahrelang einsam in den Wäldern von Ussiatyn praktiziert hatte, begann er als Lehre zu verbreiten. Jede Nacht machte sich Rabbi Nachman mit seinen Jüngern auf und wanderte mit ihnen aus dem schlafenden Städtchen hinaus in den finsteren Wald, der nur vom Mondlicht beschienen wurde. Sie zerstreuten sich zwischen den Bäumen und jeder schüttete sein Herz mit seinen Worten vor dem himmlischen Schöpfer aus.

„Bete mit Inbrunst und Gott wird dich erhören“, lehrte Rabbi Nachman seine Jünger. „Geh auf das Feld und bete dort, alle Gräser werden in dein Gebet einstimmen. Ihr Lied wird dir Kraft geben, Gott zu preisen und Ihn um Hilfe zu bitten. Auch wenn dir keine Worte einfallen und du nur beten kannst ‚Hilf mir’, wird Er dir helfen. Auch wenn du keine Worte hast, suche die Einsamkeit. Dein Wille, mit Gott zu sprechen, wird deinen Mund öffnen. Das Gebet aus tiefem Herzen ist der Weg zu Gott. Lerne beten, und du wirst Ihn erfahren, und deine Seele wird sich Ihm anhängen.“

                                                                          (Aus "Rabbi Nachman und die Thora"; siehe unter> 'Literatur'

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Angulimal

Gautama Buddha machte einen Mörder zu seinem Jünger, und zwar nicht mal einen normalen Mörder. Man nannte ihn Angulimal. Angulimal bedeutet: der Mann, der einen Rosenkranz aus menschlichen Fingern trägt. Er hatte einen Schwur geleistet, dass er eintausend Menschen töten und von jedem Ermordeten einen Finger behalten würde, damit er sich merken konnte, wie viele er schon umgebracht hatte. Und er machte sich eine Kette aus all diesen Fingern. Er hatte bereits neunhundertneunundneunzig Finger an seinem Rosenkranz – nur einer fehlte. Und er fehlte, da der Weg zu ihm versperrt war – niemand mehr wagte, in die Gegend zu gehen, wo er lebte. Buddha kam jedoch zu dieser gesperrten Straße. Der König hatte Wachen an dieser Straße postiert, um die Leute daran zu hindern, dorthin zu gehen – besonders Fremde, die nicht wussten, dass ein gefährlicher Mann hinter den Hügeln lebte. Die Wachen sagten zu Buddha: „Diese Straße darf nicht benutzt werden. Das ist der Ort, wo Angulimal lebt. Nicht einmal der König hat den Mut, diese Straße zu benutzen. Dieser Mann ist einfach wahnsinnig!“

Nur seine Mutter ging manchmal zu ihm hin. Sie war die einzige Person, die ihn noch ab und zu aufsuchte, aber selbst sie hatte damit aufgehört. Als sie das letzte Mal hinging, sagte er zu ihr: „Mir fehlt nur noch ein Finger, und nur weil du zufällig meine Mutter bist… Ich warne dich: Wenn du noch einmal kommst, wirst du nicht mehr zurückkehren. Ich brauche dringend einen Finger. Bis jetzt habe ich dich nicht getötet, weil andere Leute da waren, aber jetzt kommt keiner mehr diesen Weg entlang außer dir. Ich will dich also wissen lassen, dass es deine Verantwortung ist, wenn du das nächste Mal kommst, nicht meine.“ Seitdem ist seine Mutter nicht mehr gekommen. Die Wachen warnten Buddha: „Gehe kein unnötiges Risiko ein!“

Und wisst ihr was Buddha antwortete? – Er sagte: „Wenn ich nicht gehe, wer wird dann hingehen? Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder ändere ich ihn – und diese Herausforderung darf ich nicht versäumen, oder ich liefere ihm den einen Finger, damit sein Wunsch erfüllt wird. Eines Tages werde ich ohnehin sterben. Meinen Kopf Angulimal zu geben ist wenigstens etwas Nützliches. Ansonsten sterbe ich irgendwann, und man legt mich auf den Scheiterhaufen. Ich glaube, es ist besser, jemandem einen Wunsch zu erfüllen, damit sein Geist endlich Frieden hat. Entweder wird er mich töten oder ich werde ihn töten, aber diese Begegnung wird stattfinden. Zeigt mir den weg zu ihm.“

Die Leute, die Buddha auf seinem Weg begleiteten und sich sonst immer drängten, ihm am nächsten zu sein, hielten inne. Bald war Buddha Meilen von seinen Schülern entfernt. Sie alle wollten sehen, was passiert, aber niemand wollte zu nahe kommen.

Angulimal saß auf einem Stein und sah ihn kommen. Er traute seinen Augen nicht. Ein schöner Mensch mit unglaublich großer Ausstrahlung kam zu ihm. Wer konnte das sein? ER hatte nie von Buddha gehört, aber selbst ein so hartes Herz, wie das von Angulimal, begann, etwas Zartes für diesen Mann zu empfinden. Er sah so anmutig und schön aus, als er sich ihm näherte. Es war früh am Morgen; eine kühle Brise wehte, die Sonne war aufgegangen, die Vögel sangen, und die Blumen hatten sich geöffnet – und Buddha kam immer näher.

Schließlich brüllte Angulimal mit gezogenem Schwert in der Hand: „Halt!“ Buddha war nur wenige Schritte von ihm entfernt, und Angulimal sagte: „Mach keine Schritt weiter, denn dann ist es nicht mehr meine Verantwortung. Vielleicht weißt du nicht wer ich bin.“ 

„Weißt du, wer du bist?“, sagte Buddha.

„Darum geht es nicht“, sagte Angulimal. „Es ist weder der Ort noch die Zeit, über so etwas zu diskutieren. Dein Leben ist in Gefahr!“

Buddha erwiderte: „Ich glaube, es ist umgekehrt. Dein Leben ist in Gefahr!“ 

Der Mann sagte: „Ich dachte immer, ich wäre verrückt. Aber du bist wirklich verrückt. Und du kommst immer noch näher. Keiner soll sagen, ich hätte einen unschuldigen Menschen getötet. Aber du siehst so unschuldig und wundervoll aus, dass ich dich zurückschicken möchte. Ich werde jemand anderen finden. Ich kann warten; es gibt keinen Grund zur Eile. Wenn ich neunhundertneunundneunzig geschafft habe… Nur noch einer fehlt. Zwinge mich nicht, dich zu töten.“

Buddha war nun ganz nahe vor ihm, und Angulimals Hände zitterten. Der Mann sah so schön aus, so unschuldig wie ein Kind. Er hatte sich bereits verliebt. Er hatte so viele Menschen umgebracht und sich noch nie so schwach gefühlt; er hatte nie erfahren, was Liebe ist. Nun war er zum ersten Mal in seinem Leben voller Liebe. Nun war ein Widerspruch da: Die Hand hielt das Schwert, um den Mann zu töten, und sein Herz sagte. „Steck das Schwert zurück in die Scheide.“

Buddha sagte: „Ich bin bereit. Aber warum zittert deine Hand. Du bist ein so großer Krieger, dass selbst Könige dich fürchten, und ich bin nur ein armer Bettler. Außer der Bettelschale habe ich nichts. Du kannst mich töten, und es wird mich zutiefst befriedigen, dass ich mit meinem Tod jemandem einen Wunsch erfüllen konnte. Mein Leben hat einen Sinn gehabt, und so hat sogar mein Tod einen Sinn. Aber bevor du mir den Kopf abschlägst, habe ich einen kleinen Wunsch, und ich denke, du kannst mir einen kleinen Gefallen tun, bevor du mich tötest.“

Vor dem Tod ist selbst der schlimmste Feind bereit, einem einen Gefallen zu tun. „Was willst du?“, fragte Angulimal.

Buddha sagte: „Ich möchte, dass du mir von dem Baum einen Zweig voller Blüten abschneidest. Ich werde nie mehr diese Blüten sehen, deshalb möchte ich sie aus der Nähe sehen, ihre Schönheit spüren und ihren Duft, ihre Pracht in der Morgensonne…“

Angulimal schlug mit dem Schwert einen großen Zweig voller Blüten vom Baum ab. Bevor er ihn Buddha geben konnte, sagte dieser: „Das war nur die eine Hälfte des Gefallens. Die andere Hälfte ist: Bitte bringe den Zweig wieder mit dem Baum zusammen.“

Angulimal sagte: „Ich habe von Anfang an gedacht, dass Du verrückt bist. Das ist ja der verrückteste Wunsch, den es gibt. Wie kann ich diesen Zweig wieder mit dem Baum zusammenfügen?“

Buddha sagte: „Wenn du nichts erschaffen kannst, hast du auch kein Recht zu zerstören. Wenn du kein Leben geben kannst, hast du kein Recht, einem lebenden Wesen den Tod zu geben.“ 

Ein Augenblick der Stille, ein Augenblick der Transformation – das Schwert fiel ihm aus den Händen. Angulimal fiel Buddha zu Füßen. Er sagte: „Ich weiß nicht, wer du bist. Aber wer immer du bist, bringe mich in den gleichen Zustand, in dem du auch bist. Weihe mich als die Schüler ein.“

Mittlerweile waren die Jünger Buddhas näher gekommen. Als Angulimal Buddha zu Füßen fiel, kamen sie sofort nahe heran. Jemand rief: „Weihe ihn nicht ein! Er ist ein Mörder.“ 

Buddha erwiderte: „Wenn ich ihn nicht einweihe, wer soll ihn dann einweihen? Und ich liebe diesen Mann. Mir gefällt sein Mut. Ich kann ungeheuere Möglichkeiten in ihm sehen. Ein einziger Mann, der gegen die ganze Welt kämpft! Ich will solche Leute, die sich gegen die ganze Welt stellen können. Bis jetzt stand er der Welt mit einem Schwert gegenüber; nun wird er der Welt mit einem Bewusstsein gegenüberstehen, das sehr viel schärfer ist als jedes Schwert. Ich sagte euch, dass ein Mord geschehen würde – entweder ich oder Angulimal. Nun könnt ihr sehen, dass Angulimal ermordet wurde. Und warum sollte ich ihn verurteilen?“

                                                                                                                                         (Erzählt von Osho)

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