Freude - Selbsterkenntnis - Gebet - Dienst am Mitmenschen und allen Wesen
online-Monastery ÂMRìTA
Interreligiöse, nichtzölibatäre, mystische Klostergemeinschaft für Schwestern und Brüder weltweit. Gegründet am Ostermontag 2010. - Alle Anfragen > bhajan-noam@gmx.de
Zuhause bleiben oder die Welt bereisen - doch mit dem Herz im Kloster leben.
In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen. (Johannes 14,2)
Mein Haus wird ein Bethaus heißen für alle Völker. (Jesaja 56,7)
Es kommt die Zeit, dass ihr den Vater weder auf diesem Berge noch in Jerusalem anbeten werdet. Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. (Johannes 4,21-24)
Gebet
Wie lieblich sind deine Zelte, Jakob, deine Wohnungen, Jisrael! Durch deiner Gnaden Fülle darf ich betreten dein Haus, mich in deinem heiligen Tempel beugen in Ehrfurcht vor dir. O Gott, wie liebe ich deine Wohnstätte, den Ort, wo deine Herrlichkeit thront. Ich beuge mich und senke das Knie vor dem Herrn, meinem Schöpfer. O möge mein Gebet vor dich, Ewiger, kommen zur Gnadenzeit; o Gott, in deiner segensvollen Gnade, erhöre mich mit deiner treuen Hilfe! Gib dich zu erkennen mir im wahren Tempel, meinem Herzen, durch deines Segens Kraft, deiner Herrlichkeit Licht und meiner Freude ganze Fülle! Amen.
(Morgengebet beim Betreten der Synagoge, ergänzt von Bhajan)
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Ordensmitgliedschaft
Ordensmitglied der AMRITA-Monastery, eine der Zeit und der Lebensweise des heuti-gen Menschen entsprechende online-Klostergemeinschaft, kann jede/r werden, die/der:
- ausgereifte, spirituelle Erfahrungen mitbringt
- die Lehren aller Religionen und Weisen respektiert und für sich prüft
- die Ordenslehren der AMRITA-Monastery annimmt und danach lebt
- durch Gebet, Lernen, Lehren und selbstlosen Dienst deren Arbeit unterstützt
- den Orden als ein Boot ansieht, das er/sie, am Ufer angelangt, wieder verlässt
Als Laienschwester oder -bruder kann natürlich jeder, der sich durch diese Seite ange-sprochen fühlt, unseren Weg auf seine Art mitgehen, darf sich allerdings nicht auf uns berufen, und erfährt auch nicht die spirituelle Begleitung wie ein ordiniertes Mitglied der AMRITA-Monastery.
Ordenslehren (nach den Sutras von Sri Gopala Guru Goswami)
- Lasse dein Leben ein Gebet an Gott sein, singe Lieder für Gott, lache und sei natürlich.
- Sei unerschütterlich in deinem Glauben wie ein Fels.
- Vertraue auf Gott, wie ein Rehkitz seiner Mutter vollkommen vertraut.
- Führe ein Gott hingegebenes Leben. Handle danach, rede nicht darüber.
- Bleibe innerlich still bei äußeren Stürmen. Das, was du bist, ist unver-gänglich und unverletzbar.
- Sei ein König, sei kein Bettler.
- Alle Religionen sind von dem Einzigen Gott. Alle führen zu ihm zurück. Jeder Glaube ist der Glaube an den Alleinigen Gott. Sei in Frieden mit allen Gläubigen und Ungläubigen. Auch Unglaube führt unweigerlich zu Gott.
- Erfinde keine neue Religion, finde Gott.
- Sei ohne Furcht, sei voll Liebe, sei glücklich.
- Kümmere dich um deinen Weg. Kümmere dich nicht um den Weg anderer.
- Diene, herrsche nicht.
- Kämpfe nicht. Erringe deine Siege und dein Ziel wie das Wasser, das nach dem Gesetz bergab fließt und zum Himmel erhoben wird.
- Wünsche dir von ganzem Herzen einen Meister - und er ist da. Denn er wohnt in deinem Herzen.
- Gehe zu einem Meister. Lies die Heiligen Schriften mit einem Lehrer, du verstehst sie sonst falsch.
- ERINNERUNG: Bei jedem Menschen, der dir heute begegnet, erinnere dich: Alle Menschen sind gleich und wollen mit gleicher Liebe und Achtung behandelt werden. Es gibt keine guten und schlechten, wertvollen und wertlosen Menschen. Keine die höher und weiter, und andere, die niedriger sind. Wir alle sind Brüder und Schwestern, Freunde und Freundinnen, Kinder der einen Wahrheit, und wir bedürfen der gleichen tiefen und unvoreingenommenen Freundlichkeit. Alle Menschen, gemeinsam mit der unendlichen Schöpfung, bilden ein einziges Wesen. Als Teil von diesem Wesen trägt der Einzelne alle Träume, alle Hoffnungen und alle Möglichkeiten des Ganzen in sich. Wie könnte ich da sagen: Der ist mehr oder die ist weniger? Jedes Wesen ist eine einzigartige Blüte der Schöpfung. Jedes ist vollkommen und einmalig, und gibt sein nie zuvor gehörtes Lied in diese Welt. Und die Lieder aller gemeinsam sind der ewige Schöpferton OM. - Ich schaue mir die Menschen danach an, was aus ihrer Seele sprechen will, was sie dieser Welt schenken können, um sie schöner zu gestalten, um sie harmonischer und friedlicher erscheinen zu lassen, um sie zu einem glücklichen, mit liebender Kraft erfüllten Ort zu erschaffen. Ich fördere jeden und auch mich darin. Ich erlausche die verborgenen Dinge, das, was im Samen geschieht, bevor er den scheinbaren Sprung zum Keimling vollzieht. - Ich schenke Verehrung allen, die erkannt haben, allen Meistern, allen Lehrern und allen die Erkenntnis anstreben. Ich berühre die Füße der Erwachten. Om Shanti, Shalom, Salam, Frieden.
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Gott ist kein Fremder,
Gott ist der Bewohner deines Herzens,
Gott ist dein intimster Freund.
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Am Morgen
Mache dir zur Gewohnheit, früh aufzustehen. Springe aber nicht sofort aus dem Bett. Dehne dich, atme tief durch, begrüße mit deinem Atem jedes Organ und Körperteil.
Bete (so oder mit deinen Worten):
"Gott, ich danke dir, dass du mich behütet hast im Schlaf
und dass du mich wieder aufwachen lässt in diesem Körper.
Beschütze mich heute, wie du mich gestern beschützt hast.
Lasse mich wachsen in deiner Wahrhaftigkeit, Treue und Liebe.
Lasse mich jedem Menschen mit Ehrfurcht begegnen,
als tretest du mir gegenüber.
Gott, ich danke dir für dieses Leben,
das mich mit seinen Aufgaben fordert und beständig lernen lässt.
Amen."
Danach reinige dich und pflege deinen Körper durch Übungen.
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Dankbarkeit, Freude, Liebe
Der Name des Ordens, Amrita, heißt Nektar der Unsterblichkeit. Um diesen zu erlangen, das heißt, seine Seele wieder zu entdecken, haben wir folgende Übung, die allmählich Bestandteil deines Lebens werden kann wie dein Atem:
Entwickle die drei Grundqualitäten in dir, die dein natürliches Wesen ausmachen: Dankbarkeit, Freude, Liebe. Atme vom ersten bewussten Atemzug am Morgen bis zum letzten am Abend vor dem Schlaf: Dankbarkeit, Freude, Liebe. Erinnere dich in jeder Situation, in angenehemen wie in unangenehmen, und bei jeder Begegnung daran: mein Wesen ist Dankbarkeit, Freude und Liebe. Es wird deine Begegnungen und Beziehungen verändern. Es wird nach und nach grundlegend dein ganzes Leben verändern, denn wir sind letztlich einzig ein Geflächt aus Beziehungen. Wenn du dich durch diese Übung immer mehr mit deinem wahren Wesen, bestehend aus Dankbarkeit, Freude, Liebe, in die Beziehungen und Begegnungen hineinbegibst, verändert dies die Schwingung im Leben aller Wesen im ganzen Kosmos. Du bringst dein Licht in diese Welt. Du stellst es nicht mehr unter den Scheffel, wie Jesus sagt. Und das ist unsere wahre Aufgabe in diesem Spiel, durch das Zeigen von Dankbarkeit, Freude und Liebe zum hellen Licht für diese Welt zu werden. Dann erlangen wir den Nektar der Unsterblichkeit, oder in Wahrheit: Wir erkennen, dass wir selbst nichts anderes als dieser Nektar sind.
Aber "tue" dies nicht, um etwas zu erreichen, auch wenn es edel und hochspirituell aussehen mag. Wenn du es tust ist es nichts als Bullshit. Spüre vielmehr, wie es dir selbst dabei geht, wie du dich fühlst tief in dir, wenn du wieder und wieder diese innere Kehrtwende vollziehst, von der Unzufriedenheit zur Dankbarkeit, vom Ärger zur Freude, von der Ablehnung zur Liebe. Es ist kein einfacher Prozess, es entwickelt sich langsam, oft unmerklich. Es wird viele Rückschläge geben, und es erfordert viel Geduld und immer wieder deine volle Bewusstheit. Aber am Ende... Warte es ab.
* * *
Die Acht Perlen der Freiheit
Zum Ordensleben gehören essenziell die Stundengebete, die dem Tag einen geheiligten Rhythmus schenken und dem Praktizierenden eine beständige Quelle göttlicher Kraft, inneren Friedens und wachsender Bewusstheit sind. Sie lassen sich mit etwas Übung auch in einen ganz normalen Berufsalltag integrieren. Die Acht Perlen der Freiheit sind Gebet, Meditation und Reflektion und ihr Gebrauch wird im folgenden Text ausführlich beschrieben.
Diese Zeilen wollen dich einführen in ein neues, lebendiges Beten: Ein Beten, das von Anfang an eine ganz und gar positive Erfahrung für dich sein wird; ein Beten, das deinem Leben eine stabilere Basis verleiht, ein Beten das in deinem inneren Raum, und vor allem in deinem innersten Herzensraum, eine Heiligkeit gepaart mit Leichtigkeit und Heiterkeit erstrahlen lässt; ein Beten, das Gott auf eine fröhliche Weise zu dir einlädt; ein Beten, das kein Bitten sondern eine demütige, fast hilflose Dankbarkeitsbezeugung aus deinem Herzensgrund an das Unendliche ist; ein Beten, das dich von seiner Struktur her leicht in tiefere Schichten deines Unbewussten und damit zu immer mehr Selbsterkenntnis führen wird; ein Beten, das dich aus Abhängigkeiten, unbewussten Mechanismen und Projektionen herausführt; ein Beten, das aus dem Schaf einen Löwen und aus dem Löwen den wahren Menschen machen möchte; ein Beten zuletzt, das jedes Mal in eine heilige Zeremonie eingebettet wird, die du aber selbst kreieren musst, deshalb ein Beten, welches von dir immer wieder frisch, lebendig und dynamisch erlebt wird, und allein dadurch schon so befreiend auf dich wirkt.
Wer lange nicht mehr Religion praktiziert hat, wer noch nie oder vielleicht seit seiner Kindheit keine Gebete mehr laut gesprochen oder leise flüsternd gelesen hat, wer bisher „nur“ still meditiert hat, der könnte jetzt mit diesen Gebeten beginnen, und mit ihnen wieder in eine innere Heimat zurückkehren, die schon lange auf ihn gewartet hat. Und wem das Beten bereits eine wichtiges Herzensbedürfnis ist, der kann mit dieser Praxis für sich eine neue Tiefe entdecken und erforschen.
Jeder Tag hat seinen Rhythmus, seine ganz besondere Melodie. Jede Stunde hat ihre bestimmte Schwingung, ihre spezielle Stimmung. Deshalb haben schon die alten Weisen nicht nur das Jahr, sondern auch den Tag und die Nacht in verschiedene Abschnitte eingeteilt. Es gibt Stunden, die wie Feiertage heilig sind, und Stunden, die profaner Arbeit dienen; Stunden der Ruhe, des Schlafens, der Erbauung sind so wichtig wie Stunden des Broterwerbs. Du brauchst Zeiten für die Familie und für die Freunde und Zeiten für den Rückzug und die Besinnung. Zeiten für die Pflege deines Körpers und Zeiten für die Pflege deines Geistes und deiner Psyche. All dieses berücksichtigt, wer sein Leben weise plant und lebt.
Gewisse Abschnitte des Tages werden durch bestimmte Gebete eingeleitet oder durch sie beendet. Mit diesem Ritual vertrauen wir uns und all unser Tun dem Segen Gottes an, und unterstellen uns damit bewusst und demütig seiner weisen Führung und seinem sicheren Schutz. Nichts ist sicher in unserer wechselhaften Zeit, deshalb sollten wir nach dem suchen, was durch alle Zeiten und Ereignisse hindurch Bestand hat. Wenn wir nachts zum Himmel aufschauen, muss uns die ungeheuere Weisheit, die alles das lenkt, geradezu sprachlos und ehrfürchtig machen. Im Gebet nehmen wir Kontakt auf zu dieser Kraft, öffnen wir uns vertrauensvoll für sie und erleben sie unmittelbar in unserem bis dahin kleinen, isolierten Dasein. Wir erfahren Weite im Gebet, Kraft und Ruhe, Sinngebung, Rückbindung und innere Reifung.
Beten ist nicht ein Daherplappern. Beten ist Lernen! Prüfe, was du im Gebet und im Alltag sagst. Reflektiere dein Tun, dein Denken, deine Einstellungen, deinen Umgang mit anderen und mit dir selbst. Ein tiefer Wandel kann sich dadurch in dir vollziehen.
Beten ist auch Poesie. Bringe deine Gebete, bringe deine Gedichte, bringe deine Lieder, bringe deine Freude vor Gott und in dein Leben! Bete mit Hingabe und Liebe in deinem Herzen. Dann wird Religion zur Revolution in deinem Leben.
Diese Gebete sind natürliche Medizin. Sie öffnen dein Herz und stärken Mut und Glauben. Sie offenbaren dir Gottes bedingungslose Liebe zu dir.
Bete sie, wenn du gesund bist.
Bete sie, wenn du krank bist.
Bete sie, wenn du glücklich bist.
Bete sie, wenn du unglücklich bist.
Bete sie im Erfolg.
Bete sie bei Misserfolg.
Bete und dein Leben wird erhöht.
Was du heute nicht verstehst,
wirst du einst verstehen.
Was du heute verstehst,
wirst du wieder vergessen.
Bete und dein Herz schlägt fröhlicher.
Bete mit heiligem Feuer.
Beachte ein paar kleine Dinge:
Bevor du zu beten beginnst, wasche dir die Hände und das Gesicht, und trinke ein Glas Wasser. Bringe dich in eine heitere Stimmung. Hüpfe, tanze, lache, singe ein Lied oder ein paar einfache Töne. Gott ist Freude. Gott ist Spiel. Gott ist Schönheit und Anmut. Gott ist Begeisterung. Deshalb soll dein Beten nicht zu ernst sein. Auch wenn du betrübt bist, auch wenn deine Tränen gerade fließen, lasse sie fröhlich fließen, verkrampfe dich nicht, bewege dich. Setze dich nicht in Wut zum Gebet hin, wandle Wut durch Tanz in Mitgefühl und durch Singen in freundliches Verstehen.
Beten ist ein heiliges Ritual, schaffe dir einen kleinen geweihten Raum dafür. Zünde Kerzen an. Hülle dich in eine Decke oder in einen Gebetsschal und setze dich still hin auf einen Stuhl oder auf den Boden. Schaue eine Weile ins Kerzenlicht. Schließe nun deine Augen und gehe in die Stille. – Dann erst, wenn du dich bereit fühlst, beginne das Gebet der Stunde zu lesen. Lies es langsam und bedacht. Lies es ruhig dreimal oder öfter. Wenn du es in dieser Weise tust, auch wenn du es später schon lange zu kennen glaubst, wird es immer eine neue Offenbarung für dich sein!
Lege jetzt das Gebet zur Seite und schließe wieder die Augen. Mit der Zeit wirst du eine große Kraft in dir verspüren und sie auch ausstrahlen. Widerstehe aber allen Versuchungen, sie im Äußeren zu nutzen. Sie ist für deine innere Entwicklung vorgesehen, für deinen Durchbruch zu Gott. Verbirg sie nach außen.
Bete jedes Gebet zu seiner Stunde. Wenn du eins oder mehrere versäumt hast an einem Tag, hole sie nicht außerhalb ihrer Zeit nach. So wirst du vielleicht Sehnsucht bekommen, sie zu ihrer Stunde zu erfahren und dir den nächsten Tag anders einteilen.
Bleibe stets natürlich. Versäume nicht deine alltäglichen Pflichten. Unterdrücke nicht dein Schlafbedürfnis. Der Mensch dient nicht dem Gebet. Und das Gebet dient nicht als Ersatz für gelebtes Leben. Es ist aber ein Begleiter, ein Beschützer, ein Freund und ein weiser Kompass auf dem Pfad der Verwirklichung.
Die Gebetszeiten:
Bete das „Morgengebet“ um 6 Uhr.
Bete das „Zweite Morgengebet“ um 9 Uhr.
Bete das „Mittagsgebet“ um 12 Uhr.
Bete das „Gebet am frühen Nachmittag“ um 15 Uhr.
Bete das „Nachmittagsgebet“ um 18 Uhr.
Bete das „Abendgebet“ um 21 Uhr.
Bete das „Gebet zur Mitternacht“ um 24 Uhr.
Bete das „Stille Gebet“ um 3 Uhr.
Lies auch einmal täglich nach dem Gebet und deiner Meditation den Text „Erinnerung“. Und einmal monatlich irgendwann am Abend diese Anleitung.
Zu den Reflektionen:
„Die Acht Perlen der Freiheit sind ein Prüfstein für unser Denken und Handeln.
Sie sind Medizin für unsere Verwirrung. Sie sind Erkenntnisweg, Weisheits-
lehre, Lebensordnung, Meditation, Gebot, spirituelle Übung - und vor allem
ein unablässiges tiefes Fragen an uns selbst.
Die nach jedem Gebet folgende Reflektion möchte dich dazu anregen, über das einzelne Gebet, nachdem du es für dich gesprochen und darüber kontempliert hast, öfter auch schriftlich zu reflektieren: als Selbsterforschung, als Forschen nach der Weisheit, nach dem Frieden, nach der Liebe, nach dem Göttlichen in dir. Benutze anfangs diese Anregungen, später schreibe deine Gedanken frei nieder.
Jedes der acht Gebete ist eine leicht zu öffnende Tür zur Wahrheit. Alle gemeinsam sind sie ein mystischer Pilgerpfad - nicht nach Jerusalem, nicht nach Rom, nicht nach Compostela -, dein innerstes Herz ist ihr Ziel. Gehe ihn mit allem Ernst und mit aller Freude. Am Ende, was auch immer deine Motivation gewesen sein mag, wirst du das gefunden haben, wonach dein Herz immer suchte.
Möge es für alle Übenden so sein. Om Shanti, Shalom, Salam, Frieden. Amen.
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DIE GEBETE
Elia sagt:
Der stille Geist sieht den Glanz.
In Gottes Armen bist du unendlich mehr,
als alles was dein Verstand je erreichen will.
Zum Aufgang einer neuen Sonne
vermache ich dir mein erstes Gebet:
Morgengebet
Neuer Tag
Ich grüße dich und lasse
Von deinem Atem mich durchwehen
Möge dein Licht
Möge dein Lied
Mit seiner eigenen Melodie
Möge deine Schönheit
Mich segnen - und
Mich etwas stiller
Etwas weiser
Etwas liebevoller
Werden lassen
Möge die Saat meines Herzens
Die guten Worte
Und die guten Taten
Aufgehen und blühen und Früchte tragen
Für den Augenblick
Und die Kinder von morgen
Mögen die Dornen meiner Unbewusstheit
Sich wandeln zur Rose des Erwachens
Reflektion zum „Morgengebet“
„Gebet ist vergoldeter Atem“
Bh. N.
„Der Gott der Götter, redet und ruft die Erde,
vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergange.
Von Zion aus – der Schönheit Inbegriff – strahlt Gott einher.
Es kommet unser Herr und schweiget nicht.“
Psalm 50.1-3
„Frei von Anhaften und Begierde, geleitet von den sieben Lichtern des Erwachens,
in freudiger Selbstbestimmung wird der Weise selbst ein Licht in dieser Welt,
rein, leuchtend und frei.“
Dhammapada 6.14
„Dann setzt der Herr die Sonne über ihn zur Weisung.
Und nun zieht er ihn mit leichtem Zug wieder an sich.
Er ist es, der euch mit der Nacht wie mit einem Tuche bedeckt
und den Schlaf zur Ruhe und den Tag zu neuem Leben bestimmt.“
25.Sure 46-48
Mit jedem Atemzug nehme ich das Leben in mich auf. Mit jedem Atemzug, bei dem ich bete, nehme ich Bewusstheit in mich auf. Je bewusster ich durch das Gebet werde, desto näher komme ich dem Kern des Lebens, meinem eigenen innersten Kern. Ich selbst bin das Leben, nicht nur ein vorübergehender Teilnehmer daran. Ich bin der lebendige Strom. Geist durch den Geist strömt. Beten hebt allmählich meine Wahrnehmung an. Und je stiller mein Gebet wird, desto tiefer dringt es in mich ein. Bis es eines Tages in der tiefsten Kammer meines Herzens ankommt. Dann findet jenes mystische Verschmelzen statt: Leben umarmt Leben. Mein Beten fließt in Gott, und Gott strömt in mein Gebet.
Doch bis dahin gehe ich Schritt für Schritt voran; nehme ich auch Rückschritte gelassen hin; stehe ich, wenn ich unterwegs falle, immer wieder mutig auf und beginne von neuem. Bis ich allmählich spüre, dass das Leben mich ja trägt, dass mein Atem auch der Atem der Welt ist.
Ich reflektiere über mein Lebendigsein, über meine Bewusstheit, über meine kleinen Schritte nach vorne. Ich lobe mich und ich ermutige mich.
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Elia sagt:
Die strahlenden Funken der Freude
und die dunklen Funken des Leidens,
alle kehren sie kraft deiner Tugend
zurück in das Eine Licht der Versöhnung.
Zur Andacht am Vormittag
vermache ich dir mein zweites Gebet:
Zweites Morgengebet
Herr, lass mich innehalten in meinem Tun
Um in mein Herz zu schauen
Und mein Gewissen zu prüfen
Wo ich auch sein mag und wem ich begegne
Bei wem ich einkehre und mit wem ich handle
Wer bei mir eintritt und wem ich diene
Wem ich die Hand reiche und wer mich empfängt
Was auch immer mein Mund sagt und was meine Ohren hören
Was mein Geist ersinnt und was meine Hände erschaffen
Zehn Engel mögen stets an meiner Seite sein:
Der Engel der Wahrheit
Der Engel der Freundlichkeit
Der Engel der Freigebigkeit
Der Engel der Klugheit
Der Engel der Weitsicht
Der Engel der Schönheit
Der Engel der Toleranz
Der Engel des Mitgefühls
Der Engel der Vergebung
Der Engel der Liebe Gottes
Herr, mit deinem Segen
Und mit meiner Wachheit und Beharrlichkeit
Möge es in jedem Augenblick so sein
Reflektion zum „Zweiten Morgengebet“
„Wer sich auf seinen Verstand verlässt, ist ein Tor;
wer aber in der Weisheit wandelt, wird entrinnen.“
Sprüche 28.26
„Erlöse mich vom Druck der Menschen,
dass ich beobachte deine Befehle.“
Psalm 119.134
„Das höchste Selbst des selbstbeherrschten und friedvollen Menschen
bleibt unberührt von Hitze und Kälte, Freude und Schmerz
und auch von Ehre und Schmach.
Wer Wohltätern, Freunden, Feinden, Gleichgültigen, Unparteiischen, Hasserfüllten, Verwandten, Rechtschaffenen
und Sündern im selben Geist begegnet, ist vortrefflich.“
Bhagavad Gita 6. 7
„In diesen Häusern lobpreisen sie ihn des Morgens
und des Abends, und weder Verkauf noch Kauf
kann sie vom Gedanken an Allah
und von der Verrichtung des Gebets und von der
Darbringung von Almosen zurückhalten.“
24.Sure 37/38
In dieser Welt bin ich von Geburt an eingebunden in ein soziales und in ein wirtschaftliches Gefüge. Beides betrifft und beeinflusst meinen Körper, meine Psyche und mein Denken. Mein Denken ist nicht frei, es wurde erpressbar gemacht mittels meines Körpers und mittels meiner Psyche. Ich habe dies auf unterschwellige oder auch sehr deutliche Weise in meiner Erziehung erfahren. Ich erlebe es in meinem Berufsalltag. Mein Denken wird geformt vom Erfolgsdruck. Ein Scheitern wird in dieser Welt verdammt und bestraft. In dieser Welt wird Individualität verfolgt, es sei denn, sie passt zufällig in die herrschende Norm. Mein Denken hat sich unweigerlich den Zwängen angepasst. Und meine Seele und mein Körper leiden darunter.
Mein Verstand ist nicht mein Verstand, er ist der Verstand der Masse. Doch die Seele lässt sich auf Dauer nicht normen und in Schubladen zwängen. Die Wahrheit hat eine große Stimme. Sie wird aber leiser und leiser, je angepasster ich mich verhalte und mit den vielen Jahren, in denen ich weghöre. Und mein manipulierter Verstand wird mich einst hassen, wird mir seine Hilfe verweigern. Er ist kein tragender Boden für mich. - Und es ist gut, dies zu erfahren.
Tief in mir weiß ich schon immer, es gibt ein zweites, wesentlicheres Gefüge, seit Anbeginn meine Heimat, ein feines, doch weitaus machtvolleres. Es ist das geheime seelische Gefüge: die unverbrüchliche Verbundenheit aller Seelen untereinander und mit ihrem Schöpfer. Dieses Gefüge ist die wirkliche Religion, sie besteht aus Mitverantwortung, Mitgefühl und liebevollem Sorgen. Weisheit wird in mir geboren, wenn ich in der Welt scheitere; wenn ich den Engelstimmen folge und nicht den Menschenstimmen; wenn ich dem Leben vertraue und mich ihm ergebe. Dann entrinne ich. Dann erfahre ich, dass mich dieses unsichtbare Netz schon immer sicher gehalten und getragen hat.
Folge ich aus Erkenntnis und einem inneren Bedürfnis der Wegweisung der Engel, dann ist eine natürliche Moral in mir herangereift, die mir nicht als Maske dient, um eitles Denken und Handeln zu verbergen, sondern meine Beziehungen sind aufrichtig, ich handle verantwortungsbewusst und souverän.
Ich schreibe über meine Beziehungen zu den zehn Engeln. Ich bin dabei ehrlich und ich verurteile mich nicht. Ich freue mich vielmehr über jede zarte Begegnung mit ihnen - in der Vergangenheit und künftig.
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Elia sagt:
Der Mensch, der um Weisheit bittet,
erhält ein Herz, das die Welt mit trägt.
Zur Segnung, gleich Brot und Wein,
vermache ich dir mein drittes Gebet:
Mittagsgebet
Tag der Erfüllung
Du bist heute!
Und mein Werk ist Teil deines Tuns
Ich bin voller Dank
Ich bin voller Freude
Deine Kraft segnet mich im Überfluss!
Die Vögel singen dir Lob
Die Früchte an den Bäumen
Reifen, um dich, Geliebter, zu preisen
Die Sonne erhellt dein weises Schaffen
Das Meer rauscht gewaltig
Weil du so vor Lebendigkeit bebst!
Wie konnte ich je schwach sein
Wie konnte ich zweifeln
Während die ganze Welt sich verschenkt?
Gott nährt mich
Er schützt mich und lenkt mich
Ich bin geborgen und doch frei
Ich sehe jetzt das weite Land meiner Väter
Und deren Väter bis zum Anbeginn …
Als sei alles Leben dieser eine Tag
Und alle künftigen Generationen können nicht begrenzen
Den Tag Gottes
In dem ich beten und wirken darf!
Reflektion zum „Mittagsgebet“
„Wie groß sind deine Werke, Ewiger;
wie sehr tief deine Gedanken!“
Psalm 92.6
„Der Ozean ist weit, er ist schwer zu messen,
deshalb schätzt der Weise die Tiefe.“
Buddh. Weisheit
„So handle, Oh Arjuna, und sei fest im Yoga,
gib Bindungen auf und bewahre Gleichmut in Erfolg und Misserfolg.
Ausgeglichenheit des Geistes heißt Yoga.
Die Weisen, die mit Wissen erfüllt sind,
die die Früchte ihrer Handlungen aufgegeben haben,
und die frei sind von den Fesseln der Geburt,
gehen an einen Ort, der jenseits allen Übels liegt.“
Bhagavad Gita 2. 48u.51
Siehst du nicht, wie alles Allah preist,
was in den Himmeln und was auf Erden ist,
selbst die Vögel, indem sie ihre Flügel ausbreiten?
Jedes Geschöpf kennt sein Gebet und seinen Lobgesang.“
24.Sure 42
Ich bin schwach, weil ich zweifle. Und ich darf zweifeln, ich muss sogar zweifeln, um die Ursache allen Zweifelns erforschen zu können, um in ihr meine Kräfte wieder neu zu finden. Ich grabe mich hinab zu den Wurzeln. Gottes Gedanken gehen so tief, dass er mir sogar den Zweifel schenken konnte, um mich zur Erkenntnis anzuspornen. Und Gott gab mir ein tiefes Zweifeln, das meine Grundfeste erschüttert. Kein tröstender Gedanke hat vor ihm Bestand. Keine Ermunterung kann es mehr übertünchen. Alle Freude erstickt es in mir, dass ich keinen Ausweg sehe, keine Rettung.
Doch was tat ich als Kind in verzweifelten Momenten? Ich trotzte ihnen - und Minuten später war die Freude wieder da, begann das heitere Spielen, wo es geendet hatte, wieder neu. Trotz ist die unbesiegbare Kraft, die Gott dem Zweifel eingebaut hat. Er ist das Brennglas, das wieder Erkenntnis und Licht in die Finsternis hineinpresst. Der Erkennende ist der Meister, der wieder sehend gewordene, der strahlende Erbe der Schöpfung!
In diesem Licht erahne ich Gottes Plan, seine Größe, seine Macht und die Fülle all seiner Gaben für uns.
Mein Gebet sei kraftvoll, ein Lied jenseits von Zeit und Raum. Ich beginne hier, es zu schreiben. Jeder Versuch ist wertvoll. Jedes Beginnen trägt schon den Sieg in sich. Jedes Wort ist von Freude erfüllt.
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Elia sagt:
In jedem keimt eine wahre Antwort;
und die Frage dazu pflanzte Gott dir ins Herz,
auch den Mut, auch die Kraft
zum Sammeln der großen Fülle.
Jäte die Disteln und hege den unsichtbaren Wind,
bleibe wach die ganze Spanne deines Lebens!
Tritt nicht einst stumm an die große Schwelle heran,
schleiche nicht müßig dich mit leeren Händen herbei.
Übe dich,
übe dich im Früchteernten;
übe von früh dich bis spät,
denn niemand weiß die kühlen Stunden ihrer Reife.
Zur Anrufung unterm Tamariskenstrauch
vermache ich dir mein viertes Gebet:
Gebet am frühen Nachmittag
Herr der Welt, wie bist du weise
Dass du uns die Pflichten gabst
Sie zu erfüllen an den Orten
Zu denen du uns führtest
Möge durch sie die Einsicht reifen
Möge durch sie Erkenntnis wachsen
Möge Klarheit kommen in unseren Verstand
Mögen wir all die Schönheit wieder sehen!
Bin ich in Aufregung und übergroßer Freude
So erfülle ich doch ohne Zögern und ruhig meine Pflicht
Bin ich niedergeschlagen und in tiefer Trauer
So erfülle ich doch ohne Zögern und ruhig meine Pflicht
Bin ich in Zorn und Leidenschaft gefangen
So erfülle ich doch ohne Zögern und ruhig meine Pflicht
Bin ich in Gleichgültigkeit oder Trotz und Hader
So erfülle ich doch ohne Zögern und ruhig meine Pflicht
Bin ich in Armut und erdrücken mich die Schulden
So erfülle ich doch ohne Zögern und ruhig meine Pflicht
Bin ich in Reichtum geboren, mit aller Freiheit versehen
So erfülle ich doch ohne Zögern und ruhig meine Pflicht
Bin ich in frommer Stimmung und dir ganz nah
So erfülle ich doch ohne Zögern und ruhig meine Pflicht
Denn: Was der Mensch denkt
Was der Mensch fühlt
Was der Mensch besitzt
An was es ihm mangelt
Ist dem Wandel und der Vergänglichkeit ausgesetzt
Doch deine Gesetze, Herr, sind unwandelbar und ewig gültig
Mit der Erfüllung der Pflicht kommt die innere Ruhe
Mit der inneren Ruhe kommt die Liebe zur Pflicht
Mit der Liebe zur Pflicht kommt die Freude an der Pflicht
Aus der Freude an der Pflicht entstehen
Ausgeglichenheit, Beständigkeit, Auskommen, Gesundheit
Wahre Gottesnähe, Weisheit und ein langes, erfülltes Leben
In tiefer Demut, Herr, danke ich dir für diesen Tag
Reflektion zum „Gebet am frühen Nachmittag“
„Rede mir nicht ein, dass ich von dir lassen
und umkehren soll“
Rut 1.16
„Bist du arm, sei verlässlich und willensstark.
Bist du in Gefahr, sei voller Glauben und Mut.
Bist du reich, sei freundlich und großzügig.
Folgst du Buddha, sei reinen Geistes
und voller Lebenskraft.“
Buddh. Weisheit
„Der Yogi, der in Einheit verwurzelt
Mich als der in allen Wesen Innewohnende verehrt,
weilt in mir, ungeachtet seiner Lebensumstände.“
Bhagavad Gita 6. 31
„Was auf Erden ist, ist hinfällig,
und nur das herrliche und hochverehrte
Antlitz deines Herrn dauert ewig.“
55.Sure 27/28
Tiefer Gleichmut erfüllt mich, wenn ich mir deiner Gegenwart bewusst bin, Ewiger. Mein Denken ist dein Denken. Mein Handeln ist in Wahrheit dein Handeln. Mein Schicksal hast du genau passend für mich ausgewählt.
Doch sobald ich dich vergesse, ist mein Zorn der Zorn des in seinem Traum Gefangenen, und ich erkenne nichts darüber hinaus; ist mein Traurigsein das trübe Meer, in dem ich zu ertrinken scheine; ist mein Übermut aus jenem Vergessen geboren, wie alles, was mich zerstreut und ruhelos macht. Ich liefere mich den Umständen aus.
Dann kenne ich meine Pflichten nicht. Dann höre ich die feine Stimme nicht mehr in mir. Mein Gemüt ist unruhig wie die aufgewühlte See. Sein Spiegel ist verzerrt und düster, und die Sterne klagen.
Ich reflektiere über die Kraft, die mich anbindet und zentriert. Wann verliere ich sie? Wie gewinne ich sie neu zurück? - Ich kann sie jetzt spüren. Ich fühle die Harmonie in mir, indem ich mich von der Oberfläche zur Tiefe vorwage.
Indem ich unbeirrt meinem Weg folge, ist das Leben stets an meiner Seite.
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Elia sagt:
Gehe den natürlichen Weg,
den Weg Gottes unhörbarer Schritte,
deren Stille dein Herz lenkt.
Zur Einkehr nach dem Tageswerk
vermache ich dir mein fünftes Gebet:
Nachmittagsgebet
Herr des Himmels und der Erde
Allmächtiger, Wahrhaftiger
Gerechter, Meister und Geliebter
Ewiger Vater mein
Segne all mein Tun dieses Tages
Wenn du es für würdig hältst
Und lass mich meine Fehler sehen und eingestehen
Dass ich jeden Tag mich erneuere
Und wachse an dir
Segne mein Planen
Das jetzt ruht und sich ganz
Deiner Macht unterstellt
Segne meine Worte
Die ich in Demut, mit Weisheit
Und Freundlichkeit sprach
Segne meine Werke
Die ich mit Sorgfalt, voll Freude
Und Liebe getan
Segne meine Lieben
Die stets Teil meines Denkens
Und Sorgens sind
Segne mein Haus
Das für Freunde und
Bedürftige offen steht
Segne mein Gebet
Das in Reinheit meinem tiefsten
Herzen entspringt
Segne die Erkenntnis
Die mich deiner Nähe
Immer gewiss sein lässt
Segne den Abend
Der, von Verantwortung frei
Mich dein Kind sein lässt
Reflektion zum „Nachmittagsgebet“
„Dein Auge ist das Licht des Leibes.“
Lukas 11.34
„Wenn Geben für uns Haben bedeutet,
gibt es keinen Geiz.“
Buddh. Weisheit
„Das Licht, das in der Sonne ist und die ganze Welt erhellt,
das im Mond und im Feuer ist – wisse, dass dies mein Licht ist.
Ich wohne in den Herzen aller; aus mir kommen
Erinnerung und Erkenntnis, ebenso wie deren Fehlen.
Ich bin in Wahrheit das, was durch alle Veden
erfahren werden muss.“
Bhagavad Gita 15. 12u.15
„O Herr, rege mich zur Dankbarkeit für deine Gnade an,
mit welcher du mich und meine Eltern beschenkt hast,
damit ich tue, was recht ist und wohlgefällig.“
24.Sure 42
Du gabst mir ein strahlendes Licht, Herr: das Auge meines Gewissens. Mit ihm leuchte ich nach außen auf mein Tun und nach innen auf mein Denken und Planen. Mit seiner Helligkeit messe ich mich an deinem Glanz. Und durch es hindurch lasse ich dich schauen, dass ich jeden Tag aufs Neue weise werde.
Warum verlässt mich immer wieder das Vertrauen in dich? Was hindert mich, die Gebote zu erfüllen? Was hemmt mich, im inneren Gebet zu bleiben? Welche Gewohnheit veranlasst mich andere und auch mich selbst bewusst oder unbewusst zu verletzen? Welche Ängste erweckt in mir deine Liebe? Finde ich, in den Spiegel schauend, eine Antwort in meinen Augen? Kann ich die Tränen zulassen, die mich von innen reinigen wollen?
Ich schreibe hier über mich in Worten, in denen ein kleines Kind zu Gott flüstern würde. Ich bin wohlwollend mit mir. Ich lasse die Stille zu, die
mir antwortet. Hingabe und Seelenstärke wachsen beständig in mir.
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Elia sagt:
Vertrauen fordert den Einsatz deines geringen Lebens,
um dir auf immer das Große Leben zu offenbaren.
Als dein Sternenlied und Denkzeichen am Abend
vermache ich dir mein sechstes Gebet:
Abendgebet
Heilige Nacht
Auf einsamem Berggipfel
Hatte ich viele Leben auf dich gewartet
Doch heute im Tal
Kamst du sofort mir entgegen geeilt
Ich weiß, dass ich in meinem Geist
Das Bild der Welt erschaffe
Und es mit Namen und Taten fülle
Wo eigentlich nur stilles Vorübergehen ist
Heilige Nacht, als wärest du der Tod
Leere ich mein Herz
Und meinen Geist vor dir
Um wieder mit Leichtigkeit
Wie die Menschen früherer Zeiten
Dem Körper zu entsteigen
Und die Seele fliegen zu lassen
Zu deinen Sternen
Reflektion zum „Abendgebet“
„In die Nacht gehen ist wie der Mutter in die Arme fallen.“
Bh. N.
„Besser nur einen Tag erleben
und sich fragen,
wie alles entsteht und vergeht.
Besser nur eine Stunde erleben
Und die Todlosigkeit erkennen.
Besser nur einen Moment erleben,
einen Moment des weglosen Weges.“
Dhammapada 8. 12-14
„Dort scheint weder Sonne noch Mond, noch Feuer;
wer dorthin gelangt ist, kehrt nicht zurück;
es ist meine höchste Wohnstatt.“
Bhagavad Gita 15. 6
„Diener des Allmächtigen sind die,
welche demütig auf der Erde wandeln und,
wenn die Unwissenden zu ihnen sprechen,
nur „Friede“ antworten
und die des Nachts hingeworfen und stehend
ihren Herrn anbeten.“
25.Sure 64/65
Sitze ich noch immer auf meinem einsamen Berg? Beharre ich auf meiner Exklusivität im Fühlen, im Denken, im Handeln? Warte ich noch auf den Prinzen / die Prinzessin, der / die mich befreit? Oder begebe ich mich selbst hinab in die Niederungen, werde ich aktiv? Handle ich nach dem Satz: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott? Liebe ich mich? Gestehe ich mir zu, dass ich Anerkennung erhalten darf? Wie gehe ich mit Kritik um? Kann ich das Leben als Spiel betrachten, frei von Verbissenheit? Kann ich ein echter Mitspieler sein, stets offen für Überraschungen? Kann ich annehmen, dass das Leben größer ist als ich - nicht als intellektuelle Feststellung sondern als existenzielle Erfahrung? Dass es mich immer in seinen großen Tanz mit einbezieht; dass ich es bin, der wieder und wieder den Rhythmus verlässt?
Beziehe ich in mein Denken und Handeln den Tod, der uns am Ende wieder alle gleich macht, mit ein? Könnte ich den Tod konkret in dieser Minute akzeptieren; könnte ich ihm als Willkommensgeschenk voll Dankbarkeit mein erfülltes Leben überreichen? Lache ich oft genug in meinem Leben?
Ohne Rechtfertigung schreibe ich meine schlichte Wahrheit nieder. Die Wahrheit macht mich frei dazu, mich wieder uneingeschränkt zu lieben.
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Elia sagt:
Er folgte mir übers Gebirge,
er kauerte mit mir in den Höhlen,
er erhob sich mit mir in selige Gefilde
und kehrte mit heiliger Botschaft zurück.
Zur Nachtwache und großen Umkehr
vermache ich dir mein siebentes Gebet (Slicha):
Gebet zur Mitternacht
In der Tiefe der Nacht
Hast du dein Werk begonnen, Ewiger
Hast du Leben erschaffen aus dem Nichts
Genügte dein Wunsch, um alle Wunder zu begründen
Wurde deine Macht zu Segen, Weisheit und Güte
In der Tiefe der Nacht
Erschaff’ auch mich heute neu, Ewiger
Aus der Glut und Asche meiner Sünden
Die verbrannten, als in meiner Not ich laut nach dir rief
Als mein Wachen jäh an deinem Wachen entflammte!
In der Tiefe der Nacht
Scheint hell deine Freundlichkeit, Ewiger
Füllt deine Allmacht mit Liebe mein Herz
Wie kann danken ich in meiner kurzen Spanne Leben?
Lass mich üben, zu lieben und immer zu geben!
Reflektion zum „Gebet zur Mitternacht“
„Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen;
aber nun hat mein Auge dich gesehen.“
Hiob 42.5
„Indem wir uns der Vergänglichkeit bewusst sind,
können wir Ursprung und Ende der Dinge erkennen.“
Buddh. Weisheit
„Von Ihm, dem Licht der Lichter, wird gesagt, es liege jenseits der Dunkelheit;
Das Wissen, das zu Wissende und das Ziel des Wissens, das im Herzen aller ist.“
Bhagavad Gita 13. 17
„Den Menschen schuf er aus Lehm wie ein irdenes Gefäß
und den Geist des Menschen aus seinem Feuer.“
55.Sure 15/16
Wie kurz ist mein Leben! Es brennt unaufhaltsam hernieder wie die Kerze. Doch solange die Flamme die Nacht erhellt, ist Leben, ist Kraft in mir. Ist die Möglichkeit da, Dank auszusprechen, Güte zu zeigen, ein Lächeln zu verschenken, ein Lied zu singen für jemanden, Mitgefühl zu üben durch einen Blick oder eine Umarmung, durch Worte oder eine helfende Tat. Die Kerze ist geliehen. Ich habe sie nicht einmal selbst entzündet. Alles wurde mir gegeben. So verschenke auch ich mit meinen Möglichkeiten bis zuletzt.
Indem du in mir brennst, Herr, schenkst du mir Erkenntnis. Indem ich in dir verbrenne, schenkst du mir deine Ewigkeit.
In der Mitte der Nacht, Herr, schauen dich meine sehend gewordenen Augen.
Ich schreibe über mein Sehen - und über meine Blindheit. Ich erhelle und erneuere mich, indem ich Worte finde für meinen ganz eigenen Weg. Ich begegne mir selbst und der Welt mit Offenheit.
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Elia sagt:
Fremd ist die Stille,
nur dem Mutigen bald vertraut.
Zur Hinwendung an die heiligste Stunde
vermache ich dir mein achtes Gebet:
Das Stille Gebet
(Sitze still in heiterer Stimmung)
* * *
Reflektion zum „Stillen Gebet“
„Siehe, der Altar wird bersten
und die Asche wird verschüttet werden.“
1.Könige 13.3
„Mit einem offenen Geist steht uns jeder Weg offen.“
Buddh. Weisheit
„Trinke den Nektar der Wahrheit.
Lebe in Heiterkeit und Freude.“
Dhammapada 6.4
„Höchste Wonne erfährt wahrlich der Yogi,
dessen Geist sehr friedvoll ist und dessen Leidenschaft gestillt wurde,
der Brahman geworden ist, und der keine Sünden hat.“
Bhagavad Gita 6. 27
„Steh in der Nacht zum Gebet auf.
Das Erheben in der Nacht ist geeigneter
für standhafte Ausdauer der Andacht.“
73.Sure 3u.7
In der Stille begegne ich mir selbst. Ich stehe den Gefühlen und Gedanken nackt gegenüber. Da ist keine Möglichkeit, mir auszuweichen. Will ich es noch?
Wie oft bin ich davongelaufen - und traf auf mich.
Wie oft habe ich Türen verschlossen - und war mit mir.
Wie oft floh ich hin zu Fremden - und begegnete mir.
Wie oft schoss ich auf ein Du - und verletzte mich.
Wie oft fällte ich Urteile über die Welt - und verdammte mich.
Die Stille hat mich von innen heraus gewandelt:
Jetzt freue ich mich für jemanden - und freue mich über mich.
Jetzt liebe ich jemanden - und liebe mich.
Jetzt beschenke ich jemanden - und beschenke mich.
Jetzt bewundere ich jemanden - und staune über dieses Wunder: ich.
Jetzt will ich bleiben und nicht mehr fliehen - und ich bleibe und das Ich flieht.
Ich habe mich gemieden, doch in Wahrheit das Ich dabei auf den Altar gestellt.
Erst als Gott mir in der Stille die Augen öffnete, fiel es in sich zusammen wie Asche. Und aus dieser Asche ließ Er in mir die Liebe auferstehen und die Weisheit des Herzens.
Ich führe Tagebuch über mein stilles Gebet. Ich schreibe über den Schmerz in der Tiefe und über die freudvollen Entdeckungen. Ich nehme mich auf im Haus meines Herzens - frei von Angst, Scham und Schuld.
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Anhang:
Elia sagt:
Ein glaubendes Herz sieht weit.
Für jede neue Heimkehr
vermache ich dir mein Dankgebet:
Gebet für die Heimkehr
Willkommen meine Seele in deinem Haus
Willkommen mein Herz in deiner Wohnstätte
Wie angenehm ist es im Kreis der Lieben
Wie lieblich klingen die Worte im Ohr
Herr, wie danke ich dir für dein Geleit
Denn du bist bei mir
In Geborgenheit und in Gefahr
Dein Denken lenkt meine Schritte
Dein Wille ebnet mir die Wege
Deine Liebe umfängt mich und entlässt mich nie!
Ein Lied aus Freude
Ein Mal zum Lob
An deiner Seite sitzend
Mein Lehrer und mein Freund
Jeder Schritt führt mehr mich in deine Nähe
Bei jeder Heimkehr leuchtet heller mir dein Licht
Du lehrst mich Singen, du lehrst mich Tanzen
Mit deinem höchsten Namen auf den Lippen -
Verlier ich mich auf fremdem Pfad
Du nimmst mich auf zu jeder Stunde
Du gibst mir die Ruhe, mich zu besinnen
Du leihst mir dein Auge, die Taten zu sehen
Schenkst Ohren mir, deinem Wort anzuhängen
Dein Heil umfängt mich und verlässt mich nie!
Amen
* * *
Ein Gebet für jede Stunde und Gelegenheit
Mein Gott ist mein Gott
Auch wenn ich das Gebet verliere
Und im Finstern irre
Ich bin unter deinem Schutz
Dein Mantel umhüllt mich
Dein Licht glimmt im Verborgensten
Und leuchtet hell auf
Sobald ich deinen Namen spreche
Ich kann dich nicht verlassen
Du bist da, wo ich bin
Wohin ich fliehe, flieht dein Segen mit
Mein Gott ist mein Gott
Mein Gott ist mein Gott!
Und schenkt mir meine Freude
Und gibt mir Mut und Zuversicht
Ich bleibe, weil ich bleiben muss
Und danke den Engeln des Höchsten
Mit meinem Gebet voller Unschuld
Mit meinem Lied voller Zartheit
Mit Handeln in Liebe und Wahrheit
Ich gebe mein Leben hin meinem Gott
Der mein Gott ist und bleibt
Durch alle Zeiten bis in Ewigkeit
Amen, amen, amen.
* * *
Was ist das Universum da draußen
gegen die Unendlichkeit meines Herzens!
Dieses Wunder kannte ich bisher nicht.
* * *
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Schreibe über deine persönlichen Erfahrungen mit den "Perlen" > bhajan-noam@gmx.de
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Anstöße:
Spenden, ein Rezept für Gesundheit und wahres Glück
Spenden öffnet immer das Herz und macht uns auf allen Ebenen empfäng-licher. Spenden hält uns in dieser materiellen, scheinbar starren Welt lebendig und mit der Existenz in Fluss.
Gib immer mit Freude jedem Bettler, der dich anspricht. Er ist ein Bote Gottes und gewährt dir eine Chance zu wachsen. Erniedrige ihn nicht durch eine ablehnende, zurückweisende Haltung, verletze ihn nicht durch mürrisches Geben. Du erniedrigst und verletzt dich damit selbst. Sieht er aber deine Freude beim Geben, spürt er bald in sich ein gleiches Verlangen nach dieser Freude, und er wird alle Anstrengungen unternehmen, seinem Leben einen neuen Sinn zu geben. Praktiziere dieses göttliche Gebot und dein Leben wird nach und nach unbekümmerter. Und noch manches andere Wunder kann geschehen.
Schenken und Spenden sind natürliche, heilsame Handlungen für unser Herz, für unseren Geist, für unseren Körper und für die ganze Welt. Sie erzeugen Frieden, Harmonie und Gerechtigkeit. Sie wandeln Lieblosigkeit in Güte, Überheblichkeit in Demut, Stolz in Bescheidenheit, Gefühlskälte in Herzens-wärme, Ignoranz in Weisheit. Sie verändern in Kürze jedes Schlachtfeld in einen paradiesischen Garten. OM TAT SAT.
* * *
Sei du selbst
Wie ich es sehe, will Gott keine zwei gleichen Menschen. Gott will liebevolle, starke, freie, kreative Individuen, so wie er sie geschaffen hat. Wiederholun-gen finden wir in seiner Schöpfung nicht. Nachahmer sind noch ängstliche, furchtsame Menschen, die besonderer Zuwendung und Ermunterung bedür-fen. Denn Gott will mutige, glaubensstarke Kämpfer gegen die Trägheit, die voller Respekt und mit Würde ihren ganz eigenen Weg sich bahnen, den viel-leicht nicht einmal Gott selbst kennt. Gott ist neugierig auf dich.
Jedoch sollte der Ängstliche stets auch als ein Mensch mit großem Mut betrachtet werden, er hat in diesem Leben den Mut dazu, seine ganze Furchtsamkeit zu leben. Das ist sehr bedeutsam. Alle Gefühle sollten gelebt werden, denn sie sind letztlich alle gleich, dieselbe Energie. Wer seine Angst total leben kann, kann danach auch seine Hingabe, seine Liebe total leben. Er hat die Energie kennen gelernt. Es ist für ihn lediglich noch ein Zu Ende gehen des Prozesses.
Auch der Glaubensstarke mag sich oft ängstigen auf seinem Weg. Auch er mag immer wieder Furcht verspüren in der Dunkelheit. Doch er geht trotzdem unbeirrt weiter, denn er kann gar nicht anders. Er hat das Göttliche bereits in sich geschmeckt. Und unter diesem Wert verkauft er sich nicht mehr. Er verkauft sich an niemanden unter keinen Umständen.
Aber er verschenkt sich von Herzen mit all seiner Freude an das wahre, an das echte Leben. Und er nimmt von Gott jede Prüfung an, um diese seligen Momente immer wieder spüren zu dürfen. So lebt er immer wacher in seinem Gebet.
Auf seinem Weg zeigt er allem seine tiefe Verbundenheit und Dankbarkeit, sein ganzes Herz, und bietet jedem mitfühlend seine Unterstützung an. Du erfährst seine betörende Nähe und Präsenz. Er ist kraftvoll und doch auch ein verletzbarer Hauch, gleich einem Schmetterling. Lass dich von ihm betören, lass dich von ihm bekehren zu deinem bis heute noch unbegangenen Pfad. Werde aber nicht wie er. Sei etwas Neues, Taufrisches, ganz und gar Unbe-kanntes. Etwas, das selbst Gott überrascht. Sei du selbst.
* * *
Stopp, so oder so
Wer nur sein Problem loswerden will, um ungestört so weiterleben zu können wie bisher, wird keinen Erfolg haben, wird von Enttäuschung zu Enttäuschung rennen. Und das ist sogar gut so. Wie lange können wir gegen eine Wand laufen, ohne zu merken, dass sie nicht die Tür ist? Irgendwann beginnen wir, die Tür zu suchen und geben den aussichtslosen Kampf gegen die Wände auf.
Das Problem, das Symptom, ist ein Hinweis, dass mit dem Ganzen etwas nicht stimmt. Oder anders gesagt, das Problem ist nicht das Problem, wir selbst sind das Problem, unser begrenzter Verstand, unsere eingefahrene Lebensweise, unsere innere Haltung gegenüber dem göttlichen Leben, das uns geschenkt wurde.
Dies einzusehen fällt natürlich anfangs nicht leicht. "Mit mir soll etwas nicht stimmen? Bei mir ist alles in Ordnung, nur diese dummen Schmerzen oder dies und jenes stören!"
Aber jedes Symptom sagt einfach nur: "Stopp! Beachte mich. Schau, was ich dir sage. Ich bin ein Wegweiser". Und wenn wir es wirklich verstehen, ist es ein großartiges Hinweisschild auf unserem einmaligen Lebensweg. Wir sollten jedem Problem gegenüber dankbar sein. Alle Menschen, die diesen Wegwei-sern, diesen Weisen am Weg - wie widerstrebend auch immer (ich spreche ganz aus eigener Erfahrung) - letztlich gefolgt sind, waren es am Ende stets. Als sie verstanden. Als sie erkannten: "Hier ist eine rote Ampel, ich sollte stehen bleiben, wenn mir mein Leben lieb ist. Hier ist ein Abbiegeschild für mich, ich sollte ihm folgen, um nicht zum Geisterfahrer zu werden".
Sind oder waren wir nicht alle mehr oder weniger Geisterfahrer auf dieser Autobahn, die wir Leben nennen! Lasst uns klug den Abbiegeschildern folgen zu den kleinen Straßen, zu letztlich unserem ganz persönlichen Lebenspfad.
Auf ihm geschehen die wertvollen Begegnungen, die unser sehnendes Herz berühren und die Seele mit Weisheit und Liebe nähren. Auf ihm folgen wir einer höheren Ordnung, die unsere ganze Wachheit fordert und dafür lebendige Freude schenkt. Hier sind wir erwünscht als Mensch unter realen Menschen und nicht mehr als Zombie auf einem selbst erdachten Planeten.
* * *
Refugien
Am Titisee habe ich einst diese kleine Kapelle für mich entdeckt. Sie ist ein stiller Ort der Besinnung, wo ich schon manche Stunde in Meditation oder im Gebet verbracht habe. Tritt ein, lasse dich nieder auf einer der schmalen Holzbänke und sitze in Betrachtung des Marienaltars oder des Marienbildes oder einfach mit geschlossenen Augen. Die besondere Atmosphäre dieses unscheinbaren Ortes, der aber von tief gläubigen Menschen einst erschaffen wurde und mit Liebe gepflegt wird, wird dich bald sanft umhüllen, und Maria wird dir ihren Segen mit auf den Weg geben.
Und hier ist der heiligste Ort, den ich je betreten durfte, der Tempelberg von Jerusalem, auf dem seit fast eineinhalb Jahrtausenden unverändert und nie zerstört der Felsendom steht, das drittgrößte Heiligtum für jeden Muslim - aber der allerheiligste Platz für jeden Juden. Wenn ich es beschreiben soll, dann kann ich nur sagen, hier ist der Himmel offen, hier wohnt ohne jeden Zweifel der Chef persönlich. Und selbst während ich dieses schreibe, beginnen meine Tränen zu fließen. Es sind Tränen der Ergriffenheit, des Glücks. Es sind die Tränen des verlorenen Sohnes, der wieder in den Armen des Vaters ist. Seit ich hier war und immer wieder hierher zurückkehre, hat sich mein Leben grundlegend verändert. Und ich dachte vorher schon, ein spiritueller Mensch zu sein. An diesem Ort stehst du mitten im puren Segen, und dieser Segen manifestiert sich hier in dir auf eine Weise, wie du es dir zuvor nicht ausmalen kannst. Lasse dich von ihm berühren, während du diese Bilder anschaust.
Sch'ma Jisrael Adonaj Elohejnu, Adonaj Echat!
W'liruschalajim ir'cha rachamim!
Nach Jerusalem, deiner Stadt, lass Liebe zurückkehren!
Zitat
Rabbi Mosche Löb sprach: Es gibt keine Eigenschaft und keine Kraft am Menschen, die umsonst geschaffen wäre. Und auch alle niederen und verworfenen Eigenschaften haben eine Erhebung zum Dienste Gottes. So etwa der Hochmut: wenn er erhoben wird, wandelt er sich zu einem hohen Mut in den Wegen Gottes.
Aber wozu mag wohl die Gottesleugnung geschaffen sein? Auch sie hat ihre Erhebung in der hilfreichen Tat. Denn wenn einer zu dir kommt und von dir Hilfe fordert, dann ist es nicht an dir, ihm mit frommem Munde zu empfehlen: 'Habe Vertrauen und wirf deine Not auf Gott', sondern dann sollst du handeln, als wäre kein Gott, sondern auf der ganzen Welt nur einer, der diesem Menschen helfen kann, du allein.
(aus: "Erzählungen der Chassidim, Martin Buber)
* * *
Basistexte aus dem Neuen Testament
Matthäus 5
Die Seligpreisungen
1 Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine Jünger traten zu ihm. 2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: 3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. 4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. 5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. 6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. 7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. 8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. 9 Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. 10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. 11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen. 12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.
Salz und Licht
13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als daß man es wegschüttet und läßt es von den Leuten zertreten. 14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. 15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. 16 So laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Jesu Stellung zum Gesetz
17 Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. 18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. 19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. 20 Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Vom Töten
21 Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist (2. Mose 20,13; 21,12): «Du sollst nicht töten»; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. 22 Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig. 23 Darum: wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, daß dein Bruder etwas gegen dich hat, 24 so laß dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und opfere deine Gabe. 25 Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, solange du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit dich der Gegner nicht dem Richter überantworte und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen werdest. 26 Wahrlich, ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.
Vom Ehebrechen
27 Ihr habt gehört, daß gesagt ist (2. Mose 20,14): «Du sollst nicht ehebrechen.» 28 Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. 29 Wenn dich aber dein rechtes Auge zum Abfall verführt, so reiß es aus und wirf's von dir. Es ist besser für dich, daß eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. 30 Wenn dich deine rechte Hand zum Abfall verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, daß eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre. 31 Es ist auch gesagt (5. Mose 24,1): «Wer sich von seiner Frau scheidet, der soll ihr einen Scheidebrief geben.» 32 Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, der macht, daß sie die Ehe bricht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.
Vom Schwören
33 Ihr habt weiter gehört, daß zu den Alten gesagt ist (3. Mose 19,12; 4. Mose 30,3): «Du sollst keinen falschen Eid schwören und sollst dem Herrn deinen Eid halten.» 34 Ich aber sage euch, daß ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron; 35 noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße; noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. 36 Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören; denn du vermagst nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen. 37 Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.
Vom Vergelten
38 Ihr habt gehört, daß gesagt ist (2. Mose 21,24): «Auge um Auge, Zahn um Zahn.» 39 Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. 40 Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem laß auch den Mantel. 41 Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei. 42 Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.
Von der Feindesliebe
43 Ihr habt gehört, daß gesagt ist: «Du sollst deinen Nächsten lieben» (3. Mose 19,18) und deinen Feind hassen. 44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, 45 damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. 46 Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? 47 Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? 48 Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.
zurück ^
Matthäus 6
Vom Almosengeben
1 Habt acht auf eure Frömmigkeit, daß ihr die nicht übt vor den Leuten, um von ihnen gesehen zu werden; ihr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. 2 Wenn du nun Almosen gibst, sollst du es nicht vor dir ausposaunen lassen, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Gassen, damit sie von den Leuten gepriesen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 3 Wenn du aber Almosen gibst, so laß deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, 4 damit dein Almosen verborgen bleibe; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.
Vom Beten; Das Vaterunser
6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten. 7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. 8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. 9 Darum sollt ihr so beten:
Unser Vater im Himmel!
Dein Name werde geheiligt.
10 Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
11 Unser tägliches Brot gib uns heute.
12 Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
13 Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und
die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. 15 Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergebe.
Vom Fasten
16 Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Gesicht, um sich vor den Leuten zu zeigen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 17 Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, 18 damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.
Vom Schätzesammeln und Sorgen
19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. 20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen. 21 Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. 22 Das Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. 23 Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein! 24 Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. 25 Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? 26 Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? 27 Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? 28 Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. 29 Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. 30 Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? 31 Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? 32 Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr all dessen bedürft. 33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. 34 Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß jeder Tag seine eigene Plage hat.
zurück ^
Matthäus 7
Vom Richtgeist
1 Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. 2 Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden. 3 Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge? 4 Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen?, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge. 5 Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst. 6 Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen, damit die sie nicht zertreten mit ihren Füßen und sich umwenden und euch zerreißen.
Von der Gebetserhörung
7 Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. 8 Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. 9 Wer ist unter euch Menschen, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um Brot, einen Stein biete? 10 oder, wenn er ihn bittet um einen Fisch, eine Schlange biete? 11 Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben geben könnt, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten!
Vom Tun des Göttlichen Willens
12 Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten. 13 Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind's, die auf ihm hineingehen. 14 Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind's, die ihn finden! 15 Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. 16 An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? 17 So bringt jeder gute Baum gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte. 18 Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. 19 Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 20 Darum: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. 21 Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. 22 Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? 23 Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter! 24 Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. 25 Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet. 26 Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. 27 Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein, und sein Fall war groß. 28 Und es begab sich, als Jesus diese Rede vollendet hatte, daß sich das Volk entsetzte über seine Lehre; 29 denn er lehrte sie mit Vollmacht und nicht wie ihre Schriftgelehrten.
Matthäus 11, 25-30
Jesu Lobpreis und Heilandsruf
25 Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart. 26 Ja, Vater; denn so hat es dir wohlgefallen. 27 Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will. 28 Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. 29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. 30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.
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Markus 12, 28-34
Die Frage nach dem höchsten Gebot
28 Und es trat zu ihm einer von den Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Und als er sah, daß er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen? 29 Jesus aber antwortete ihm: Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, 30 und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften. 31 Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«. Es ist kein anderes Gebot größer als diese. 32 Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Meister, du hast wahrhaftig recht geredet! Er ist nur einer, und ist kein anderer außer ihm; 33 und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und von allen Kräften, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. 34 Als Jesus aber sah, daß er verständig antwortete, sprach er zu ihm: a Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen.
Vom Richten
37 Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. 38 Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden. 39 Er gebrauchte auch einen Vergleich und sagte: Kann ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in eine Grube fallen? 40 Der Jünger steht nicht über seinem Meister; jeder aber, der alles gelernt hat, wird wie sein Meister sein. 41 Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht? 42 Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!, während du den Balken in deinem eigenen Auge nicht siehst? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.
Lukas 6, 27-42
Von der Feindesliebe
27 Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. 28 Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln. 29 Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd. 30 Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurück. 31 Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen. 32 Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden. 33 Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder. 34 Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen. 35 Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. 36 Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!
Lukas 7, 36-47
Jesu Salbung durch eine Sünderin
36 Es bat ihn aber der Pharisäer einer, daß er mit ihm äße. Und er ging hinein in des Pharisäers Haus und setzte sich zu Tisch. 37 Und siehe, ein Weib war in der Stadt, die war eine Sünderin. Da die vernahm, daß er zu Tische saß in des Pharisäers Hause, brachte sie ein Glas mit Salbe 38 und trat hinten zu seinen Füßen und weinte und fing an, seine Füße zu netzen mit Tränen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küßte seine Füße und salbte sie mit Salbe. 39 Da aber das der Pharisäer sah, der ihn geladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüßte er, wer und welch ein Weib das ist, die ihn anrührt; denn sie ist eine Sünderin. 40 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sage an. 41 Es hatte ein Gläubiger zwei Schuldner. Einer war schuldig fünfhundert Groschen, der andere fünfzig. 42 Da sie aber nicht hatten, zu bezahlen, schenkte er's beiden. Sage an, welcher unter denen wird ihn am meisten lieben? 43 Simon antwortete und sprach: Ich achte, dem er am meisten geschenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht gerichtet. 44 Und er wandte sich zu dem Weibe und sprach zu Simon: Siehest du dies Weib? Ich bin gekommen in dein Haus; du hast mir nicht Wasser gegeben zu meinen Füßen; diese aber hat meine Füße mit Tränen genetzt und mit den Haaren ihres Hauptes getrocknet. . 45 Du hast mir keinen Kuß gegeben; diese aber, nachdem sie hereingekommen ist, hat sie nicht abgelassen, meine Füße zu küssen. 46 Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt; sie aber hat meine Füße mit Salbe gesalbt. 48 Derhalben sage ich dir: Ihr sind viele Sünden vergeben, denn sie hat viel geliebt; welchem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig. 48 Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben. 49 Da fingen die an, die mit zu Tische saßen, und sprachen bei sich selbst: Wer ist dieser, der auch Sünden vergibt?
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Lukas 10, 17-24
Jesu Jubelruf
17 Die Zweiundsiebzig aber kamen zurück voll Freude und sprachen: Herr, auch die bösen Geister sind uns untertan in deinem Namen. 18 Er sprach aber zu ihnen: Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz. 19 Seht, ich habe euch Macht gegeben, zu treten auf Schlangen und Skorpione, und Macht über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch schaden. 20 Doch darüber freut euch nicht, daß euch die Geister untertan sind. Freut euch aber, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind. 21 Zu der Stunde freute sich Jesus im heiligen Geist und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, a weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart. Ja, Vater, so hat es dir wohlgefallen. 22 Alles ist mir übergeben von meinem Vater. Und niemand weiß, wer der Sohn ist, als nur der Vater, noch, wer der Vater ist, als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will. 23 Und er wandte sich zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen allein: a Selig sind die Augen, die sehen, was ihr seht. 24 Denn ich sage euch: a Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben's nicht gesehen, und hören, was ihr hört, und haben's nicht gehört.
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Lukas 15, 11-32
Der verlorene Sohn
11 Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. 12 Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie. 13 Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort a brachte er sein Erbteil durch mit Prassen. 14 Als er nun all das Seine verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land, und er fing an zu darben 15 und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. 16 Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm. 17 Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. 19 Ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! 20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küßte ihn. 21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße. 22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße 23 und bringt das gemästete Kalb und schlachtet's; laßt uns essen und fröhlich sein! 24 Denn dieser a mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein 25 Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen 26 und rief zu sich einen der Knechte, und fragte, was das wäre. 27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wieder hat. 28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. 29 Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, daß ich mit meinen Freunden fröhlich gewesen wäre. 30 Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verpraßt hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet. 31 Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein. 32 Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.
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Johannes 13, 1-20
Die Fußwaschung
1 Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung. 3 Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, 4 stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. 5 Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. 6 Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? 7 Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. 8 Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. 9 Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. 10 Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein. 12 Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? 13 Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. 14 Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. 15 Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe. 16 Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat. 17 Selig seid ihr, wenn ihr das wisst und danach handelt. 18 Ich sage das nicht von euch allen. Ich weiß wohl, welche ich erwählt habe, aber das Schriftwort muss sich erfüllen: Einer, der mein Brot aß, hat mich hintergangen. 19 Ich sage es euch schon jetzt, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt: Ich bin es. 20 Amen, amen, ich sage euch: Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.
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Johannes 14, 13-31
13 Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. 14 Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.
Trostworte an die Jünger
15 Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. 16 Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll. 17 Es ist der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. 18 Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch. 19 Nur noch kurze Zeit, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, weil ich lebe und weil auch ihr leben werdet. 20 An jenem Tag werdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch. 21 Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. 22 Judas - nicht der Judas Iskariot - fragte ihn: Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt? 23 Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. 24 Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. 25 Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. 26 Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. 27 Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. 28 Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch zurück. Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. 29 Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt. 30 Ich werde nicht mehr viel zu euch sagen; denn es kommt der Herrscher der Welt. Über mich hat er keine Macht, 31 aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat. Steht auf, wir wollen weggehen von hier.
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Johannes 15, 1-17
Der wahre Weinstock
1 Ich bin der rechte Weinstock, und mein Vater der Weingärtner. 2 Eine jegliche Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jegliche, die da Frucht bringt, wird er reinigen, daß sie mehr Frucht bringe. 3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 4 Bleibet in mir und ich in euch. Gleichwie die Rebe kann keine Frucht bringen von ihr selber, sie bleibe denn am Weinstock, also auch ihr nicht, ihr bleibet denn in mir. 5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viele Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun. 6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und müssen brennen. 7 So ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. 8 Darin wird mein Vater geehrt, daß ihr viel Frucht bringet und werdet meine Jünger.
Das Gebot der Liebe
9 Gleichwie mich mein Vater liebt, also liebe ich euch auch. Bleibet in meiner Liebe! 10 So ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe. 11 Solches rede ich zu euch, auf daß meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde 12 Das ist mein Gebot, daß ihr euch untereinander liebet, gleichwie ich euch liebe. . 13 Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde. 14 Ihr seid meine Freunde, so ihr tut, was ich euch gebiete. 15 Ich sage hinfort nicht, daß ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, daß ihr Freunde seid; denn alles, was ich habe von meinem Vater gehört, habe ich euch kundgetan. 16 Ihr habt mich nicht erwählt; sondern ich habe euch erwählt und gesetzt, daß ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibe, auf daß, so ihr den Vater bittet in meinem Namen, er's euch gebe. 17 Das gebiete ich euch, daß ihr euch untereinander liebet.
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Johannes 17, 1-26
Das Gebet Jesu für seine Jünger
1 Solches redete Jesus, und hob seine Augen auf gen Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da, daß du deinen Sohn verklärest, auf daß dich dein Sohn auch verkläre; 2 Gleichwie du ihm Macht hast gegeben über alles Fleisch, auf daß er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast. 3 Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen. 4 Ich habe dich verklärt auf Erden und vollendet das Werk, das du mir gegeben hast, daß ich es tun sollte. 5 Und nun verkläre mich du, Vater, bei dir selbst mit der Klarheit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. 6 Ich habe deinen Namen offenbart den Menschen, die du mir von der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort behalten. 7 Nun wissen sie, daß alles, was du mir gegeben hast, sei von dir. 8 Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben; und sie haben's angenommen und erkannt wahrhaftig, daß sie glauben, daß du mich gesandt hast 9 Ich bitte für sie und bitte nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast; denn sie sind dein. 10 Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verklärt. 11 Und ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, daß sie eins seien gleichwie wir. 12 Dieweil ich bei ihnen war in der Welt, erhielt ich sie in deinem Namen. Die du mir gegeben hast, die habe ich bewahrt, und ist keiner von ihnen verloren, als das verlorene Kind, daß die Schrift erfüllet würde. 13 Nun aber komme ich zu dir und rede solches in der Welt, auf daß sie in ihnen haben meine Freude vollkommen. 14 Ich habe ihnen gegeben dein Wort, und die Welt haßte sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie ich denn auch nicht von der Welt bin 15 Ich bitte nicht, daß du sie von der Welt nehmest, sondern daß du sie bewahrst vor dem Übel 16 Sie sind nicht von der Welt, gleichwie ich auch nicht von der Welt bin. 17 Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. 18 Gleichwie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt. 19 Ich heilige mich selbst für sie, auf daß auch sie geheiligt seien in der Wahrheit. 20 Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, so durch ihr Wort an mich glauben werden, 21 auf daß sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; daß auch sie in uns eins seien, auf daß die Welt glaube, du habest mich gesandt. 22 Und ich habe ihnen gegeben die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, daß sie eins seien, gleichwie wir eins sind 23 ich in ihnen und du in mir, auf daß sie vollkommen seien in eins und die Welt erkenne, daß du mich gesandt hast und liebest sie, gleichwie du mich liebst. 24 Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, daß sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe denn die Welt gegründet ward. 25 Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese erkennen, daß du mich gesandt hast. 26 Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und will ihn kundtun, auf daß die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.
* * *
Der Buddha sagt:
"Glaube nicht einfach an alles, nur weil du es gehört hast. Glaube nicht einfach an alles, nur weil man darüber spricht und redet. Glaube nicht einfach an alles, nur weil es in deinen religiösen Büchern geschrieben steht. Glaube nicht einfach an alles, nur weil es die Autorität deiner Lehrer und Eltern fordert. Glaube nicht einfach an alles, nur weil die Tradition es über Generationen hin gebietet. Falls du aber nach genauer Beobachtung und Analyse erkennst, dass es vernünftig ist und dem Guten wie dem Wohlergehen des Einzelnen und Aller dient, dann akzeptiere es und lebe strikt danach."
Basistexte aus dem Dhammapada
Von der Entscheidung:
1 Wir sind das, was wir denken.
Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken.
Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt.
Sprich und handle mit unreiner Gesinnung
Und Leid wird dir folgen
Wie das Rad dem Ochsen folgt,
der einen Wagen zieht.
2 Wir sind das, was wir denken.
Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken.
Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt.
Sprich und handle mit reiner Gesinnung
Und Glück wird dir folgen
Wie dein unteilbarer Schatten.
3 "Schau doch, wie er mich misshandelte und verletzte,
Wie er mich niederschlug und ausraubte."
Lebe mit solchen Gedanken und du wirst den Ärger nie beenden.
4 "Schau doch, wie er mich misshandelte und verletzte,
Wie er mich niederschlug und ausraubte."
Meide solchen Gedanken
und du wirst das Ärgernis beenden.
5 In dieser Welt hat
Hass noch niemals Hass aufgelöst.
Nur Liebe löst den Hass.
Dies ist das Gesetz,
Uralt und unerschöpflich.
6 Andere mögen nicht verstehen,
dass wir Selbst- Kontrolle praktizieren,
Aber Ärgernisse sterben in jenen weg,
die diese Tatsache kennen?
7 Wie leicht bricht der Wind einen schwachen Baum.
Die Versuchung leitet den
leichtsinnigen und unsicheren Mann,
der die attraktiven Seiten der Dinge liebt,
Unkontrolliert bei seinen Sinnen, unmäßig beim Essen.
8 Der Wind kann keinen Berg umwerfen.
Versuchung kann einen Mann nicht rühren
Der wach, stark und bescheiden ist,
Der sein eigener Herr ist und das Gesetz beachtet.
9 Sind die Gedanken eines Menschen schmutzig,
Ist er rücksichtslos und voller Täuschung,
Wie kann er die gelbe Robe tragen?
10 Wer immer sein eigener Herr ist,
Hell, klar und wahrhaft,
Er darf wirklich die gelbe Robe tragen.
11 Das Falsche für das Wahre halten
Und das Wahre als Falsches betrachten,
So siehst du über das Wesentliche hinweg
Und bist auf dem falschen Weg.
12 Das Falsche für falsch zu halten
Und das Wahre für wahr betrachten,
Das ist der Weg zum Wesentlichen
und der rechte Weg.
13 Wie Regen ein Haus mit schwachem Dach durchflutet,
So brechen Sehnsüchte in den Geist ein,
Der keine Meditation praktiziert.
14 Und sowie kein Regen in ein Haus
mit starkem Dach eindringen kann,
So können keine Begierden in einen Geist einbrechen,
der gute Meditation praktiziert.
15 Wer unreinen Gedanken folgt,
Leidet in dieser und der nächsten Welt.
In beiden Welten leidet er
Und besonders dann,
Wenn er das Falsche sieht, das er getan hat.
16 Aber derjenige, der dem Gesetz folgt
ist glücklich hier und glücklich dort
In beiden Welten ist er voller Freude
Und besonders dann,
Wenn er das Gute sieht, das er getan hat.
17 In beiden Welten wird er bestraft.
Der Falsch- Handelnde wird doppelt gestraft.
Er wird durch den Gedanken
"Ich habe Böses getan" bestraft
Und noch mehr wenn er zum bösen Ende kommt.
18 In beiden Welten ist er glücklich.
Der Gut- Handelnde wird doppelt belohnt.
Er wird durch den Gedanken
"Ich habe Gutes getan" belohnt
Und noch mehr wenn er zum guten Ende kommt.
19 Jedoch, so viele heilige Worte du auch liest,
So viele du auch sprichst,
Was sollen sie Gutes bewirken,
Wenn du nicht nach ihnen handelst?
Bist du ein Schafhirte,
Der die Schafe eines Anderen zählt,
Ohne am vollendeten Leben teilzunehmen?
20 Lies nur ein paar Worte, wenn du willst
Und sprich noch weniger,
Aber handle nach den Gesetzen der Lehre,
Gib die alten Wege der
Leidenschaft, Feindschaft und Täuschung auf
Und gewinne Einsicht und einen freien Geist,
Der an Nicht in dieser oder
der nächsten Welt gebunden ist.
Dann wirst du am vollendeten Leben teilnehmen!
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Von der Wachsamkeit:
21 Wachsamkeit ist der Weg zum wahren Leben.
Sorglosigkeit führt zum Tod.
Die Wachsamen werden nicht sterben,
Die Sorglosen aber sind schon so gut wie tot.
22 Der Weise schaut.
Der Weise denkt klar.
Wie glücklich ist er,
Denn er sieht, dass Wachsamkeit Leben ist.
Wie glücklich ist er,
Denn er folgt dem Weg des Erleuchteten.
23 Mit großer Beharrlichkeit meditiert er
auf dem Weg zur Freiheit und Glückseligkeit.
24 So erwacht, nachdenklich geworden sieht er richtig.
Er arbeitet sorgfältig, voller Selbst- Kontrolle
Und lebt nach der Gesetzen der Lehre.
Dann wird die Erkenntnis in ihm wachsen.
25 Indem er aufmerksam schaut und daran arbeitet
Schafft der Weise eine Insel für sich selbst
Die keine Flut überschwemmen kann.
26 Der Törichte ist sorglos.
Der Weise aber sieht wachsam.
Das ist sein wertvollster Schatz.
27 Er gibt sich keinen Wünschen hin.
Er gibt sich keinen sinnlichen Vergnügungen hin.
Er meditiert.
Und in der Strenge seiner Bemühungen
Erkennt er die wahre Glückseligkeit.
28 Wenn der Weise dann sich sorgfältig von Sorglosigkeit befreit hat
Und den Turm der Weisheit erstiegen hat,
Sieht er leidenschaftslos herab auf diejenigen Leute
Mit begrenzter Sicht am Boden.
29 Geisterfüllt unter Sorglosen,
Erwacht während andere träumen,
Lässt der Weise alle hinter sich.
Flink wie ein Rennpferd saust er vorbei.
30 Durch Aufmerksamkeit wurde
Indra der König unter den Göttern.
Wie wundervoll ist es erwacht zu sein,
Wie dumm ist es zu schlafen.
31 Ein Bittender, der seinen Geist wachsam schützt
Und sorglose Gedanken fürchtet
Macht alle Hindernisse nieder,
Wie ein Waldbrand über groß und klein hinweggeht.
32 Ein Bittender, der seinen Geist wachsam schützt
Und zerstreute Gedanken fürchtet
Kann nicht fallen.
Er hat den wahren Weg gefunden und ist dem ewigen Frieden nahe.
Von den Gedanken:
33 Wie ein Schütze, der seine Pfeile zurechtstutzt und gerade biegt,
So ordnet der Weise seine vagabundierenden Gedanken.
34 Wie ein Fisch nach Luft schnappt,
der am Strand gezogen wurde,
So zittern und zappeln die Gedanken
um die ersehnte Freiheit zu erlangen.
35 Sie Zittern ohne Rast,
Sie wandern von einem zum andern.
Es ist gut, sie zu kontrollieren,
Und sie zu meistern bringt Glückseligkeit.
36 Aber Sie sind zart, subtil und schwer fassbar.
Die Kunst besteht darin, sie zielgerecht zu erkennen
und zu ordnen um Glückseligkeit zu finden.
37 Mit ein-sichtiger Gesinnung
bewältigt der Meister seine Gedankenflut.
Er beendet ihr Umherwandern
und setzt Sie im Herzen gefangen. So findet er Freiheit.
38 Mit unsteter Gesinnung,
Bei Unkenntnis das Wahre und das Falsche zu unterscheiden
Und ohne Gedankenfrieden
Kommt die Weisheit nicht zu Vollendung.
39 Mit einen Sinn, der frei vom Einfluss der Gedanken,
der frei von Unstetigkeit ist, der jenseits von Gut und Böse steht
Mit einem solchen hat der Weise keinerlei Furcht.
40 Sieh deinen Körper als nichts Besseres als eine irdische Hülle an,
bekämpfe Mara mit dem Schwert der Weisheit,
Baue deinen Sinn zu Festung aus,
Verteidige was du gewonnen hast indem du frei von Bindungen bleibst.
41 Denn bald wird dieser Körper auf der Erde liegen,
ausgezogen, unbeachtet und bewusstlos wie ein nutzloses Stück Holz.
42 Die eigenen unkontrollierten Gedanken sind gefährlicher
und richten mehr Schaden an als der schlimmste Feind.
43 Selbst deine Mutter, Vater oder sonstige Verwandtschaft
können dir nicht soviel Gutes schenken,
wie du dir selbst,
wenn du deine Gedanken beherrschen lernst.

Von der Freude:
1 Freue dich
sei liebevoll,
selbst unter denjenigen, die hassen.
2 Freue dich,
bleib gesund,
selbst unter den Kranken.
3 Freue dich,
bleib friedlich,
selbst unter den Empörten.
4 Freue dich,
auch ohne Besitz,
wie die Erleuchteten.
5 Der Sieger sät Hass,
weil der Verlierer leidet.
Lass das Gewinnen und Verlieren
und finde Freude.
6 Nichts ist verzehrender
als das Feuer der Gier,
nichts übler als Hass,
nichts schmerzhafter als Not.
Und nichts ist beglückende
als die Freude der Befreiung.
7 Gesundheit, Zufriedenheit und Vertrauen
sind deine größten Schätze,
Befreiung ist dein größtes Glück.
8 Schau in dich.
Sei gelassen.
Frei von Furcht und Begehren,
erfahre die süße Freude des Weges.
9 Wie erfreulich ist der Anblick der Erwachten,
wie erfreulich ist der Umgang mit den Weisen.
10 Wie lang ist dem Menschen der Weg,
der mit Toren geht.
Aber wer mit den Weisen geht,
erkennt seine Geschwister
und erfährt die Freude des Weges.
11 Halte dich also an die Erleuchteten,
die Weisen, die Erwachten, die Liebenden,
denn sie wissen,
was zu tun und zu lassen ist.
12 Folge ihnen,
wie der Mond dem Weg der Gestirne folgt.
